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Falscher Bankkreditvertrag


| 04.12.2011 19:41 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Beantwortet von

Rechtsanwalt LL.M.; M.A. Fachanwalt für Sozialrecht Michael Grübnau-Rieken


| in unter 2 Stunden

Sachverhalt: Im April 2008 habe ich ein Kredit bei einem Bank in Essen abgeschlossen. Ich habe vorher mit meinem Steuerberater X meine Kreditwünsche,Rente 2015 und Konditionen abgesprochen. Das Kredit sollte nach Fälligkeit meiner laufenden Lebensversicherung getilgt werden. Der Steuerberater X habe dann mit dem Sachbearbeiter Y telefoniert, ihm unseren Konditionen dargelegt. Der Sachbearbeiter Y gab daraufhin seine Zustimmung. Diesbezüglich haben wir ihn bei der Bank treffen muss. Bei dem Treffen habe ich noch einmal erwähnt, dass ich der Kredit mit meiner laufende Lebensversicherung getilgt haben will. Die Lebensversicherungpolice wurde ihm ausgehändigt. Ich wurde nach zwei Tage zum Unterschreiben des fertigen Vertrages eingeladen. An dem Tag habe er mir den Vertrag vorgelegt und habe mich gebeten diese an verschiedene Stellen zu unterschreiben ohne vorherige Beratung. Daraufhin habe ich ihm erneut erinnert, dass nach Fälligkeit der Lebensversicherung, dieser mit dem Kredit getilgt wird. Er war etwas genervt, da wir ihm mehrmals hingewiesen haben. Er machte mir klar, dass diese wie besprochen durchgeführt wird. Der Vertrag ist dann von mir unterschrieben worden. Ein paar Tage später bekam ich eine Kopie des Vertrages, welche ich den Steuerberater X zukommen ließ. Viel später habe ich die Kreditunterlagen durchgelesen und fand ein Fehler. Obwohl der Lebensversicherung am 01.10.2014 fällig wird, ist der Kreditzinsen bis 04.2018 festgeschrieben. Das heißt, wenn ich 2014 bei Fälligkeit der Lebensversicherung den Kredit tilgen möchte, muss ich einen Vorfälligkeitszins zahlen. Mir war unverständlich und dachte der Sachbearbeiter habe einen internen Vermerk bei der Bank gemacht wie Vor und Während des Vertrages besprochen worden sind. Inzwischen ist Y nicht mehr für mich zuständig. Mein neuer Berater Z habe ich diesbezüglich angesprochen. Wir sind zusammen durch den Unterlagen gegangen. Er bat um Zeit, um die Unterlagen bei der Bank durchzugehen und ein Überblick machen zu können und ob der Fehler ausgeräumt werden konnte. Seit 6 Monate habe ich nicht mehr von ihm gehört. Ich habe den Steuerberater X daraufhin angesprochen und er wollte mit der Bank reden. Wir waren sogar zusammen bei der Bank um eine andere Vertagsangelegenheit zu besprechen. Er sprach mit einem anderen Berater A über die Behebung bzw. Lösung des Fehlers. Da dieser Mann( A) auch für Kredite zuständig ist, wollte er erst vorher mit meinem Sachberater reden und versprach sich zurück zu melden. Bis jetzt habe ich keine Rückmeldung. 2015 gehe ich in die Rente, deshalb ist mir sehr wichtig , dass vor Renteantritt die Kredit getilgt ist /wird.
Wie kann ich der Bank überzeugen diese Fehler zu beheben , um bei Fälligkeit der Lebensversicherung die Kredit damit tilgen zu können ohne Vorfälligkeitzins zu bezahlen.
04.12.2011 | 20:27

Antwort

von

Rechtsanwalt LL.M.; M.A. Fachanwalt für Sozialrecht Michael Grübnau-Rieken
339 Bewertungen
Sehr geehrter Ratsuchender,

besten Dank für die Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes im Verhältnis zu Ihrem Einsatz wie folgt beantworten möchte.


Das Grundproblem ist, dass Sie den Darlehensvertrag unterschrieben also so wie er in der Urkunden niedergelegt ist, akzeptiert haben.

Wenn Sie darauf hinaus wollen, dass die Bank einen Fehler gemacht hat und auf Beratungshaftung hinaus wollen, dann sind Sie für diese Tatsache voll darlegungs- und beweispflichtig.

Es bietet sich daher an mit der Bank eine sogenannte Novation auszuhandeln.

So bezeichnet man die vertragliche Begründung eines neuen Schuldverhältnisses anstelle eines bereits bestehenden. Dieses wird gleichzeitig aufgehoben, bleibt aber als Rechtsgrund des neuen Schuldverhältnisses von Bedeutung.

Im Rahmen dieser Novation würde man die Laufzeiten der Lebensversicherung und der Darlehenslaufzeit synchronisieren, also in Gleichlauf bringen.

Das Problem bei der Novation wird aber ebenfalls sein, dass die Bank bei einer Laufzeitverkürzung ihrerseits auf Zinsen verzichten würde.

Bezüglich der Bank kann ich Ihnen daher leider keine positive Hoffnung mache, da Sie, wie ich bereits oben geschrieben haben, den Vertrag unterschrieben haben.

Es gilt der rechtliche Grundsatz, dass Verträge, so wie sie geschlossen wurden, einzuhalten sind (pacta sunt servanda).

Aber Sie sollten einmal Ihren Steuerberater hierzu befragen, da die Vorfälligkeitsentschädigung eine Schadensposition für Sie darstellen würde, wenn Sie das Darlehen vorzeitig ablösen würden.

Sie haben sich ja gerade des Steuerberaters bedient, damit dieser die Verträge prüft, wobei dies als Rechtsberatung eigentlich Anwälten vorbehalten ist. Somit dürfte Ihr Steuerberater aufgrund dieser Tatsache, dass Ihr Wunsch, das Darlehen mittels der Lebensversicherung pünktlich zum Rentenbeginn zu tilgen, eine Beratungshaftung sogar in zweierlei Hinsicht begangen haben.

Sollten die Verhandlungen mit der Bank scheitern, wäre es daher angezeigt, sollte eine Vorfälligkeitsentschädigung und damit ein finanzieller Schaden für Sie entreten, die Haftung des Steuerberaters in Betracht zu ziehen.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben.

Sollte noch etwas undeutlich oder unklar geblieben sein, möchte ich Sie auf die kostenfreie Nachfragefunktion hinweisen.


LL.M.; M.A. Michael Grübnau-Rieken, Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 04.12.2011 | 20:32

Leider kenne ich das Vertragswerk nicht aber nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung gegen ich davon aus, dass es sich nicht um ein sogenanntes Policendarlehen handelt oder dass das Darlehen zeitgleich mit einem Lebensversicherungsvertrag abgeschlossen wurde.

Wäre dem so, könnte sich, je nach Vertragsinhalt, die Rechtslage verändern.
Bewertung des Fragestellers 2011-12-06 | 09:02


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ANTWORT VON
Rechtsanwalt LL.M.; M.A. Fachanwalt für Sozialrecht Michael Grübnau-Rieken
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