Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
474.724
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Feststellung Erbmasse bei Falschauskunft durch Erbbesitzer


| 07.12.2014 18:51 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Frank Phileas Lemmer



Mein leiblicher Vater ist bereits im Januar 2010 verstorben. Es existiert kein Testament für die Erbmasse. Ich habe erst im Februar 2014 durch Eigennachforschungen vom Todesfall Kenntnis erhalten. Meine Eltern wurden bereits 1961 geschieden. Mein Vater hat erneut geheiratet und eine Tochter aus 2. Ehe. Die 2. Ehefrau und die Tochter haben sich zum Ableben das Gesamterbe angeeignet. Es war der 2. Ehefrau bekannt, dass Kinder aus der 1. Ehe existieren. Auf meine Nachfrage zur Erbmasse wurde mir mitgeteilt, dass der Kontostand nach Abzug von Beerdigungskosten negativ sei. Es bestand Gütergemeinschaft. Persönliche Gegenstände, Hausrat, Möbel, Bargeld, Wertgegenstände usw. seien nicht vorhanden gewesen. Da mein Vater bis zu seinem Renteneintritt berufstätig war und mit seiner 2. Ehefrau eine eingerichtete Wohnung bewohnte, erscheinen mir die Auskünfte unglaubwürdig.

Wie kann ich ein vollständiges und wahrheitsgemäßes Nachlassverzeichnis erhalten sowie Auskünfte zu Konten der Ehefrau?
Wie würde ein Gericht entscheiden, wenn nachvollziehbar ist, dass meinem Vater die Hälfte des gemeinsamen Eigentums mit seiner Ehefrau gehörte und laut Ehefrau nichts vorhanden ist. Erfolgt ggf. eine Schätzung? Wie reagiert ein Gericht auf die unterlassene Mitteilung des Erbfalls? Muss ich generell vorab einen Erbschein beantragen? Was ist zu beachten? (Verjährung usw.)

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen im Rahmen der von Ihnen gebuchten Erstberatung wie folgt beantworten:

Da Sie als Abkömmling des Erblassers Miterbe geworden sind, können (und sollten) Sie zunächst beim zuständigen Nachlassgericht (das Amtsgericht im Bezirk des letzten Wohnsitzes Ihres Vaters) einen entsprechenden Erbschein beantragen. Dadurch erlangen Sie eine Urkunde, die Ihre Erbberechtigung ausweist.

Mit den beiden anderen Erben bilden Sie eine Erbengemeinschaft. Gegenüber der zweiten Ehefrau und Ihrer Halbschwester als Miterben bestehen gesetzliche Auskunftsrechte, die Sie zunächst außergerichtlich geltend machen müssen. Hierzu empfehle ich, einen Kollegen vor Ort einzuschalten, der für Sie die entsprechenden Schritte einleiten wird.

Ein Gericht ist daher zunächst noch nicht mit dem Fall zu befassen. Eine Klage ist erst dann vonnöten, wenn die außergerichtlich eingeleiteten Maßnahmen nicht fruchten sollten.

Nach dem Ergebnis der Auskünfte (betrifft alle Vermögenspositionen des Erblassers zum Zeitpunkt des Erbfalles, also auch Konten), die auf Wunsch von dem/den Auskunftsverpflichteten an Eides Statt zu versichern sind, so dass sich bei falscher Auskunft auch ein Straftatbestand verwirklichen würde, ist dann eine Erbauseinandersetzung durchzuführen.

Das Gericht nimmt allerdings keinerlei Schätzung vor, sondern entscheidet nach dem rechtlichen Ergebnis der im Prozess vorgebrachten (und bewiesenen) Tatsachen.

Der Erbfall musste Ihnen nicht zur Kenntnis gebracht werden, da es grundsätzlich die Aufgabe jedes Einzelnen selbst ist, sich zu erkundigen. Für ein eventuelles Gerichtsverfahren ist dieser Aspekt daher nicht von Belang.

Verjährungsfristen haben in Ihrem Fall erst mit Kenntniserlangung von dem Erbfall, das war nach Ihrer Schilderung im Februar diesen Jahres, begonnen und sind daher momentan noch unbeachtlich.

Ich schlage Ihnen abschließend vor, dass Sie sich zunächst einen Erbschein ausstellen lassen und sodann möglichst einen Kollegen vor Ort mit Ihrer weiteren Interessenvertretung beauftragen, da es sich um eine komplexe und daher auch fehlerintensive Materie handelt, so dass es nicht ratsam ist, dies selbst anzugehen.


Ich hoffe dennoch, Ihnen einen ersten Überblick zu den aufgetretenen Fragen vermittelt zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Bei Unklarheiten in meiner Beantwortung können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Dies gilt jedoch nicht für neue oder nun neu aufgetretene Fragen.

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 11.12.2014 | 17:54


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 11.12.2014 4,8/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 58786 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Gute, fundierte Auskunft. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Falls ich in dieser Angelegenheit einen Rechtsanwalt benötige, komme ich gerne auf Sie zurück. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Wie immer klare verständliche Antwort ...
FRAGESTELLER