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Formwechsel UG in AG


16.12.2014 16:27 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Johannes Kromer



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten einen Formwechsel nach §226 UmwG von einer UG direkt in eine AG vornehmen. Die Gesellschaft ist 7 Jahre alt.

Die Gesellschafter sind sich einige, dass von der Aufstellung eines Umwandlungsberichts nach §192 Abs. 2 UmwG abgesehen werden soll.

Das aktuelle Stammkapital beträgt 3.000 Euro, hinzu kommen 2.000 Euro Rücklagen nach §5a Abs. 3 GmbHG (UG-Rücklage), 25.000 Euro Kapitalrücklagen durch Ausgabe über Nennbetrag (ungeprüfte Sach- und Bareinlagen), 15.000 Euro Gewinnrücklagen aus Vorjahren und ferner sollen 5.000 Euro durch die Ausgabe neuer Anteile eingebracht werden. Insgesamt somit die benötigten 50.000 Euro.

Unser Jahresumsatz beträgt unter 200.000 Euro, die Bilanzsumme unter 100.000 Euro und die Mitarbeiterzahl unter 10 Mitarbeitern. Für eine Kapitalerhöhung nach §57c GmbHG müsste aufgrund der Größe eine Kapitalerhöhung (ohne Umwandlung) auch ohne Prüfung der Bilanz durch vereidigten Buchprüfer möglich sein?

In wie weit ist die Bilanz bzw. die Gründung durch einen externen Prüfer (außer Notar) zur Umwandung der UG in eine AG nötig?

Wie wir das sehen ist nach §245 UmwG der §220 UmwG anzuwenden und damit §33 Abs. 2 anzuwenden. Da bei uns § 33 Abs 2 Satz 1 zutrifft, müsste die Gründung geprüft werden (Notar möglich).

Frage 1: Muss die Vorjahresbilanz geprüft sein?
Frage 2: Muss die Gründung extern geprüft werden?
Frage 3: Reicht für die Prüfung der Notar?



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie müssen bereits bei der Kapitalerhöhung der UG eine geprüfte Bilanz vorweisen können: Nach § 57c Abs. 3 GmbHG ist dem Kapitalerhöhungsbeschluss eine Bilanz zugrunde zu legen. Nach § 57e Abs. 1 GmbHG kann die letzte geprüfte Jahresbilanz zugrunde gelegt werden, wenn deren Stichtag höchstens acht Monate vor der Anmeldung des Beschlusses zum Handelsregisters liegt. In § 57e Abs. 2 GmbHG findet sich sodann eine größenabhängige Erleichterung, allerdings nur dahingehend, dass eine Prüfung durch einen vereidigten Buchprüfer zulässig ist. Damit normiert § 57e GmbHG faktisch für kleine Kapitalgesellschaften eine Prüfungspflicht (vgl. Roth in Roth/Altmeppen GmbHG 7. Auflage 2012 § 57e GmbHG Rn. 4)

Der Formwechsel wird faktisch wie eine Sachgründung behandelt. Nach § 33 Abs.2 Nr. 4 AktG hat damit eine Gründungsprüfung stattzufinden. Diese Aufgabe kann der Notar im Falle der Sachgründung nicht übernehmen (siehe ausdrücklicher Wortlaut des § 33 Abs 3. Satz 1 AktG).

Möglicherweise könnte jedoch ein Vorgehen nach 33a Abs. 1 Nr. 2 AktG sinnvoll sein. Hiernach kann auf eine externe Gründungsprüfung wegen Sacheinlage abgesehen werden, wenn ein Bewertungsgutachten erstellt wird. Dies ist jedoch nur eine Option, um die externe Gründungsprüfung diesbezüglich zu vermeiden. Ob dies im Ergebnis kostengünstiger ist, wäre im Einzelfall zu prüfen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 16.12.2014 | 20:57

Guten Abend,

vielen Dank für die Information bezüglich der Kapitalerhöhung.

Da die Bilanz von einem vereidigten Buchprüfer testiert werden muss, stellt sich die Frage ob bei einem Formwechsel die geprüfte Bilanz auch gleichzeitig dem nach §33a Abs. 1 Nr. 2 AktG geforderten Gutachten entspricht oder ob dies über die Bilanzprüfung hinaus geht.

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.12.2014 | 21:27

Das Gutachten des 33a AktG geht über die reine Bilanzprüfung hinaus, da durch dieses Gutachten ein Verkehrswert der Gesellschaft ermittelt wird. Allerdings könnte es ggf. möglich sein, dass beide Aufträge miteinander kombiniert werden und dadurch ggf Synergieeffekt entstehen. Diese Frage kann jedoch nur der konkrete Prüfer beantworten.

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