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Faterschaft und Sorgerecht in 3 Ländern


| 07.12.2008 22:59 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrte/r Anwalt/in,

ich lebe schon seit 6 Jahren getrennt vom Vater meiner Kinder. Seit 4 Jahren leben wir in Schweden und der Vater der Kinder in Brasilien. Da wir aber alle die deutsche Staatsbürgerschaft haben, gilt das deutsche Recht.

Ich habe dass alleinige Sorgerecht für die Kinder. Nun werde ich bald meinen langjährigen schwedischen Lebensgefährten heiraten. Dieser ist ein wirklicher/psychologischer Vater für die Kinder. Nun ist meine Frage ob und wie ich gemeinsames Sorgerecht (also ich gemeinsam mit meinem Verlobten) für meine Kinder beantragen kann.

Kann die Vaterschaft weiter beim biologischen Vater bleiben, so dass dieser weiterhin unterhaltspflichtig ist? (Der schwedische und der deutsche Unterhalt sind sehr unterschiedlich und meine Kinder würden sehr viel einbüßen beim Wechsel der Unterhaltspflicht auf meinen Verlobten.)

Muß mein Verlobter die Kinder adoptieren um gemeinsames Sorgerecht zu erhalten? Muß bei einer Adoption der Kindersvater zustimmen?

Sie verstehen sicherlich, dass diese Frage sehr wichtig werden kann im Falle mir würde etwas zustoßen. Dann wären die Kinder gezwungen aus ihrer gewohnten schwedischen Umgebung wegzuziehen und in Deutschland (oder gar in Brasilien!) zu leben. Mein Verlobter hätte da nicht die geringste Chance etwas dagegen zu unternehmen. Oder liege ich da falsch? Könnte ich den Verbleib meiner Kinder testamentieren und würde der deutsche Staat meinem Willen folgen und die Kinder dann bei meinem schwedischen Mann plazieren?

Was würde sich ändern falls meine Kinder die schwedische Staatsbürgerschaft annehmen würden?

Ich bin ganz gespannt auf Ihre Antworten!

Freundliche Grüße
Sehr geehrte Ratsuchende,

ich möchte Ihre Fragen auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Nach deutscher Rechtslage gilt:

Mit der Heirat Ihres schwedischen Partners verbleibt die Vaterschaft der Kinder beim bisherigen Kindesvater, so dass dieser auch weiterhin zum Kindesunterhalt verpflichtet ist.

Ihr schwedischer Partner erhält durch die Hochzeit nicht das Sorgerecht für die Kinder. Diese verbleibt wie bisher ausschließlich bei Ihnen, sofern der schwedische Partner nicht der Kindesvater ist, was in Ihrem Fall nicht gegeben ist. Durch Adoption kann das gemeinsame Sorgerecht auf Ihren schwedischen Partner übergehen, wenn Sie zu diesem Zeitpunkt miteinander verheiratet sind. Zur Adoption ist die Zustimmung des Kindesvaters erforderlich.

Sie können auch nach deutscher Rechtslage testamentarisch nach § 1777 Abs. 3 BGB Ihren schwedischen Partner als Vormund für die Kinder nach Ihrem Tode bestimmen.

Es gilt in Ihrem Fall jedoch folgendes zu beachten!!!

Es ist jedoch Art. 21 EGBGB zu beachten.

Danach richtet sich das Rechtsverhältnis zwischen den Kinder und seinen Eltern nach dem Recht des Staates, in dem das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, in Ihrem Fall also Schweden. Entscheidend ist nicht die Staatsangehörigkeit. Anknüpfungspunkt ist der gewöhnliche Aufenthaltsort.

Dieser ist sowohl für das Eltern-Kind-Verhältnis nach Art. 21 EGBGB, als auch für den Unterhalt nach Art. 18 Abs. 1 EGBGB Schweden, da Sie und damit auch die Kinder seit 4 Jahren Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Schweden haben.

Es ist also nicht wie Sie annehmen Deutsches Recht maßgeblich, sondern das schwedische Recht.

Gleiches gilt nach Art. 22 EGBGB auch für eine mögliche Adoption Ihrer Kinder durch Ihren schwedischen Partner.

Im Verhältnis der nordischen Staaten u.a. Schweden gilt ein besonderes IPR (Internationales Privatrecht)-Abkommen.

Grundsätzlich empfehle ich Ihnen daher, sich mit einem schwedischen Kollegen in Verbindung zu setzen, da es in diesem Rahmen und der zeitlichen Begrenzung von 2 Stunden nicht möglich ist, eine abschließende Beurteilung über die schwedische Rechtslage zu erteilen.

Verweist das schwedische Recht auf das deutsche Recht zurück, verbleibt es bei den zuerst genannten Ausführungen.

Bedauerlicherweise lässt sich derzeit keine genauere Auskunft geben.

Ich hoffe ich konnte Ihnen dennoch einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.
Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen.


Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 15.12.2008 | 21:12


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