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Fahrerflucht?


19.08.2004 21:32 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Mein Sohn fuhr nachts durch ein kleines Dorf, als plötzlich aus einer Seitenstr. ein Hund /vermutlich Schäferhund/ direkt vor das Auto lief. Mein Sohn bremste sofort das Fahrzeug ab, kam nicht sofort zu Stehen, weil die STr. nass war. Der Hund wurde auf der STr. "weitergeschoben". Als das Fahrzeug zum Stehen kam, lief der Hund weg. Im Rückspiegel sah mein Sohn eine Frau langsam über die Str. gehen. Mein Sohn u. seine Begleiterin stieg aus- es war kein Hund und keine Person mehr zu sehen.An unserem Fahrzeug war der linke Blinker sowie der Kühlergrill beschädigt. Die beiden haben gerufen, ob irgendwo jemand ist- es war totenstill und stockdunkel. Plötzlich rief jemand aus einem Haus, dass der Hund bereits weggelaufen sei. Mein Sohn kam nach Hause und erzählte uns das. Am nächsten Tag habe ich -als Halterin des Fahrzeugs- die Polizei angerufen und gefragt, ob man nachträglich ermitteln können. Der Polizist sagte mir, dass mein Sohn in der Nacht sofort die Polizei hätte benachrichtigen müssen- aber ob der Hund jemals gefunden worden wäre- und ob jemand (STreifenwagen) rausgekommen wäre- ist fraglich. Wir sollten den Schaden fotografieren und unserer Versicherung einreichen. Es wäre wohl kein Wildunfall- aber ein Hund sei schließlich ein Wirbeltier. So, nun steht plötzlich gestern -6 Tage später die Polizei bei uns auf dem Hof- und verdächtigt meinen Sohn der Fahrerflucht. Die Hundehalterin hat ihn angezeigt.Der Hund hat Prellungen erlitten-Tierarztkosten 30€-. Auf die Frage , warum sie sich vom Unfallort entfernt hat- sie sei so durcheinander gewesen.Wer hat den hier Fahrerflucht begangen-M.E.hat die Frau die Aufsichtspflicht verletzt, sie häte ihren Hund entsprechend anleinen müssen.Kann man meinen Sohn 19 Jahre- Probezeit- belangen?????????
19.08.2004 | 22:52

Antwort

von


162 Bewertungen
Sehr geehrter Rechtssuchender, sehr geehrte Rechtsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Eine Fahrerflucht wird nach §142 StGB beurteilt. Dieser lautet wie folgt:

§ 142
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort
(1) Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er
1.zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder
2.eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Nach Absatz 1 wird auch ein Unfallbeteiligter bestraft, der sich
1.nach Ablauf der Wartefrist (Absatz 1 Nr. 2) oder
2.berechtigt oder entschuldigt vom Unfallort entfernt hat und die Feststellungen nicht unverzüglich nachträglich ermöglicht.

(3) Der Verpflichtung, die Feststellungen nachträglich zu ermöglichen, genügt der Unfallbeteiligte, wenn er den Berechtigten (Absatz 1 Nr. 1) oder einer nahe gelegenen Polizeidienststelle mitteilt, daß er an dem Unfall beteiligt gewesen ist, und wenn er seine Anschrift, seinen Aufenthalt sowie das Kennzeichen und den Standort seines Fahrzeugs angibt und dieses zu unverzüglichen Feststellungen für eine ihm zumutbare Zeit zur Verfügung hält. Dies gilt nicht, wenn er durch sein Verhalten die Feststellungen absichtlich vereitelt.

(4) Das Gericht mildert in den Fällen der Absätze 1 und 2 die Strafe (§ 49 Abs. 1) oder kann von Strafe nach diesen Vorschriften absehen, wenn der Unfallbeteiligte innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach einem Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs, der ausschließlich nicht bedeutenden Sachschaden zur Folge hat, freiwillig die Feststellungen nachträglich ermöglicht (Absatz 3).

(5) Unfallbeteiligter ist jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann.

Dieser liegt nicht vor.
Sie sind zwar ein Unfallbeteiligter, denn jeder, dessen Verhalten nach den Umständen der Verursachung des Unfalls zu dem Ereignis beigetragen hat, ist Unfallbeteiligter i.S.d.§142 Abs. 5. Doch m.E. haben Sie zum einen die Wartepflicht erfüllt. Diese Wartepflicht beteimm immer, und zwar auch und gerade dann, wenn ein Festellungsberechtigter nicht am Ort sind. Doch Sie müssen nur eine angemessene Wartezeit abwarten.

20 Minuten Wartezeit genügen bei einem nächtlichen Unfall. Ich gehe auf Grund Ihrer Sachverhaltsdarstellung davon aus, daß Sie diese Zeit erfüllt haben.

Außerdem haben Sie auch §142 Abs. 3 StGB erfüllt, nämlich Sie haben nachträglich versucht der Polizei Ihre Daten mitzuteilen. Dies reicht m.E. aus. Daher ist ein Strafbarkeit nicht gegeben.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt
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Rechtsanwalt Klaus Wille
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Telefon: 0221/ 272 4745
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Rechtsanwalt Klaus Wille
Fachanwalt für Familienrecht

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