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Fehler Reisebüromitarbeiter


03.12.2014 10:59 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Es geht um ein Flugticket nach Rio de Janeiro für 2 Personen, das bei Abschluss im Juli 2014 voll bezahlt wurde ca. 1600€.
Im Oktober wurden wir im Reisebüro vorstellig, weil absehbar war, dass wir die Reise zu diesem Termin (Mitte Dez.) nicht würden antreten können.
Die Mitarbeiterin im Karstadt-Reisebüro hat unsere Anfrage nach Möglichkeiten einer Reisestornierung (unter Hinweis auf die abgeschlossene Reiserücktrittsversicherung) missverstanden und die Reise storniert. Danach überreichte Sie ein Formular, nach dem eine Krankschreibung/ ärztliches Attest eingereicht werden sollte, um die Versicherung in Anspruch nehmen zu können.
Das wurde von uns abgelehnt, da keine entsprechende Erkrankung vorlag. Sie sagte, die Stornierung sei passiert und sie könne nichts mehr machen. Mehrmalige Vorsprachen im Reisebüro verliefen Ergebnislos. Ob die Mitarbeiterin bei der GF nach einer Lösung für das Problem wirklich angefragt hat, können wir nicht überprüfen.

Wie können wir unser Geld zurückbekommen?
Was empfehlen Sie, in dieser Situation zu tun?

Freundliche Grüße
Elena

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Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte.

Wenn die Mitarbeiterin des Reisebüros die Flüge nach Rio gegen Ihren Willen storniert hat, so kann Ihnen grundsätzlich ein Anspruch auf Schadenersatz wegen Pflichtverletzung zustehen.

Entscheidend sind hier die genaueren Umstände des im Oktober stattgefundenen Termins im Reisebüro. Aus einer reinen Anfrage nach einer möglichen Reisestornierung kann keine rechtsverbindlicher Willenserklärung, die Flüge nicht antreten zu wollen, geschlussfolgert werden. Das Reisebüro müsste daher nachweisen, dass eine Stornierung Ihrerseits erfolgt ist.

Ich empfehle diesbezüglich einen Anwalt aufzusuchen, der vor allem Einblick in die Vertragsunterlagen nehmen kann. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten. Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich bin gerne bereit, Ihre Interessen im Rahmen eines ordentlichen Mandatsverhältnisses zu vertreten. Dank Email, Fax und Telefon stellt auch die Vertretung über größere Entfernung kein Problem dar. Um meine Kontaktdaten einsehen zu können, Klicken Sie bitte auf mein Profilbild.


Mit freundlichen Grüßen

Robert Harzewski, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 03.12.2014 | 13:53

Das Gespräch im Oktober fand zwischen der Reisebüromitarbeiterin sowie den beiden Reisenden (Holländer und Brasilianerin) statt. Beide sprechen deutsch, aber eben nicht perfekt. Einer zu 100% kostenpflichtigen Stornierung hätten sie nicht zugestimmt. Es wurde nichts unterschrieben. Die Reisebüromitarbeiterin hat die Stornierung ausgedruckt, auf der dann der 100% Verlust ausgewiesen wurde. Gleichzeitig übergab sie die Unterlagen zum krankheitsbedingten Reiseausfall, was aber sofort abgelehnt wurde.
Erscheint der Klageweg unter diesen Bedingungen aussichtsreich?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.12.2014 | 18:35

Sehr geehrter Fragesteller,

Grundsätzlich kann auch eine mündlich vereinbarte Stornierung wirksam sein. Dem Reisebüro obliegt dabei die Darlegungs- und Beweislast, dass der zwischen den beiden Reisenden und dem Reisebüro vereinbarte Vermittlungsvertrag wirksam storniert wurde. Das bedeutet, dass grundsätzlich das Reisebüro die für sich günstigen Tatsachen beweisen muss. Wenn das Reisebüro die Stornierung nicht beweisen kann, so verliert es den Prozess.

Die Stornierung stellt als Beweismittel eine Privaturkunde dar. Ohne Unterschrift erfolgt die Beweiswürdigung nach § 286 Abs. 1 ZPO grundsätzlich nach freier Überzeugung des Gerichts. Dabei hat der Richter nach freier Überzeugung zu entscheiden, ob er die behaupteten Tatsachen für wahr oder unwahr hält. Von der Wahrheit einer Sache muss der Richter voll und ganz überzeugt sein. Seine Würdigung muss daher vollständig und rechtlich möglich sein und darf nicht gegen Naturgesetze, Denkgesetze und Erfahrungssätze verstoßen.

Unter Beachtung dieser Grenzen gibt es keine festen Regeln darüber, welchem Vortrag das Gericht glauben wird.

Bleiben hinsichtlich des Vortrags der Stornierung Zweifel, so wirkt dies zum Nachteil der beweisbelasteten Partei, also dem Reisebüro.

Sämtliche Verträge, Unterlagen, Umstände und Geschehnisse können dabei zur Beweiswürdigung herangezogen werden. Ohne zumindest Einblick in diese Dokumente zu nehmen, kann daher keine abschließende Beurteilung Ihrer Erfolgschancen stattfinden. Eine solche wäre zudem unseriös.

Bedauerlicherweise kann ich Ihnen diesbezüglich keine eindeutigere Antwort geben.

Ich bin aber gerne bereit, Ihre Chancen auf Grundlage aller Informationen zu prüfen und Sie gegebenenfalls auch gerichtlich zu vertreten.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Harzewski, Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 05.12.2014 3/5.0
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