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Familienzusammenführung Mutter zu Sohn


10.12.2014 20:38 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Liubov Zelinskij-Zunik, M.mel.


Zusammenfassung: Nachzug der Eltern und deutschen volljährigen Kindern


Guten Tag,

mein Vater war deutscher (gestorben), meine Mutter ist tunesierin und wohnt in Tunesien, mein Bruder und ich sind deutscher und leben in Deutschland. Wir sind beide verheiratet mit kindern, berufstätig und haben gutes Einkommen. Unsere Mutter ist 70 Jahre alt und lebt alleine in Tunesien. Sie bekommt deutsche witwenrente und ist in Deutschland krankenversichert und das seit über 20 Jahre. Sie ist diabetekerin Typ 2 und leidet an fortgeschrittenes Rheuma an beiden knien mit extrem Deformierung des Knochens. Das linke Knie wurde mit eineer Total-Prothese ersetzt in Deutschland. Das rechte muss noch gemacht werden. Durch ihr hohes Alter und ihre mediziniche Anamnese ist Sie von uns abhängig geworden und muss medizinisch betreut werden.
ich war diese Woche beim Ausländebehörde und gefragt wegen Familienzusammenführung und die Sachbearbeiterin behauptet dass es nicht geht und wird nur duch die deutsche Botschaft in Tunesien bearbeitet weden kann wenn überhaupt. Aber bei der Botschaft waren wir schon und haben uns gesagt dass es eher in Deutschland beantragt werden muss.
Nun die Frage; wie sollen wir vorgehen um ein unbefristetes Aufenthaltserlaubnis für unsere Mutter zu bekommen?

Mit freundlichen Grüßen
S.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Rechtsgrundlage für die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis für Ihre Mutter ist: Aufenthaltgesetz,
§ 36 Nachzug der Eltern und sonstiger Familienangehöriger
(2) Sonstigen Familienangehörigen eines Ausländers kann zum Familiennachzug eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden, wenn es zur Vermeidung einer außergewöhnlichen Härte erforderlich ist. Auf volljährige Familienangehörige sind § 30 Abs. 3 und § 31, auf minderjährige Familienangehörige ist § 34 entsprechend anzuwenden.

Hinsichtlich des Familiennachzugs zu Deutschen findet § 36 entsprechende Anwendung (§ 28 Absatz 4).

Die Hauptvoraussetzung ist das Vorliegen einer außergewöhnlichen Härte
Härtefallbegründend sind solche Umstände, aus denen sich ergibt, dass entweder der
im Bundesgebiet lebende oder der nachzugswillige Familienangehörige auf die familiäre Lebenshilfe angewiesen ist, die sich nur im Bundesgebiet erbringen lässt (z.B. infolge einer
besonderen Betreuungsbedürftigkeit). Umstände, die ein familiäres Angewiesensein
begründen, können sich nur aus individuellen Besonderheiten des Einzelfalls ergeben (z.B.
Krankheit, Behinderung, Pflegebedürftigkeit,psychische Not).
Die Herstellung der familiären Lebensgemeinschaft mit einem im Bundesgebiet lebenden
Angehörigen ist im Allgemeinen nicht zur Vermeidung einer außergewöhnlichen Härte er-
forderlich, wenn im Ausland andere Familienangehörige leben, die zur Betreuung und Er-
ziehung in der Lage sind. Bei der Entscheidung ist insbesondere zu berücksichtigen, ob die Betreuung oder Pflege des nachziehenden Familienangehörigen tatsächlich möglich ist.

Davon ausgehend haben Sie gute Erfolgsaussichten für die die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis für Ihre Mutter.

Zur Vorgehensweise:

Für die Beantragung und Erteilung eines Visums sind die Auslandsvertretungen (Botschaft oder Generalkonsulat) der Bundesrepublik Deutschland in dem jeweiligen Herkunftsstaat des Antragstellers zuständig. In Ausnahmefällen kann jedoch der Ausländer, der sich bereits in Deutschland aufhält bei der Ausländerbehörde am Aufenthaltsort die Aufenthaltserlaubnis beantragen. Der Ausnahmefass bedeutet wiederum die oben beschrieben Härte, d.h. dem Ausländer ist nicht zuzumuten ins Heimatland zurückzukehren und dort das erforderliche Verfahren beim Konsulat zu betreiben.

Nach der Durchführung der geplanten Knie-OP und evtl. Notwendigkeit der Pflege kann ein solcher Fall mit guten Erfolgsaussichten angenommen werden.


Ihre Mutter soll daher zwecks OP einreisen. Dann kann evtl. (falls Pflegebedürftigkeit nach OP vorliegt) eine Aufenthalterlaubnis hier bei der Ausländerbehörde beantragt werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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