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Erstwohnsitz Schweiz / Zweitwohnsitz Deutschland


12.12.2008 15:31 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Sehr geehrte Damen und Herren,

Nach 4 Jahren leben und arbeiten in der Schweiz und zuletzt 4 Jahren in Istanbul/Tuerkei ziehe ich derzeit gerade um und werde ab Januar 2009 wieder in Frankfurt/Deutchland arbeiten. Mein Lebensmittelpunkt wird in der Schweiz sein; meine Lebenspartnerin lebt und arbeitet dort und wir haben dort unser gemeinsames Haus.
Ich habe mich bei den Schweizer Einwanderungsbehoerden erkundigt und kann in der Schweiz Wohnsitz nehmen und in Deutschland arbeiten. Es stellt sich nun die Frage, wenn ich einen zweiten (weiteren) Wohnsitz in Deutschland habe wo ich steuerpflichtig bin bzw. wie sich die oben beschriebene Konstellation steuerlich (und wohnsitztechnisch) am besten regeln laesst.

Vielen dank und
beste Gruesse
Sehr geehrter Fragesteller,

herzlichen Dank für Ihre Frage und das damit entgegengebrachte Vertrauen.

Für die Beantwortung Ihrer Frage, wo die Steuern zu zahlen sind, ist das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit der Schweiz relevant:

http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_318/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Steuern/Veroeffentlichungen__zu__Steuerarten/Internationales__Steuerrecht/DBA/065.html

Sofern Sie Ihren Wohnsitz in der Schweiz haben, so ist die Besteuerung des Einkommens ggf. auch dort möglich. Hier sind aber u.g. Voraussetzungen zu erfüllen. In Deutschland müsste dann das Einkommen darüber hinaus mit der sog. Quellensteuer in Höhe von 4,5% versteuert werden.

Voraussetzung hierfür ist, dass der Wohnsitz und ggf. der Lebensmittelpunkt durch eine amtliche Bescheinigung in der Schweiz nachgewiesen werden. Ansonsten würden Sie nach § 49 Einkommenssteuergesetz in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig werden. Bei einem entsprechenden Nachweis ist es genau umgekehrt, Sie sind in Deutschland beschränkt steuerpflichtig und in der Schweiz unbeschränkt steuerpflichtig, mit der Maßgabe, dass das Einkommen in der Schweiz besteuert wird.

Nach Art. 4 des DBA ist der Lebensmittelpunkt maßgebend, d.h. der Ort, wo der Steuerpflichtig seine engeren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse hat. In Ihrem Fall wäre dies ggf. die Schweiz, so nach Ihren vorläufigen Angaben, da Sie hier Ihre Familie haben und Immobilieneigentum. Hiernach regelt sich nämlich sodann die Besteuerung, gem. Art. 15 DBA.

Hierfür dürfte auch sprechen, dass Sie in Deutschland nach Ihren Angaben mehr als 5 Jahre nicht mehr unbeschränkt steuerpflichtig gewesen sind, da Sie in der Türkei und in der Schweiz gearbeitet und gelebt haben.

Andernfalls würde die sog. „überdachte Besteuerung“ greifen, Art. 4 Abs. 4 DBA, wonach eine in der Schweiz ansässige natürliche Person, die nicht die schweizerische Staatsangehörigkeit besitzt und die in Deutschland insgesamt fünf Jahre unbeschränkt steuerpflichtig war, ungeachtet anderer Bestimmungen des DBA Deutschland/Schweiz auch für die nächsten 5 Jahre besteuert werden kann.

Es ist somit relevant, ob Sie die schweizerische Staatsangehörigkeit besitzen oder nicht.

Nur wenn Sie im Besitz der schweizerischen Staatsangehörigkeit wären oder in den letzten 5 Jahren keinen deutschen Wohnsitz gehabt hätten, ist eine unbeschränkte Steuerpflicht in der Schweiz möglich, die überdachte Besteuerung würde mit den bereits o.g. Konsequenzen nicht greifen, nur die pauschale Quellensteuer wäre in Deutschland abzuführen, in der Schweiz wärn 80% des Bruttoeinkommens nach den jeweiligen Regelungen zu versteuern.

Hinsichtlich der Höhe der Steuern wäre grds. die Schweiz vorzuziehen, da die Steuersätze in Deutschland bekanntlich deutlich höher als in der Schweiz sind. Hier kommt es aber auf den Einzelfall an. Bei einem Bruttoeinkommen von etwa 190.000 € wären bei einer unbeschränkten Steuerpflicht in der Schweiz (statt in Deutschland) etwa 20.000,00 € weniger zu zahlen.

Ich hoffe, Ihre Frage hilfreich beantwortet zu haben und stehe Ihnen gerne weiterhin zur Verfügung.

Christian Joachim
Rechtsanwalt und Mediator
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