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Finanzamt erkennt Vorlaufkosten für Existenzgründung nicht an


| 23.12.2009 02:06 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Holger J. Haberbosch



Ich war jahrelang Büroangestellter, dann einige Monate arbeitslos, nun habe ich mich als freiberuflicher Einzelunternehmer selbstständig gemacht.

Während der vergangenen zwei Jahre hatte ich einen kleinen freiberuflichen Nebenjob.

Meine Existenzgründung war in den Monaten vor der Betriebsaufnahme mit Kosten verbunden. Diese Kosten möchte ich nun bei der ersten Vorsteuerabrechnung anrechnen lassen. Das Finanzamt (Berlin) verweigert mir das mit der Begründung, die Kosten hätten ja theoretisch auch für meinen Nebenjob angefallen sein können. Das könne man nicht differenzieren.

Sachlich ist das falsch. Die Anschaffungen (z.B. auch das kostenpflichtige Gründertraining) haben mit meinem Nebenjob nichts zu tun. Habe ich Erfolg, wenn ich Widerspruch gegen den Finanzamtsbescheid einlege? Einen Steuerberater kann ich mir leider nicht leisten.
Sehr geehrter Fragesteller,

ich möchte Ihre Frage anhand des von Ihnen dargestellten Sachverhaltes und des ausgelobten Einsatzes wie folgt beantworten:

Es ist allgemein anerkannt, dass Gründungskosten, d.h. alle im Zusammenhang mit einer geplanten unselbständigen Tätigkeit entstehenden Kosten, zu den vorweggenommenen Betriebsausgaben gehören und sowohl den Gewinn, einkommensteuerrechtlich, mindern, als auch die in den Anschaffungsrechnungen enthaltene Umsatzsteuer als Vorsteuer erstattet werden. Nach Ihrer Schilderung sieht das Ihr FA genau so, bestreitet jedoch den betrieblichen Zusammenhang dieser Kosten.

Die Beweislast für den betrieblichen Zusammenhang haben Sie. D.h. Sie müssen, für jede Betriebsausgabe einzeln belegen können, dass diese von dem noch zu gründenden Betrieb veranlasst wurde.

Bei den angesprochenen Kosten für das Gründertraining sollte dies immanent sein, die Chancen diese geltend zu machen müssten bei 100% liegen.

Sie sollten daher, jede einzelne Ausgabe, inhaltlich beschreiben und begründen warum diese gerade durch den neuen Betrieb veranlasst ist. Legen Sie Einspruch ein, bitte 1-Monatsfrist beachten, und begründen Sie diesen Einspruch mit der Aufstellung der einzelnen Kosten.

Gerade im Steuerrecht lohnt sich aber oft die Hinzuziehung eines Steuerberaters oder eines Rechtsanwaltes, die Kosten sind meist nicht so hoch wie befürchtet, zumindest sind diese im Einspruchsverfahren geringer, als wenn der Einspruch zurück gewiesen wird und Sie dann einen Rechtsanwalt für die Klage vor dem Finanzgericht einschalten müssen.

Gerne stehe auch ich Ihnen zur Verfügung. Sofern Sie mich per E-Mail unter haberbosch@asz-kanzlei.de kontaktieren, lasse ich Ihnen ein unverbindliches Kostenangebot zu kommen. Bitte geben Sie hierbei auch an wie hoch die nicht angesetzten Kosten sind, ggf. übersenden Sie den Bescheid anbei.

Nachfrage vom Fragesteller 23.12.2009 | 11:51

Sehr geehrter Herr Haberbosch,

vielen Dank für Ihre soweit sehr hilfreiche Antwort. Ein Nachfrage zur den Vorlaufkosten würde ich gern noch stellen:

Ich schreibe in meiner freiberuflichen Tätigkeit Erfahrungsberichte über Radtouren und habe mir deshalb mit der Unternehmensgründung ein neues Fahrrad angeschafft. Das Finanzamt erkennt die Kosten nicht an, weil ich es auch privat nutze könne. Ich würde gern wahrheitsgemäß argumentieren, dass ich für Privatfahrten mein Zweitrad nutze. Besteht Aussicht auf Erfolg?

Mit freundlichen Grüßen

cm

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.12.2009 | 12:12

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage betrifft zwar nicht den Themenkomplex von vorgezogenen Betriebsausgaben sondern eher die grundsätzliche betriebliche Veranlassung eines Wirtschaftsgutes.

Auch hier sind Sie in der Beweispflicht nachzuweisen, dass das Fahrrad ausschließlich betrieblich genutzt wird.

Bei Kraftfahrzeugen kann der Nachweis durch ein Fahrtenbuch geführt werden, dies ist mangels Tacho bei einem Fahrrad schon nicht möglich.

Dennoch sollten Sie argumentativ begründen, dass Sie 2 Fahrräder haben, eines für Privatfahrten und eines für beruflich bedingte Fahrten, letzteres wird ja wahrscheinlich auch eher wie ein Tourenrad mit Zubehör ausgestattet sein, auch hierauf sollten Sie Bezug nehmen.

Die Anschaffungsrechnung als Beweis für das Zweitrad dürfte ebenfalls nicht schaden.

Ich hoffe Ihre Nachfrage ausreichend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen Frohe Festtage.

Mit freundlichen GRüßen

Haberbosch

Bewertung des Fragestellers 23.12.2009 | 12:24


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"Sehr schnelle Antwort und auf die in der Frage enthaltenen Punkte sicher eingegangen, sodass ich die Hilfe bekommen habe, die ich für mein weiteres Vorgehen gegenüber dem Finanzamt benötigt habe. Volltreffer."