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Fotografieren von Marktständen (z.B. aktuell Weihnachtsmarkt)


29.11.2008 22:52 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte zwei Fragen stellen und bitte um Beantwortung durch einen im Urheberrecht spezialisierten Anwalt.

1) Ich möchte anfragen, ob und wie ich Marktstände (wie z.B. Wochenmarkt bzw. aktuell insbesondere: Weihnachtsmarkt) abfotografieren darf oder ob ich hierbei urheberrechtliche, zivilrechtliche, strafrechtliche, ... Konflikte zu befürchten habe, die sich ggf. noch verstärken würden, wenn ich anstatt einer kleinen "Handtaschen-Kamera" ein höherwertigeres/größeres Gerät verwende?

Anmerkungen:
Es handelt sich um eintrittsfreie und nicht umzäunte Märkte unter freiem Himmel. Selbstverständlich versuche ich, die Privatsphäre der hinter dem Marktstand stehenden Personen insofern zu schützen, als dass der Bildschwerpunkt möglichst auf den Marktstand an sich beschränkt ist.
D.h. ich mache also möglichst Fotos, auf denen als Schwerpunkt der jeweilige Marktstand sichtbar ist und Verkäufer bzw. andere Marktbesucher - beides lässt sich logischerweise meist nicht verhindern - nur klein sichtbar sind sowie Fotos mit gezielten Ausschnitten aus dem Marktstand ohne Personenbezug (Anordnung, Dekoration, Waren, Obst, Gemüse, Blumen bzw. aktuell die Weihnachtsartikel...)?

2) Für den Fall, dass ich die Marktstände fotografieren darf: Muss ich dann auf eine etwaige Aufforderung des Standbetreibers bzw. Verkäufers, das Fotografieren an diesem Stand einzustellen und/oder die Bilder löschen, überhaupt reagieren und ggf. das Fotografieren sogar auf dem ganzen Markt einstellen oder kann ich unbesorgt weiter fotografieren, ohne vorher jeden Marktstand/Verkäufer um Erlaubnis zu fragen?


Hinweis:
Die Fotos werden privat angefertigt und auch nur privat genutzt bzw. im Familien-/Freundeskreis gezeigt (ggf. wird z.B. aus den verschiedenen Motiven eines jeden Jahres ein Kalender als Geschenk für Verwandte/Freunde).

Danke!
30.11.2008 | 00:15

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben und gemäß der Höhe Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

Es ist juristisch bedenklos möglich, Marktstände zu fotografieren, die in der Öffentlichkeit stehen. Hierbei ist es gleich, ob Sie dies mit einer kleinen Taschenkamera oder einem Gigh-End-Gerät machen.

Beachten Sie aber, daß Sie zwingend zwischen Marktständen und Kunden bzw. Verkäufern unterscheiden müssen. Das Persönlichkeitsrecht untersagt es, Menschen ohne deren Einverständnis zu fotografieren, auch wenn diese nur "Nebenmotiv" sind. Es ist daher stets anzuraten, kurz das Einverständnis der zu fotografierenden Personen einzuholen.

Wenn eine fotografierte Person die Löschung des jeweiligen Fotos verlangt, müssen Sie dem Folge leisten. Dies gilt aber nur für Fotos, auf denen die Person zu erkennen ist, und auch nur für die jeweilige Person.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.


Nachfrage vom Fragesteller 30.11.2008 | 00:50

Sehr geehrter Herr Weber,

für Ihre schnelle Antwort vielen Dank!

Sie teilen mit, dass in der Öffentlichkeit stehende Marktstände bedenkenlos fotografiert werden dürfen, jedoch nicht Menschen ohne deren Einverständnis, auch wenn diese nur Nebenmotiv sind.

Zum Verständnis möchte ich hierzu zwei Nachfragen stellen:

- Kommt es hierbei nur auf das Gesicht der jeweiligen Person und das konkrete/deutliche erkennen an? Bzw. anders ausgedrückt: Angenommen ich würde den Bildausschnitt bereits beim Fotografieren so wählen, dass der Kopf des Verkäufers abgeschnitten ist und somit - wenn überhaupt - nur der Rest des Körpers sichtbar wäre (bei den Marktständen sowieso dann nur ein kleiner Teil, da Beine etc. meist nicht zu sehen sind, da die Person hinter der Ware bzw. im Stand steht) bzw. ich würde ein Bild vom Weihnachtsmarkt machen, auf dem ein Dutzend Weihnachtsmarktstände (hier wären dann sehr klein die Köpfe der Verkäufer sichtbar, aber wohl kaum erkennbar) und schätzungsweise eine deutlich zweistellige Zahl von normalen Besuchern zu sehen (aber wohl kaum zu erkennen) wäre - wäre dies noch vertretbar?

- Wenn ich nun einen Stand entdeckt habe, der mich so fasziniert, dass ich z.B. von dem Stand bzw. dessen Waren, Dekoration usw. (keine Personen) mehrere Fotos machen möchte: Kann ich dann trotz des Rechts, den Stand fotografieren zu dürfen, irgendwann vom Verkäufer wirksam aufgefordert werden, das Fotografieren einzustellen? Hierbei versteht es sich natürlich von selbst, dass ich den Marktstand nicht über Gebühr zu behindern beabsichtige und je Stand auch nicht mehrere Dutzend Fotos machen werde (so würde ich z.B. zu Zeiten mit geringem Besucheraufkommen oder mittels Zoom aus etwas Entfernung fotografieren, damit den jeweiligen Marktstand nicht "in Beschlag nehme" bzw. andere Kunden nicht vom Kauf abhalten/behindere oder ich suche den Stand an mehreren Tagen auf usw.).

Wie ich sehe, ist diese Nachfrage nun vom Zeilenumfang doch etwas länger ausgefallen, kurz zusammengefasst wäre für mich wichtig zu wissen, ab wann eine Person erkennbar ist und in welchem Umfang (Bilderanzahl) ich vom Recht, fotografieren zu dürfen, Gebrauch machen darf.

Abschließend möchte ich ganz allgemein noch anfragen, ob etwas dagegen spricht, diese Seite mit meiner Frage/Ihrer Antwort sicherheitshalber auszudrucken, mitzuführen und ggf. vorzuzeigen - nur für den Extremfall, dass ich z.B. schöne Motive gefunden habe, mich der Verkäufer aber am Fotografieren hindern will oder die Polizei rufen will (oder schon gerufen hat) oder ...

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie diese Nachfragen beantworten würden und wünsche Ihnen einen schönen ersten Advent!

Danke!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.11.2008 | 00:59

Sehr geehrter Ratsuchender,

eine Person ist erkennbar, wenn sie hinreichend genau individualisierbar ist. D.h. Gesicht und wesentliche Teile des Körpers reichen üblicherweise aus, um eine Person erkennbar zu machen.

Es gibt keine leider genaue zulässige Höchstzahl an Fotos. Wenn der Verkäufer oder Standinhaber ungemütlich wird, sollten Sie einfach einen anderen Stand fotografieren.

Selbstverständlich können Sie die Antwort ausdrucken und mitführen. Allerdings ist dies "nur" eine Antwort eines Rechtsanwaltes und keine behördliche oder gerichtliche Erlaubnis.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
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