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Frage bzgl Versteuerung von Einkünften


27.11.2004 21:31 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von



Hallo,

ich habe eine kurze Frage bezüglich der Versteuerung meines Einkommens.

Wir haben eine ganz gut laufende Internetfirma, deren Geschäftszweck in der Vermarktung von großen Internetportalen liegt. (Wir schließen also Verträge mit Internetseiten und verkaufen deren Werbeplätze dann an Unternehmen, welche dort Werbung für Ihre Produkte einblenden)

Da unser Geschäft nicht ortsgebunden und wir immer mehr unter der Steuerlast leiden kam uns die Idee, eine Firma (z.B. in einer "Steueroase") zu gründen, bei der wir mit einem (umsatzunabhängigen) Festgehalt als normaler Angestellte geführt werden.

Andere Zahlungen außer unserem Festgehalt würden natürlich nicht erfolgen. Die Idee dahinter war, dass wir unser Einkommen (Welches oft "auf einen Schlag" gezahlt wird) über einen längeren Zeitraum verteilen, bzw unserem tatsächlichen Bedarf anpassen könnten.

Meine Frage: ist dies steuerrechtlich zulässig? Wenn ja: was sollte man beachten, damit dieses Unterfangen nicht nach hinten losgeht? Wenn nein: gäbe es Alternativen die der Intention meines Postings nahe kommen?

Vielen Dank für Ihre Zeit & Gruß

Frank
28.11.2004 | 11:37

Antwort

von


6 Bewertungen
Rechtsanwaltskanzlei Filler
Weender Landstraße 1
37073 Göttingen
Tel.: 0551 – 79 77 666
Fax: 0551 – 79 77 667
E-mail: filler@goettingen-recht.de



In Beantwortung Ihrer Anfrage teile ich Ihnen folgendes mit:


Zunächst gehe ich davon aus - da Sie in der "wir-Form" schreiben - dass Sie derzeit Ihren Geschäftsbetrieb in Form einer GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) betreiben. Insofern gelten für Sie die steuerlichen Vorschriften für Personengesellschaften und damit letztlich die Vorschriften des EStR (Einkommensteuerrechts).

Für natürliche Personen (also die Gesellschafter der GbR), die im Inland ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben, gilt nach § 1 EStG (Einkommenssteuergesetz) eine uneingeschränkte Steuerpflicht.
Nach § 8 AO (Abgabenordnung) hat jemand dort seinen Wohnsitz, wo er eine Wohnung innehat, die darauf schließen lässt, dass er die Wohnung beibehalten und benutzen wird. Den gewöhnlichen Aufenthalt hat nach § 9 AO jemand dort, wo er sich unter Umständen aufhält, die erkennen lassen, dass er an diesem Ort oder in diesem Gebiet nicht nur vorübergehend verweilt.


Auf Ihren Fall bezogen bedeutet dies folgendes:

Soweit Sie sich selber nicht räumlich verändern wollen, also letztlich nicht selbst in die "Steueroase" ziehen wollen, ist in Ihrer jetzigen Gesellschaftsform ein Umzug der Firma in die "Steueroase" wirtschaftlich kaum sinnvoll.
Vorliegend bedürfte es komplizierterer Konstruktionen, ggf. durch Neugründung einer "Mutter(kapital)gesellschaft" in der "Steueroase", die 100% Anteilseignerin Ihrer aktuellen Firma wird, ect..
Sollten Sie Ihr Ansinnen weiter verfolgen wollen, bedenken Sie bitte, dass die komplexeren Firmenstrukturen auch einen erhöhten Verwaltungs- und Kostenaufwand mit sich bringen. Ferner bedarf die "Implementierung" eines nicht unerheblichen Beratungsaufwandes, hinsichtlich Gesellschaftsform, Wahl des Sitzes und rechtlichen Folgen, der mit entsprechenden Kosten verbunden ist. Erfahrungsgemäß kommen neben den ersten "Implementierungskosten" von ca. 5.000,-- € laufende jährliche Kosten im unteren vierstelligen Bereich auf Sie zu.

Ob sich Aufwand, Kosten und Nutzen eines solches Schrittes lohnen, können Sie nur selbst beurteilen.


Für weiteren Fragen und juristischen Rat stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

In der Hoffnung Ihnen durch meine Auskunft gedient zu haben, verbleiben wir
mit freundlichen Grüßen



(Regine Filler)
Rechtsanwältin


Nachfrage vom Fragesteller 28.11.2004 | 17:52

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!

Ich hätte allerdings noch eine kurze Rückfrage:

Mir ist völlig klar, dass ich im Ausland eine neue Gesellschaft gründen muss und dies auch mit zusätzlichen Kosten verbunden sein wird. Trotzdem überwiegen nach unserer Kalkulation die Vorteile deutlich.

Verstehe ich Ihre Antwort also richtig, dass unser Vorhaben (wenn es auch nicht ganz einfach zu realisieren ist) grundsätzlich zulässig ist?

Gäbe es also keine Probleme mit Finanzbehörden, die beispielsweise argumentieren können, dass die "Mutterfirma" (es gäbe eigentlich keine Mutterfirma - die Inlandsfirma würden wir ja schließen und nurnoch als Angestellte der neuen Firma arbeiten) nur ein leerer Mantel ist und die Geschäftsführende tätigkeit von jemand im Inland ausgeführt wird o.Ä?

Vielen Dank & Gruß

Frank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.11.2004 | 16:38

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E-mail: filler@goettingen-recht.de




In Beantwortung Ihrer Nachfrage teile ich Ihnen folgendes mit:


Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit eines Kontruktes, dass Ihre Steuerzahlungen optimiert. Allerdings nicht so, wie Sie dies beschreiben. Solange Sie selbst in Deutschland leben und als Angestellte einer ausländischen Firma agieren, sind Sie mit Ihrem Einbkommen in Deutschland steuerpflichtig (Wohnsitzprinzip). Anders verhält es sich dann ggf. mit dem Gewinn Ihrer ausländischen Firma, aber nur dann, wenn dieser nicht an Sie, als (in Deutschland) lebende Privatpersonen ausgeschüttet wird (wäre dann wieder Einkommen, welches Sie versteuern müssten).
Insgesamt ist dies alles eine komplizierte Materie, deren Behandlung sich nicht im Rahmen einer Online Anfrage klären lässt.


Für weiteren Fragen und juristischen Rat stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

In der Hoffnung Ihnen durch meine Auskunft geholfen zu haben, verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen



(Regine Filler)
Rechtsanwältin


ANTWORT VON

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