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Fotos abmalen


20.04.2010 11:54 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Hendrik Peters



Ich male mit Acrylfarben Fotos aus dem Internet (Google Bilder) ab. Es handelt sich nicht um 1:1 Kopien, aber die Ähnlichkeit der Bilder ist schon groß.
Darf ich meine Gemälde verkaufen?
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 61 weitere Antworten zum Thema:
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum hier eine ausführliche und vor allem persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern vorwiegend dafür gedacht ist, eine erste rechtliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen könnte die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens sich von der hier folgenden Antwort unterscheiden. Um Ihnen die Lesbarkeit der Antwort zu erleichtern, wurde weitestgehend auf eine Quellenangabe der Rechtsnormen verzichtet, da hier die Gefahr besteht, dass juristische Laien diese Vorschriften fehlerhaft interpretieren.

Unter Berücksichtigung dieser allgemeinen Hinweise beantworte ich Ihre Frage wie folgt:


Unabhängig ob Sie die Bilder einscannen, abfotografieren, (bei digitalen Quellen) direkt übernehmen oder eben hier abmalen wollen - diese Nutzung der Bilder ist stets eine urheberrechtlich relevante Nutzung des Originals. Selbst wenn Veränderungen vorgenommen werden ist das Recht des ursprünglichen Urhebers betroffen.

Gerade das Abmalen ist aus urheberrechtlicher Sicht oft nur eine Art der Anfertigung einer Kopie des Originals. Selbst wenn Abweichungen erkennbar sind oder Sie z.B. den Namenszug des Künstlers nicht kopieren oder auf die Erstellung als Kopie eines Originals ausdrücklich hinweisen - sie verletzen damit in der Regel das Recht des Urhebers des Originalswerkes.

Somit muss für jede Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Material eine Berechtigung grundsätzlich zur Nutzung vorliegen. Diese Nutzungsberechtigung kann direkt vom Urheber oder von einem anderen Inhaber von Nutzungsrechten eingeräumt werden, im zweiten Fall aber nur wenn dieser selbst zur Übertragung von diesen Rechten berechtigt ist. Auch mit dem Kauf einer Zeitung haben Sie keine Nutzungsrechte zur eigenen Weiterverwendung erworben.

Und auch wenn andere Personen im Internet nicht nachfragen und einfach Bilder nutzen, so bedeutet dies noch nicht dass dies legal ist. Schon in der Vergangenheit erfolgten in diesem Gebiet viele Abmahnungen, welche die finanziellen Ressourcen von den Betroffenen oft gesprengt haben. Daher ist es wirklich besser, sich vorab zu informieren, bevor eine Abmahnung ins Haus flattert. Durch die Absicht, die Werke zu verkaufen, fallen Sie im Falle einer Abmahnung auch nicht unter die Kostenbegrenzung nach § 97a Abs. 2 UrhG.


Anzumerken ist noch dass durch Ihre Kopie auch zusätzlich ein neues Urheberrecht zu Ihren Gunsten entstehen kann, welches in den Abweichungen und den dafür erbrachten künstlerischen Leistungen bei der Anfertigung der Kopie begründet ist. Dennoch bleibt das bestehende Urheberrecht des Originals weiter bestehen. Aktuell wurde in Hamburg ein Urteil gefällt, bei dem ein Musiker zur Unterlassung und Schadenersatz verurteilt wurde, weil er Bestandteile anderer musikalischer Werke kopiert hat. Genau dieser Musiker geht aber selbst gegen Dritte vor, die seine Werke kopieren.Inweiweit das fragwürdig ist, kann hier dahinstehen - deutlich wird dabei, dass auch solche teilweisen Kopien nicht zulässig sind ( LG Hamburg, Urteil vom 23.03.2010 - 308 O 175/08; 310 O 155/08 - Bushido unterliegt Dark Sanctuary)


Hier finden Sie die entsprechenden rechtlichen Grundlagen:
§ 2 UrhG (Geschützte Werke)
§ 97 UrhG (Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz)


Ich hoffe, dass ich Ihnen einen ersten und auch hilfreichen Überblick geben konnte. Bei konkreten weiteren Fragen oder bei Unklarheiten können Sie gern die kostenlose Nachfragefunktion dieser Seite nutzen. Sollte darüber hinaus Beratungsbedarf bestehen, stehe ich Ihnen sebstverständlich ebenfalls zur Verfügung.
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