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Finanzberater stellt Rechnung nach Abbruch der Beratung - Fehlberatung


| 16.10.2015 21:25 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Désirée Fritsch


Zusammenfassung: Ein Finanzmakler kann keine Aufwandsentschädigung für den Abbruch von Vertragsverhandlungen verlangen, wenn diese auf seiner inhaltlichen Fehlberatung beruht.


Guten Tag,

wir haben uns im Zusammenhang des geplanten erwerbes einer Eigentumswohnung als Kapitalanlage mit einem unabhängigen Finanzberater eingelassen.

Bei der Beratung wurden uns Zahlen genannt welche wir nicht schriftlich als Nachweis sondern mündlich und diese auf einen Schmierzettel notiert haben. Die Finanzierung sollte in mehrere Bausteine geteilt werden und nach einer Laufzeit von ca. 30 Jahren voll getilgt worden sein.
Die Rate welche uns genannt wurde war anfangs bei 871 €. Nach besagten zehn Jahren sollte ein Teil der Rate wegfallen und auf etwas über 500 € für die restliche Zeit bestand haben. An diesem Abend haben wir bereits nach einem vollen übersichtlichen Tilgungsplan für alle Bausteine gefragt, woraufhin geantwortet wurde, dass man diese erst bei Annahme des Vertragsabschlusses zu sehen bekommt.

Leider haben wir unter diesen, wie wir später feststellen mussten, falschen Vorgaben/Aussagen den ersten Antrag für den ersten Baustein unterschrieben. Dies war der 12.10.2015.
Am gleichen Abend haben wir alles nochmals durchgerechnet und dem Berater per WhatsApp geschrieben, dass dies alles nicht hinkommt und am Ende eine Beachtliche Summe offen bleibt. Daraufhin hat er uns am Folgetag den 13.10.15 per Mail zwei Modelle zukommen lassen,in denen nichts von der anfangs besagten gleichbleibenden Rate zu erkennen war. Seine Aussage in der Mail gibt er zu Fehler gemacht zu haben: Zitat:
"manchmal sieht man den Wald vor Bäumen nicht mehr und muss das System mit den richtigen Zahlen mit dem richtigen Plan füttern."

Wir forderten nochmals die Tilgungspläne inkl. aller Bausteine per Mail an. Dies beantwortet er bejahend. Auf Nachfrage per WhatsApp ob er uns vergessen hat, Versprach er diese Mail Freitag vormittag den 16.10.15 uns zukommen zu lassen.

Am Freitag den 16.10.15 rief er dann mittags an, um von "positiven" Neuigkeiten/Ideen zu berichten, die er aber erst Montag nach Absprache mit dem Makler uns zukommen lassen kann.

Wir bezogen uns auf die uns im vornherin genannten Informationen bzgl. Raten usw. aus der Mail, die er Versprach nach dem Telefonat per Mail zukommen zu lassen, da er ja laut seiner Aussage gerade deswegen in diesem Moment am PC sitzt. Diese Mail kam bis zum Abend nicht bei uns an.

Wir entschieden uns also Freitag Abend die Zusammenarbeit mit diesem Berater aufgrund der Fehlenden und falschen Informationen zu beenden und uns lieber jemand anderes zu suchen.
Da wir Ihn telefonisch nicht erreichen konnten, er aber immerwieder per WhatsApp Online war teilten wir ihm unserere Entscheidung inkl. der Gründe mit. Er teilte uns mit: "FRECHHEIT! Die Rechnung kommt! "

Zum eigentlichen Problem gibt es soviel zu sagen, dass wir vorher einen kleinen Vertrag unterschrieben haben, in dem erwähnt wird, dass er durch die Vermittlung der Finanzierung von der Bank sein Provision erhält. Allerdings gibt es ein Punkt der uns Sorgen macht: Zitat:
"Wenn der Abschluss des Darlehensvertrages aus Gründen scheitert, die der Auftraggeber zu vertreten hat (z.B.: plötzliche Unstimmigkeiten zwischen Auftraggeber und Verkäufer, Verwerfung des gesammten Kauf - oder Bauvorhabens aus persönlichen Gründen nach Auftrags-erteilung, etc.) ersetzt dieser die notwendigen Auslagen des Vermittlers. Die Beratungsgebühr ist mit der erfolgten Beratung fällig und somit unabhängig von der Annahme einer (Bau)Finanzierung."

Zu erwähnen ist allerdings dass wir keine Preisliste gesehen haben, zusätzlich nachweislich falsch beraten wurden daher unser Entschluss die Zusammenarbeit zu beenden die Folge war.

Kann er denn nun Rechnungen stellen welche wir zu bezahlen haben? Müssen wir Ihn schadenersatz leisten? Wie sollten wir in so einem Falle vorgehen?

Vielen Dank für Ihre Mühe
Sehr geehrte Mandanten,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen gerne verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich können Finanzvermittler tatsächlich die Zahlung einer Aufwandsentschädigung verlangen, wenn letztlich keine Vertragsvermittlung zustande kommt. Dies ist aber an Voraussetzungen geknüpft. Ob diese hier vorliegen würden, kann dahinstehen, da der Abbruch der Zusammenarbeit in der Tat durch die Fehlberatung ausgelöst worden ist.
Zwar haben Sie das Vertragsverhältnis beendet. Allerdings liegt hier klar ein Verschulden auf Seiten des Finanzberaters vor, das auch der Grund hierfür war. Er kann damit keinen Aufwendungsersatz Ihnen gegenüber geltend machen, da dieser nicht durch Sie verursacht worden ist.

Sollte er Ihnen gegenüber dennoch eine Rechnung stellen, weisen Sie die Bezahlung beruhigt zurück. Im Falle einer rechtlichen Auseinandersetzung sehe ich keine Erfolgschancen für die Gegenseite.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 16.10.2015 | 23:00


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