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Feuchte Wände in einer Eigentungswohnung


07.12.2016 13:42 |
Preis: 30,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe vor 8 Jahren eine Eigentumswohnung gekauft. Vor ca 4 Jahren habe festgestellt, dass an den Balkonwänden ( 2 Stück) Feuchtigkeit von unten nach oben steigt. Mein Heiz-,Lüftungsverhalten ist tadellos, die Räume verfügen über nötigen Messgeräte, deren Werte ständig überprüfen werden.
Der Hausverwalter behauptet, dass mangelhafte Lüftung u. Beheizung der Räume meine Probleme Verursachen.
Mitlerweile habe ich sehr starke Probleme mit Asthma und möchte die Wände v.einem Baudoktor behandeln lassen. Meine Frage ist : muss ich die Sanierungskosten selbständig tragen oder trägt sie die WEG ?
07.12.2016 | 15:46

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Balkonwände gehören grundsätzlich zum Gemeinschaftseigentum.
Aus diesem Grunde müsste die WEG die Kosten einer Sanierung eines Balkons auch tragen. Doch Vorsicht, wenn Sie den Balkon alleine nutzen und dieser ist im Laufe der Zeit undicht geworden ist, könnte die Sanierungslast auch treffen. Da ich aus der Sachverhaltsschilderung nicht entnehmen kann, wo sich ihre Wohnung im Verhältnis zu den Balkonwänden befindet und ob der Balkon zu ihrer Wohnung gehört, muss das offen bleiben.

Sie sollten das Problem auf jeden Fall als Top auf die Tagesordnung der nächsten Eigentümerversammlung bringen und dem Verwalter das sofort auch schriftlich mitteilen, das er das dann aufnimmt. Dann muss in der Versammlung darüber diskutiert werden und im optimalen Fall auch ein entsprechender Sanierungsbeschluss gefasst werden.
Jedenfalls muss zu einer Übernahme der Sanierungskosten und der Sanierungsauftrag ein entsprechender Antrag in der Versammlung gestellt werden und ein entsprechender Sanierungsbeschluss gefasst werden. Sie müssen dort in der Versammlung natürlich auch Anhaltspunkte vortragen, warum die Gemeinschaft eine Balkonwand sanieren soll, von der nur Sie als einzelner Miteigentümer profitieren (sofern nicht die Substanz des Balkons auch betroffen ist). Die Gemeinschaft muss andererseits aber auch dafür sorgen, dass vom Gemeinschaftseigentum keine Gefahr für Leib und Leben eines Miteigentümers ausgeht.
Da der Hausverwalter ja der Meinung ist, dass Sie etwas falsch machen beim Lüften etc.., wird es schwierig ihren Anspruch durchzusetzen in der Versammlung, denn die Masse folgt erfahrungsgemäß der Ansicht des Hausverwalters bei der Abstimmung.
Sie sollten dem Verwalter mitteilen, dass wegen ihrer Asthmaprobleme die Sache eilt und ihn schriftlich dazu auffordern geeignete Sofortmaßnahmen zu ergreifen. Der Verwalter hat eine Eilzuständigkeit. Auch wenn er das wohl nicht machen wird, weil er anderer Meinung ist, ist das wichtig für eventuelle Erstattungsansprüche, falls sich später herausstellt durch Gutachten etwa, dass Sie im Recht sind..

Problematisch ist zudem hier auch, dass Sie selbst ja gar nicht befugt sind am Gemeinschaftseigentum Veränderungen vorzunehmen.

Sie sollten deshalb auch nur Maßnahmen selbst ergreifen, wenn der Verwalter sein Einverständnis gibt, dass Sie bis zur Versammlung tätig werden dürfen.
Lehnt er auch das ab, könnten Sie überlegen als Ersatznotgeschäftsführung wegen Eilbedürftigkeit trotzdem Fakten zu schaffen und zu sanieren zu lassen und in der Versammlung dann die Übernahme der Kosten der Sanierung geltend machen. Lehnt die Versammlung ab, bliebe nur eine Klage.

Das ist alles hier eine 1. Einschätzung. Die Materie ist sehr komplex, sodass hier nur die Möglichkeiten angedeutet werden können.
Sie sollten gegebenfalls überlegen vor Ort einen Kollegen einzuschalten, wenn sie weiterhin auf Unverständnis beim Verwalter stoßen und mit einem Vorgehen gegen die Gemeinschaft sich auch überfordert fühlen sollten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Andreas Orth, LL.M.

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