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Falschgeld in Umlauf gebracht


| 14.03.2012 10:04 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Hallo,

ich war vor 2 Wochen in Tschechien, da ich sehr nah an der Grenze wohne, um Kleidung einzukaufen. Ich habe vorher noch 150 Euro abgehoben (Kann mit Kontoauszug belegt werden); Als meine Freundin und ich in Tschechien ankamen und Richtung Asiamarkt gingen kam bereits ein sehr freundlicher Mann auf uns zu und sagte dass er kurz unsere Hilfe bräuchte. Er hat ein super Angebot von einem Händler: Ein kompletter Anzug für 200 Euro - leider besitzt er aber nur 4 50€ Scheine.. Er sagte der Händler möchte die Scheine nicht da er dann wieder nur so großes Geld hat und er eher kleine Scheine braucht um wechseln zu können.. Ich habe den Händler nur kurz gesehen und kam nicht auf die Idee weiter nachzufragen. ICh habe mir die Scheine angesehen und fand sie sahen gut aus... Ich gab ihm dann die 150 Euro die ich abgehoben hab und meine Freundin gab ihm die anderen 50 Euro.Wir haben dann ein wenig auf dem Asiamarkt eingekauft und sind nach Hause gefahren. Ich habe dann mehrfach mit den Scheinen bezahlt und das ohne Probleme, z.b. bei McDonalds und Rewe... Das bestärkte meinen Glauben alles sei in Ordnung. Gestern wollte ich ein neues Aquarium kaufen und das mit dem letzten 50€ Schein bezahlen und dann wurde der Schein als Falsch identifiziert... Die Polizei kam und hat den Schein beschlagnahmt und gesagt ich bekomme eine Vorladung, solle mir aber keine Gedanken machen.

Nun meine Fragen:

1. Kann es sein dass die Scheine echt waren und derjenige auch nur einen falschen zufällig bekommen hat?

2. Soll ich bei der Vorladung von dem Vorfall und den anderen Scheinen erzählen oder soll ich sagen ich weiß nicht woher der Schein kommt und abwarten ob die anderen auch zur Polizei gehen?

3. Kann ich eine Strafe bekommen da ich schließlich eventuell schon 3 Scheine in Umlauf gebracht habe?
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Sachverhaltsangaben wie folgt beantworte:

1. Darüber, ob die ersten drei von Ihnen ausgegebenen 50-Euro-Scheine, die Sie in Tschechien auf dem Parkplatz erhielten, 'echt' waren, kann gegenwärtig keine Feststellung getroffen werden. Möglich ist beides: vorstellbar wäre, dass sie bis zu vier gefälschte Scheine erhielten, oder das nur der letzte von Ihnen benutzte Schein (Aquarium) eine Fälschung war.
In diesem Zusammenhang erwähnenswert: Zweifel sind im Strafverfahren stets zu Gunsten des Beschuldigten auszulegen. Sollte also unklar bleiben, ob und wie viele gefälschte Scheine sie im Besitz hatten, so ist später zu Ihren Gunsten davon auszugehen, dass die harmlosere Variante vorgelegen hat.

2. Wenn Sie eine Vorladung von der Polizei bekommen, sollten Sie zunächst prüfen, ob die Polizei Sie derzeit als Beschuldigten oder als Zeuge führt und vorlädt. Wenn Sie als Zeuge vorgeladen worden sind, ermittelt die Polizei zwar in der Angelegenheit, nicht jedoch gegen Sie. Sie sind dann verpflichtet, zum vorgeladenen Termin zu erscheinen und auszusagen, sofern Sie nicht sich selbst oder sonstige nahe Angehörige (Zeugnisverweigerungsrecht) belasten.
Wenn Sie als Beschuldigter vorgeladen worden sind, läuft das Strafverfahren gegen Sie. Sie können bei einer Vorladung zum vorgeladenen Termin erscheinen, sind jedoch nicht dazu verpflichtet zu kommen. Außerdem steht es Ihnen frei, sich zur Sache zu äußern oder nicht. Möglich wäre also eine offene Aussage, oder sich gar nicht zu äußern.

Es bleibt darauf hinzuweisen, dass die Polizei in der Vernehmung die Aussage durch Rückfragen hinterfragen wird. Sie werden also, wenn Sie aussagen, zu erwarten haben, dass die Polizei gemeinsam mit Ihnen sämtliche Zahlvorgänge (Abhebungen, Barzahlungen, Möglichkeiten des Zugriffs auf Ihr Portmonaie durch andere) der letzten Tage detailliert durchgehen wollen wird.

Es kann sehr hilfreich sein, im laufenden Ermittlungsverfahren Einblick in die Akte nehmen. Da nur Rechtsanwälte ordungsgemäß Akteneinsicht beantragen können, müssten Sie hierfür einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens mit Ihrer Interessenwahrnehmung beauftragen.

3. Eine Strafbarkeit Ihrerseits sehe ich aufgrund des geschilderten Sachverhaltes nicht.
Das Inverkehrbringen von Falschgeld wird in § 147 StGB bestraft. Weitere verwandte Straftaten wären bspw. Geldfälschung (§ 146 StGB), Wertzeichenfälschung (§148 StGB), und ggf. Betrug (§ 263). Alle diese Straftaten wären auch anwendbar, wenn die Tathandlung in Tschechien begangen worden wäre.
Dennoch sehe ich keine Strafbarkeit: Alle Geldfälschungsdelike müssten vorsätzlich begangen worden sein. Ich verstehe Sie jedoch so, dass Sie nicht wussten, Falschgeld zu besitzen/zu verbreiten. Selbst wenn wir einmal davon ausgehen, dass auch die ersten drei 50-Euro-Scheine gefälscht waren, so gingen Sie dennoch gutgläubig davon aus, sie wären echt, als Sie damit bezahlten. Dies schließt eine Strafbarkeit aus, da der sogenannte 'subjektive Tatbestand' entfällt. Eine Fahrlässigkeitsstrafbarkeit gibt es für die in Rede stehenden Delikte nicht.


Ich hoffe, Ihnen mit dieser Einschätzung weitergeholfen zu haben.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten. Hinzuweisen sei in diesem Zusammenhang darauf, dass die rechtliche Beurteilung durch das Hinzufügen oder Weglassen von weiteren tatsächlichen Angaben völlig anders ausfallen kann.

Erreichen können Sie mich jederzeit über die Kontaktdaten in meinem Profil. Sie können mich auch in anderen Angelegenheiten beauftragen.


Mit freundlichen Grüßen,

Nachfrage vom Fragesteller 14.03.2012 | 12:28

Hallo Frau Klein,

danke schonmal für die hilfreichen Antworten!
Lediglich eine Frage ist leider offen geblieben... Sollte ich bei der Vorladung erzählen dass ich glaube dass die Scheine aus Tschechien kommen oder sollte ich erst einmal sagen dass ich nicht weiß woher ich den schein habe?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.03.2012 | 12:50

Vielen Dank für Ihre Rückfrage.

Wenn Sie eine Vorladung als Zeuge bekommen haben, müssen Sie umfassend und wahrheitsgemäß aussagen. Es wäre also Teil dieser Pflicht, die mögliche Herkunft des Scheines preiszugeben. Eine Ausnahme von der umfassenden Aussagepflicht würde beispielsweise nur da gelten, wo sie sich oder einen nahen Angehörigen belasten müssten (dann nämlich Verweigerungsrecht).

Wenn Sie eine Vorladung als Beschuldigter bekommen haben, können Sie entscheiden, ob Sie sich zu der Angelegenheit äußern möchten oder nicht. Falls Sie sich nicht äußern möchten, müssten Sie demnach auch keine Aussage machen, und somit auch nichts zur möglichen Herkunft des Scheines sagen. Falls Sie sich aber äußern möchten, beispielsweise durch eine Aussage, müssten Sie bei der Vernehmung mit Rückfragen rechnen, insbesondere wird die Polizei an Geldzahlungen der letzten Zeit interessiert sein, um herauszufinden, welchen Weg das Falschgeld gegangen ist. Derartige Rückfragen rate ich aufgrund des geschilderten Sachverhaltes wahrheitsgemäß zu beantworten, da Falschaussagen des Beschuldigten im Ermittlungsverfahren unter Umständen strafrechtliche Konsequenzen haben können und da sich Unregelmäßigkeiten im Aussageverhalten negativ auf die eigene Glaubwürdigkeit auswirken können. Zudem haben Sie sich durch den Geldwechsel in Tschechien nichts Zuschulden kommen lassen, und insbesondere keinen Straftatbestand erfüllt.

Bewertung des Fragestellers 14.03.2012 | 13:07


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