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Fotodiebstahl / Verstoss gegen Urheberrecht


| 24.11.2014 12:23 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla



Ich sehe in einem Buch 3 Fotos, die der Verfasser aus dem Internet geklaut hat.
Die Fotos aus dem Internet haben dem Verfasse so gefallen, dass er die Bilddateien kopiert und unverändert in seinem Buch veröffentlicht hat. Und als "eigene Photographie" in der Bildunterschrift gekennzeichnet hat.

Zwar bin ich nicht der Inhaber der Nutzungsrechte, möchte aber, dass das Buch vom Markt genommen wird.

Wie gehe ich gegen Verlag und Verfasser vor?
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Nach Ihrer Schilderung liegt hier offensichtlich eine Urheberrechtsverletzung vor (eine Urheberrechtsverletzung würde voraussetzen, dass der Urheber bzw. Nutzungsberechtigte nicht vorher um Erlaubnis gefragt worden ist, was die konkrete Verwendung angeht. Hiervon gehe ich nach Ihrer Schilderung zunächst aus).

In diesem Fall hätte derjenige, der in seinen Rechten verletzt ist, grundsätzlich Unterlassungsansprüche und Schadensersatzansprüche gem. §§ 97,97a UrhG.

Diese Ansprüche kann aber grundsätzlich nur der Berechtigte geltend machen. Dieses ist grundsätzlich der Urheber oder derjenige, der vom Urheber das ausschließliche Nutzungsrecht übertragen bekommen hat. Auch bei Übertragung des einfachen Nutzungsrechts können bei besonderem Interesse und Ermächtigung des Urhebers Ansprüche geltend gemacht werden.

Es können also grundsätzlich nur drei Personen Ansprüche geltend machen:

1. der Urheber
2. der ausschließlich Nutzungsberechtigte
3. der einfache Nutzungsberechtigte (hier allerdings nur bei vorliegendem berechtigten Interesse und Zustimmung des Urhebers).

Wenn ich Sie richtig verstehe, sind Sie weder Urheber, noch Nutzungsberechtigter. Somit können sie leider keine urheberrechtlichen Ansprüche geltend machen.

Allenfalls wäre hier noch an wettbewerbsrechtliche Ansprüche wegen Verletzung fremder Urheberrechte zu denken. Für einen solchen Anspruch müssten Sie aber Mitbewerber des Verlages sein. Ob dieses der Fall ist, kann ich nach Ihrer Schilderung nicht erkennen.

Sollten Sie nicht Mitbewerber des Verlages sein, sehe ich leider aus den oben genannten Gründen keine Ansprüche.

Ich hoffe Ihre Anfrage damit beantwortet zu haben.

Ansonsten wünsche ich Ihnen noch einen angenehmen Montagnachmittag und einen guten Wochenstart!

Mit freundlichen Grüßen von der Nordseeküste

Dr. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 24.11.2014 | 13:58

Sehr geehrter Rechtsanwalt Newerla,
Vielen Dank für Ihre Einlassung auf meine Frage.

Natürlich habe ich keine Ansprüche, das weiss ich, das wusste ich. Und kann und will deshalb Ansprüche naturgemäss auch nicht geltend machen.

Noch einmal: Der Verfasser hat in (mindestens) 3 Fällen nachweislich gegen das Urheberrecht verstossen. Weitere Recherche in dem Buch erbringt mit Sicherheit weitere Rechtsschutzverletzungen.

Und nochmals: Das erscheint mir in diesem Zusammenhang enorm wichtig: Der Verfasser hat die Fotos unmissverständlich als Eigenwerk ausgegeben. "Eigene Photographie", Layout: [Eigene Photographie].

Meine Frage ist, bevor ich mir die Arbeit mache, weiter im Buch nachzuforschen: Kann ich? bzw. wie kann ich dafür sorgen, dass das Buch vom Markt genommen wird?

Muss ich die Urheber/Nutzungsberechtigten anschreiben? Oder soll ich mich an den Verlag oder Vertrieb wenden?
Wie soll ich vorgehen, damit das Buch vom Markt genommen wird, das meinte ich mit meiner Frage?

Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung dieser "Nachfrage". Und auch Ihnen noch einen angenehmen Montagnachmittag.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.11.2014 | 14:05

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.
Selbstverständlich möchte ich versuchen, Ihnen etwas weiter zu helfen.

Sie könnten den Verlag ansprechen, das wäre eine Möglichkeit. Dann müßten Sie sich aber sehr sicher sein, dass es eien Urheberrechtsverletzung ist und dieses notfalls beweisen können, damit Sie nicht Gefahr laufen, wegen übler Nachrede oder ähnlichem in Anspruch genommen zu werden.

Dieses wäre aber sicher eine Möglichkeit.

Zusätzlich könnten Sie den Urheber ausfindig machen, und diesem den Vorgang schildern. Dann könnte der Urheber entscheiden, ob er dagegen vorgehen möchte oder nicht.

Theoretisch wäre auch an eine Strafanzeige zu denken. Gem. § 106 UrhG ist eine vorsätzliche Urheberrechtsverletzung strafbar.

Gem. § 109 UrhG müsste hierfür ein Antrag gestellt werden. Um hierzu berechtigt zu sein, müssten Sie aber unmittelbar geschädigter sein. Dies scheidet hier wohl aus.

Daher sollten Sie unter den oben genannten Voraussetzungen den Weg über den Urheber oder den Verlag suchen.

Ich wünsche Ihnen hierbei viel Erfolg und alles Gute!

Mit freundlichem Gruß von der Nordsee

Dr. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 24.11.2014 | 14:13


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"Vielen Dank für die Beantwortung der Nachfrage."