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Familienzusammenführung Visum Schwangerschaft


18.12.2014 11:32 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ernesto Grueneberg, LL.M.



Guten Tag,

seit ca. drei Jahren bin ich mit einer Philippinischen Staatsbürgerin liiert, vor ca. einem Jahr haben wir uns entschlossen zu Heiraten.
Die von den Deutschen Behörden und der Botschaft in Manila geforderten Papiere haben wir beschafft und eingereicht.
Nach einen unendlich langsamen Prozess habe ich endlich das benötigte Ehefähigkeitszeugnis erhalten und wir konnten im November auf den Philippinen Heiraten.
Der Nächste Schritt ist jetzt das Visum zur Familienzusammenführung zu beantragen, dem steht momentan noch im wege das der Registrierungsprozess der Eheschließung beim Philippinischen NSO noch nicht abgeschlossen ist und meine Frau einen neuen Reisepass benötigt da der alte weniger als ein halbes Jahr gültig ist, für die Namensänderung im Reisepass wird ebenfalls die Heiratsurkunde auf gelben Sicherheitspapier benötigt.
Die Heiratsurkunde ist jetzt ca., 4 Wochen beim NSO zur Registrierung.

Mit den Deutschen Behörden( Ausländeramt) habe ich jetzt im Vorfeld wegen der Familienzusammenführung bereits kontakt aufgenommen, dort habe ich die Auskunft erhalten das die Heiratsurkunde ebenfalls einer Urkundenüberprüfung unterzogen werden muss.

Hierzu möchte ich noch anmerken das die Überprüfung der Dokumente zur Erteilung des Ehefähigkeitszeugnis auf den Tag genau 6 Monate gedauert hat also die maximale Dauer, meiner Meinung nach wurden die unterlagen einfach solange liegen gelassen bis die 6 Monate erreicht waren. Der Agent der die Befragung der Angehörigen und Freunde durchgeführt hat war bereits sieben Wochen nach Antrag des Ehefähigkeitszeugnis bei ihr vor Ort.

nach der Auskunft des Ausländeramtes habe ich mich wegen der Überprüfung an die Deutsche Botschaft in Manila gewandt und um Auskunft diesbezüglich gebeten.

Die Antwort die ich erhielt war.

„Sofern die Geburtsurkunde und der Auszug aus dem Heiratsregister bereits auf Veranlassung des Standesamtes auf ihre Echtheit und inhaltliche Richtigkeit geprüft und keine Beanstandungen festgestellt wurden, erscheint die daraufhin erfolgte Eheschließung als der logische Schluss auf die damalige Überprüfung. Wird die Botschaft dann gebeten, die Heiratsurkunde zu überprüfen, verweist sie zunächst auf den bereits erstellten Prüfbericht. In der Regel sieht die Botschaft in solchen Fällen keine Notwendigkeit, eine erneute Globalüberprüfung durchzuführen und geht von der inhaltlichen Richtigkeit der Heiratsurkunde aus. „


Bei meinem Aufenthalt zur Eheschließung hat sich jetzt, wenn auch ungeplant der Umstand ergeben das meine Frau schwanger geworden ist, jetzt in der 8 Woche.


Die Deutschen Behörden betreiben meiner Meinung nach eine Hinhaltetaktik um alles möglichst umständlich zu machen und lange hinauszuzögern, kurzum Schikane.
Darüber hinaus begegnen einen die meisten (nicht alle) überheblich und herablassend, bis jetzt bin ich aber trotzdem immer freundlich geblieben auch wenn mir schon der eine oder andere Kommentar auf der Zunge gelegen hat.


Jetzt zur meiner Frage.

Aufgrund der Schwangerschaft meiner Frau verliere ich jetzt langsam die Geduld ich möchte das mein Kind in Deutschland geboren wird.
Wenn ich aber hochrechne wie lange das alles noch dauern soll,

Registrierung der Heiratsurkunde,
Ausstellung des neuen Reisepass,
beantragen eines Termins auf der Deutschen Botschaft zur Beantragung des Visa zu Familienzusammenführung,
Bearbeitung des Visa was ja bedingt das die Dokumente wieder mit Kurier zwischen Deutschland und den Philippinen transferiert werden müssen. Die maximale Bearbeitungsdauer wird mit 3 Monaten angegeben was nach meiner Erfahrung heißt es dauert 3 Monate.

Wenn ich das alles zusammenrechne ist meine Frau dann unter Umständen in dem Bereich wo Airlines den Transport schwanger ablehnen.

Besteht durch die Schwangerschaft die möglichkeit das Visum zu Beschleunigen, unser Kind ist ja letzten Endes Deutscher Staatsbürger.

Ist es sinnvoll einen Rechtsanwalt zu beauftragen um die Sache zu beschleunigen, ich denke einen Anwalt sind die Behörden gegenüber nicht so arrogant.

Nachschieben möchte ich noch das ich Erwerbstätig bin, Wohnraum ist vorhanden von daher keine Hindernisse für die Erteilung des Visa bestehen.
Einen A1 Sprachkurs hat meine Frau bereits erfolgreich absolviert.

Ein Touristenvisum haben wir bereits zweimal beantragt damit meine damals noch verlobte meine Familie kennenlernt. Beide male wurde das Visum für mich unverständlicherweise abgelehnt.

Ich hoffe mein anliegen verständlich ausgedrückt und keine Fakten vergessen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ja, dadurch wird sicherlich die Bearbeitung schneller erfolgen müssen. Insbesondere kommt in Frage, den Antrag nunmehr auf die Eigenschaft Ihrer Ehefrau als werdende Mutter eines Deutschen zu stützen.

Lassen Sie mich aus der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Aufenthaltsgesetz zitieren:

2Aufgrund der aufenthaltsrechtlichen Vorwirkung
des Schutzgebots des Artikels 6 GG kann
werdenden Eltern von Kindern, die aufgrund
ihrer Abstammung von einem deutschen Elternteil
die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen
werden (§ 4 Absatz 1 StAG), ein mit
Blick auf den voraussichtlichen Geburtszeitpunkt
entsprechend langfristig berechnetes Visum
zur Einreise auf Grundlage des künftigen
Anspruchs nach § 28 Absatz 1 Satz 1 Nummer
3 erteilt werden. Gleiches gilt für werdende
Väter von Kindern, die aufgrund des gewöhnlichen
Aufenthalts der Mutter in Deutschland
nach § 4 Absatz 3 StAG durch Geburt im Inland
die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben
werden.
Die Einreise ist der Schwangeren zu ermöglichen,
sobald die Geburt mit hinreichender
Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. Die Reisefähigkeit
der Schwangeren – insbesondere im
Zusammenhang mit möglichen Gesundheitsrisiken
– und die Reisemöglichkeiten sind dabei
zu berücksichtigen. I. d. R. wird daher die Einreise
zwischen dem vierten und dem Ende des
siebenten Schwangerschaftsmonats ermöglicht
werden"

Die Einschaltung eines Vertreters wäre ja ratsam, die Kosten müssen Sie aber tragen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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