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Familiennachzug bei Krankheit


26.09.2017 10:29 |
Preis: 51,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Familiennachzug der Schwester; dringende humanitäre Gründe


Meine Cousine befindet sich aktuell in der Türkei. Sie ist afghanische Staatsbürgerin und würde gern nach Deutschland kommen, da sie eine Nierentransplantation benötigt. Ihre Schwester ist deutsche Staatsbürgerin und würde ihr eine Niere spenden.
Sie ist aktuell nicht in der Türkei registriert und hat noch kein Asyl dort beantragt, überlegt aber sich registrieren zu lassen um dann Familiennachzug zu beantragen, weil es ihr vor Ort geraten wurde. Ich bin mir nicht sicher, ob dies eine hilfreiche Idee ist und welche Optionen es gibt. Sie ist dialysepflichtig und daher aktuell in gesundheitlich schlechtem Zustand.

Meine Frage ist: Gibt es die Möglichkeit eines Familiennachzugs einer afghanischen Staatsbürgerin von der Türkei nach Deutschland zu einer deutschen Familienangehörigen, wenn es sich "nur" um eine Schwester handelt? Und würde eine schwere Krankheit in diesem Fall den Prozess beschleunigen? Oder gibt es ggf. andere legale Optionen für sie?

Ich bedanke mich sehr für eine Antwort!
26.09.2017 | 11:23

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Möglichkeit eröffnet sich über § 36 Abs. 2 AufenthG. Demnach kann sonstigen Familienangehörigen eines Ausländers zum Familiennachzug eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden, wenn es zur Vermeidung einer außergewöhnlichen Härte erforderlich ist. Die Dialysepflichtigkeit sowie die Erfordernis einer Nierentransplantation könnte durchaus eine solche besondere Härte begründen. Dies müssen Sie allerdings anhand der ärztlichen Befunde nachweisen. Eine weitere Voraussetzung ist es, dass Ihre Cousine eine entsprechende Behandlung nicht in ihrem Herkunftsland erhalten kann. Dies kann sie in Afghanistan definitiv nicht.

Der Antrag ist bei der Deutschen Botschaft in der Türkei am Ort der Registrierung zu stellen. Einen Aber gibt es allerdings. Die Ausländerbehörde am Wohnort der Schwester zu der der Zuzug erfolgen soll wird von ihr oder von einem solventen Dritten eine Verpflichtungserklärung verlangen, d.h., falls die Erkrankte Sozialleistungen beziehen sollte, hat der Staat Regressansprüche gegen denjenigen, der die Verpflichtungserklärung abgegeben hat. Des Weiteren müsste ein Krankenversicherungsschutz nachgewiesen werden.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit aus dringenden humanitären Gründen einen Aufenthaltstitel nach § 22 AufenthG zu bekommen. Dieser ist ebenfalls bei der deutschen Vertretung in der Türkei zu beantragen. Für die Erteilung eines solchen Visums sind dringende humanitäre Gründe erforderlich. Ohne die ärztlichen Atteste Ihrer Cousine zu kennen würde ich stark dazu tendieren diesen zu bejahen.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Evgen Stadnik

Nachfrage vom Fragesteller 26.09.2017 | 11:55

Sehr geehrter Herr Stadnik,

herzlichen Dank für die Beantwortung, das ist schon mal sehr hilfreich.

Eine kurze Nachfrage hätte ich, da sie den "Ort der Registrierung" erwähnt haben.
Würde das bedeuten, dass eine Registrierung in der Türkei notwendige Voraussetzung ist, um einen Antrag auf Familienanzug an der deutschen Botschaft in Ankara stellen zu können?
Ich frage, da sie aktuell noch nicht in der Türkei registriert ist und wir überlegt haben, ob dies überhaupt förderlich ist.

Vielen Dank und herzliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.09.2017 | 12:12

Sehr geehrte Fragestellerin,

zunächst sollte von einer Registrierung abgesehen werden. Sie müssen allerdings bedenken, dass die Registrierung in der Türkei als Flüchtling immerhin den Abschiebungsschutz bietet.

Daher empfehle ich zunächst den Antrag ohne die Registrierung zu stellen, sollte aber die Botschaft eine Registrierung verlangen müsste Ihre Cousine sich wohl registrieren um das Verfahren nicht unnötig zu verzögern.

viele Grüße
RA Stadnik

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