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Eventuell Insolvenz und die Folgen?


| 07.12.2008 15:06 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht



Hallo,

nun schweren Herzens möchte ich hier ein paar grundsätzliche Fragen stellen.
Bis Dato war ich finanziell absolut solide! Ich habe auch nach wie vor einen Schufa Index von 80 %. Als ich vor ca. 2 Jahren mit meiner GmbH in die Insolvenz musste, fingen die Schulden an. Teilweise sind schon sehr viele Dinge bezahlt aber auch noch einige offen. Gesamt handelt es sich um ca. 50.000,00 Euro.

Ich habe zwar eine sehr solide Arbeit und verdiene ca. 2.000,00 Euro netto aber die Gläubiger lassen sich auf keine niedrigeren Raten ein. So will jeder im Schnitt so hohe Raten, dass es für mich nicht bezahlbar ist.
Ständig wird mir mit der eidenstaatlichen Versicherung gedroht und ich zahle dann wieder Beträge zwischen 500,-- - 1000,-- EUR ein um dies zu vermeiden, da ich ja bis dato keinerlei negative Einträge in der Schufa habe.
Meine erste Frage ist also lohnt es sich denn für mich in Privatinsolvenz zu gehen?

Wenn ja was bleibt mir dann noch zum Lebensunterhalt übrig? (bin verheiratet und habe keine Kinder. Meine Ehefrau arbeitet auf 400,00 EUR Basis).

Was passiert mit meinem PKW? Wir haben einen privaten PKW vor 3 Jahren gekauft, den meine Frau finanziert hat.
Wir möchten ihn nicht verkaufen, da er noch ca. 1,5 Jahre läuft und dann bezahlt ist.
Meine Frau hat ausser diesem PKW sonst keine Schulden und würde auch nicht in die Privatinsolvenz gehen.
Dürfen wir dann den Wagen behalten bzw. spielt dieser Wagen dann bei meiner Insolvenz eine Rolle?

Nun meine dritte Frage:

Sofern ich nicht in die Privatinsolvenz gehen muss. Was gäbe es für Alternativen?

Ich freue mich auch über Angebote einer Mandatsübernahme.

Vielen Dank für Ihre Antwort!
Sehr geehrter Ratsuchender,

für ihre Anfrage möchte ich Ihnen danken und diese unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes summarisch wie folgt beantworten:

1. Lohnt sich eine Privatinsolvenz?

Grundsätzlich hat die Verbraucherinsolvenz bei Ihren Schulden in Höhe von 50.000 Euro durchaus Sinn, da Sie durch die sog. Restschuldbefreiung nach sechs Jahren ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens alle Schulden verlieren, die zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung bereits bestanden. Ausgenommen hiervon sind gem. § 302 InsO Schulden aus Geldstrafen und Ordnungswidrigkeiten sowie Schulden aus Schadensersatzansprüchen aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung. Hiervon umfasst sind insbesondere Schulden aus nichtabgeführter Umsatzsteuer oder nicht abgeführter Lohnsteuer von eigenen Angestellten.

Sollten Sie daher keine nennenswerten Schulden im Sinne des § 302 InsO haben, raten ich Ihnen dringend, die Verbraucherinsolvenz durchzuführen, damit Sie in nach sechs Jahren (ab Insolvenzeröffnung) einen Neuanfang starten können.

Abschließend hierzu weise ich daraufhin, dass während der Verbraucherinsolvenz Einzelvollstreckungsmaßnahmen Ihrer Gläubiger nicht möglich sind.

2. Pfändungsbetrag

Nach der aktuellen Pfändungstabelle 2008 beträgt bei einer unterhaltspflichtigen Person (Ehefrau) Ihr Pfändungsbetrag 322,05 Euro.

Gem. § 850 c Abs. 4 ZPO kann das Vollstreckungsgericht auf Antrag des Gläubigers bei eigenen Einkünften eines Unterhaltsberechtigten diesen Unterhaltsberechtigten ganz oder teilweise bei der Berechnung des Pfändungsfreibetrages unberücksichtigt lassen.

Fällt in Ihrem Fall Ihre Frau als unterhaltsberechtigte Person komplett weg, wäre von Ihrem Einkommen von 2000,00 Euro ein Betrag in Höhe von 710,40 Euro pfändbar, folglich wäre ein Betrag von 388,35 Euro mehr pfändbar. Da nach der Rechtsprechung bei Ehegatten erst ab einem Einkommen des Unterhaltsberechtigten von ca. 500 Euro der Unterhaltsberechtigte unberücksichtigt bleibt ist in Ihrem Fall nur mit einer teilweisen Anrechnung der Einkünfte Ihrer Frau zu rechnen, die konkret jedoch erst anhand Ihrer konkreten Lebensumstände berechnet werden kann.

3. Pkw

Grundsätzlich ist Ihr gesamten Vermögen pfändbar und damit von der Insolvenz auch mit umfasst. Gem. § 811 Abs. 1 Nr. 5 ZPO ist der Pkw nicht verwertbar, solange es für die Erwerbstätigkeit notwendig ist. Jedoch ist in einem solchen Fall nur ein angemessenes Auto nicht verwertbar.

Da der Pkw aber nach Ihrer Darstellung von Ihrer Frau finanziert und gekauft wurde, handelt es sich bei Ihrem Pkw jedoch um Eigentum Ihrer Frau, das somit – wenn Sie diesen Umstand beweisen können - nicht in Ihrer Insolvenz verwertbar ist.

4. Alternativen

Keine. Da nach Ihrer Schilderung eine außergerichtliche Einigung mit Ihren Gläubigern nicht möglich erscheint, wäre die einzige – jedoch unrealistische - Möglichkeit die umgehende vollständige Begleichung Ihrer Schulden.

Da jede Schuldensituation und jede Verbraucherinsolvenz unterschiedlich ist, empfehle ich Ihnen abschließend unter Vorlage aller Unterlagen noch einmal ausführlich Kontakt mit einem Rechtsanwalt Ihres Vertrauens aufzunehmen. Unsere Kanzlei würde die Verbraucherinsolvenz rechtlich gegen einen Betrag in Höhe von 750 Euro begleiten. Wenn Sie es wünschen, können Sie gerne mit mir telefonisch unter 030/44318625 oder per Email unter post(at)das-mandat.de Kontakt aufnehmen. In der örtliche Entfernung sehe ich keinerlei Probleme.

Ich hoffe, Ihnen mit der Beantwortung der Frage weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen für die Klärung der Angelegenheit viel Glück.

Gern können Sie die Nachfragefunktion nutzen.

Abschließend weise ich daraufhin, dass das Weglassen oder Hinzufügen von Details die rechtliche Beurteilung der Angelegenheit verändern kann.

Mit freundlichen Grüßen


Christoph Lattreuter
- Rechtsanwalt -


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Nachfrage vom Fragesteller 07.12.2008 | 19:53

Sehr geehrter Herr Lattreuter,

vielen Dank für Ihre Antwort! Bezüglich Punkt 1 hätte ich hier noch eine Nachfrage.
Die Schulden aus Steuerrückständen der GmbH (Umsatzsteuer, Lohnsteuer) sind bezahlt.
Bei einer Sache bin ich mir jedoch nicht sicher ob hier die Restschuldbefreiung wirkt.
Aufgrund einer selbstschuldnerischen Bürgschaft für einen Kontokorrentkredit der GmbH in Höhe von 20.000,00 EUR schulde ich nun dem Insolvenzverwalter der GmbH für die von der Bank einbehaltenen Sicherheiten noch 10.000,00 EUR. Diese waren als Festgeld dort angelegt und wurden mit dem Kontokorrent verrechnet.

Ihr Angebot würde ich gerne in Anspruch nehmen und mich bei Ihnen Morgen telefonisch zwecks Besprechung der Angelegenheit melden.

Mfg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.12.2008 | 20:10

Sehr geehrter Ratsuchender,

die von Ihnen geschilderte Forderung der Bank fällt unter die Restschuldvereinbarung.

Weitere Fragen können Sie mir gerne morgen telefonisch stellen. Bitte beachten Sie, dass ich morgen nur begrenzt im Büro bin, da ich drei Termine auswärts habe. Hinterlassen Sie am besten - falls Sie mich morgen zunächst telefonisch nicht erreichen - eine Rückrufnummer. Ich werde Sie dann zurückrufen.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Lattreuter
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 07.12.2008 | 19:46


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