Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
141.996 Fragen, 59.645 Anwaltsbewertungen
450.713
Registrierte
Nutzer
businessandmore.de Anwalt? Hier lang  | 11 Anwälte online

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Frag-einen-Anwalt Prime

Schließen

ist ein neuer Service von 123recht.net und Frag-einen-Anwalt.de, damit Sie noch einfacher zu Ihrem Recht kommen. Wir garantieren Ihnen:

  • Schnelles Feedback

    Wir melden uns noch heute bei Ihnen.

  • Kostenlose erste Einschätzung

    Sie erhalten eine kostenlose erste Einschätzung Ihres Problems.

  • Erfahrene Kanzlei

    Wir kennen Theorie und Praxis. In unserer Kanzlei arbeiten Anwälte mit über fünfjähriger Berufserfahrung im Strafrecht.

  • Transparenz

    Vor einer Beauftragung nennen wir Ihnen immer sämtliche Folgekosten. Wir teilen mit, was wir machen werden und bis wann.

  • Bundesweite Mandatsbearbeitung

    Wir helfen Ihnen zu Ihrem Recht, egal wo Sie sitzen, ohne Mehrkosten.

  • Verlässlicher Service

    Sollten Sie uns beauftragen: Wir halten jeden weiteren Termin, den wir Ihnen zusagen.

Schließen

Flughafenbetreiber Schadenersatzpflichtig?


20.11.2004 19:31 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Guten Tag,
ich habe einige Fragen zu Schadenersatzansprüchen.

Folgender Sachverhalt:
Ich hatte am 03.10.2004 einen Hin & Rückflug /Hin:19.11.2004 Rück: 21.11.2004) mit Ryanair für 2 Personen gebucht. Flug wurde bestätigt. Alles klar.
Dann wurde noch ein Hotel in London für diesen Zeitraum - 2 Nächte gebucht.

Abflughafen war Erfurt. Wir selbst wohnen aber im Raum Tübingen/Stuttgart.
Wir sind mit dem Auto nach Erfurt gefahren.
Dort am Flughafen, an der Anzeigetafel bei Abflug steht auch der entsprechende Flug.

Abflug 18.10 Uhr.

Wir befanden uns in dem Terminal an dem Außen auch dran steht „Abflug – Ankunft.“

In diesem Terminal gab es auch einen Checkin Schalter, an dem unser Flug mit Flugnummer und Abflugzeit angezeigt wurde.

Es war nun schon mittlerweile 17:30 Uhr –es erfolgte an dem Schalter einfach kein Checkin was mich sehr stutzig machte.
Es erfolgten in diesem Terminal auch keine Durchsagen, z.B. Flug xy steht zum Einstieg bereit etc...

Dann erkundigte ich mich wann denn nun der Checkin für unseren Flug endlich beginnen würde.
Da sagt man uns, das der Checkin nicht in diesem Terminal B, sondern im Terminal A erfolge und wir auch keine Chance mehr hätten, einzuchecken.

Auf die Frage wo den Terminal A wäre – sagte man uns – nach draußen und dann 20 Meter nach links.
Dieser sah aus wie ein Kiosk Eingang!

Wir sind dann zum Terminal A gerannt, zum Checkin und man hat uns dann nicht mehr eingecheckt.
Es war dann mittlerweile 17:45 Uhr. Abflug in 25 Minuten.
Auch auf Drängen und Bitten des dortigen Personals – es ging nicht mehr! Super.

Ich muss erwähnen, das mir so was noch nie passiert ist, ob wohl ich schon viele Flughäfen kenne (Frankfurt/Bremen/Hamburg/Leipzig/Nürnberg/München/Stuttgart etc.) .

Mit dem dortigen Personal bin ich dann wieder in Terminal B gegangen, um zu zeigen das es dort am Checkinschalter 7 angezeigt wird.
Auf die Frage :Was nun?, bekamen wir nur ein Ja- das muss wohl ein Fehler sein- zu hören.

Dieser Umstand wurde mit einem Camcorder dokumentiert. Es ist eindeutig zu sehen, das an dem Schalter dieser Flug angezeigt wurde – aber an dem kein Checkin erfolgte.

Besteht hier jetzt die Möglichkeit, den Flughafenbetreiber auf Schadenersatz zu verklagen?
Er hat für die korrekt Anzeigen zu sorgen-dies wurde nicht erfüllt.

Es sind schon erhebliche Kosten entstanden wie z.B. Flugkosten/Hotelkosten/Anfahrtskosten 470 km, zusätzliche Übernachtungs- und Verpflegungskosten, und wir haben beide sogar am Freitag einen Tag Urlaub genommen.
Das ganze Wochenende ist natürlich auch futsch.
Welche Chancen bestehen auf eine erfolgreiche Klage und in welcher Höhe könnte man den Schadenersatz geltend machen?

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Sehr geehrter Anfragender,

zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass Sie Ansprüche nur gegen die Fluggesellschaft haben könnten, nicht jedoch gegen den Flughafen selbst. Da der Flughafen bei der Vorbereitung der Abfertigung jedoch Erfüllungsgehilfe der Fluggesellschaft ist, wird ihr das Fehlverhalten des Flughafens zugerechnet.

Verpaßt ein Reisender seinen Flug, weil er aufgrund einer falschen Information über den richtigen Abfertigungsschalter zunächst lange auf die Abfertigung an diesem Schalter wartet und bei Bemerken des Irrtums die Abfertigung abgeschlossen ist, so hat er Anspruch auf Schadensersatz. Er muß sich aber eine Kürzung seines Schadensersatzanspruches gefallen lassen, wenn er der Auskunft blind vertraut und sich trotz gegebenen Anlasses nicht noch einmal am Flughafen vergewissert (Anzeigetafeln, Auskunftsstelle), ob die Angaben (noch) zutreffen. Das hat das AG Nürnberg (RRa 1995, 189) entschieden.

Das AG Düsseldorf (RRa 1996, 43) hat den Hinweis der Fluggesellschaft, der Reisende sei erst 30 Minuten vor Abflug und somit zu einem Zeitpunkt, in dem "alle Vorbereitungen für den Abflug getroffen" gewesen seien, zum Check-in erschienen, nicht genügen lassen. Die Beklagte hätte nach Ansicht des Gerichts vortragen müssen, warum innerhalb von 30 Minuten bis zum planmäßigen Abflug nicht die Möglichkeit bestanden habe, noch Passagiere an Bord zu nehmen und ihr Gepäck in den Laderaum zu laden.

Auf der anderen Seite hat das Amtsgericht Bad Homburg (2 C 1001/01) entschieden, dass u.U. ein Reisender, der auf der Suche nach dem Abfertigungsschalter sein Flugzeug verpasst, keinen Anspruch auf Schadenersatz hat. In dem dort entschiedenen Fall hatten die Reisenden "ihren" Flug auf der Anzeigetafel nicht erkannt, weil am Check-in nur Airline-Kürzel und Flugnummer standen.

Es kommt in Ihrem Fall daher ganz speziell darauf an, was in der Eingangshalle an der Anzeigetafel angezeigt wurde. Falls Sie dort falsch über den Terminal informiert wurden, diesen dann aufgesucht haben und dort aufgrund der fehlerhaften Anzeige zu lange auf Ihren Flug gewartet haben, hätten Sie wohl einen Anspruch auf Schadensersatz. Sie müssten daher nachweisen, warum Sie den falschen Terminal aufgesucht haben. Ggf. stand in Ihren Reiseunterlagen eine abweichende Information, die Sie zu einem Nachfragen vor Ort hätte veranlassen müssen. Dies müsste zunächst noch einmal überprüft werden, bevor die Erfolgsaussichten einer Klage abschließend beurteilt werden können.

Als Schadensersatz könnten Sie sämtliche monetären Aufwendungen, d.h. Flugpreis, nutzlos verwendete Hotelkosten und Benzin (ggf. pauschal nach Kilometern, ca. € 0,10 pro km) verlangen. Einen Ersatz für das vertane Wochenende könnten Sie wohl nicht verlangen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
- Rechtsanwalt -


Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 53827 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Wir waren mit dem Anwalt sehr zufrieden, die Auskunft hat uns sehr geholfen. ...
5,0/5,0
Ausführlich und verständlich. ...
5,0/5,0
Meine Frage wurde vollumfänglich, verständlich und schnell beantwortet. Bin sehr zufrieden. Danke! Mit freundlichen Grüßen ...