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Erneute Mängel an einem Schrank, Rückerstattung des Kaufpreises möglich?


25.10.2004 22:02 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mit einem Möbelhaus Differenzen und möchte Sie daher um Rat bitten:

Am 13. Juni 2003 habe ich bei diesem Möbelhaus drei verschiedene Möbelstücke der selben Marke im Wert von insgesamt 2.368,- Euro gekauft. Diese wurden am 23.07.2003 geliefert. An zwei Möbelstücken habe ich Mängel festgestellt. Diese Teile wurden ausgetauscht. Der Lieferant, welcher die neuen Teile gebracht hat, hat mir dies auf meinem Lieferschein schriftlich belegt.

Eines dieser beschädigten Teile war ein Kleiderschrank für 1.298,- Euro, an welchem die Türen ausgetauscht wurden, da das Holz aufgeplatzt war.

Schon nach kurzer Zeit, haben sich beim Kleiderschrank erneut Mängel bemerkbar gemacht. Die Türen lassen sich schwer bewegen und der Schrank lässt sich nicht mehr schließen. Es scheint, als wäre der Schrank verzogen. Die Spannungen äußern sich durch starkes Spalten des Holzes an mehreren Stellen. Diese Mängel sind NICHT auf unsachgemäße Behandlung zurückzuführen. Ich habe dem Unternehmen meine Beanstandung am 16.08.2004 schriftlich mitgeteilt und verschiedene Fotos des beschädigten Schrankes beigelegt. Ich teilte dem Möbelhaus mit, dass ich nicht an einem erneuten Austausch der beschädigten Teile oder des gesamten Kleiderschrankes interessiert bin. Mit meinen bisherigen Erfahrungen mit Möbeln dieser Marke gehe ich davon aus, dass die gleichen Mängel innerhalb kurzer Zeit wieder auftreten werden. Ich bat daher um Rückerstattung des Kaufpreises und um Abholung des Kleiderschrankes.

Am 25.08.2004 wurde mir der Eingang des Schreibens mit Fotos bestätigt und die Weiterleitung der Reklamation an den Hersteller. Dann erhielt ich keine Mitteilungen mehr.

Am 18.10.2004 erhielt ich einen Anruf von einem Mitarbeiter, der mich beim Ausliefern des neuen Kleiderschrankes zu Hause nicht angetroffen hatte. Er teilte mir mit, dass als Termin für den Austausch des Kleiderschrankes der 18.10.2004 festgesetzt wurde und dass er auf mich warte. Ich teilte ihm mit, dass ich weder ein Schreiben noch eine telefonische Mitteilung bezüglich des Austausches erhalten habe, sowie nicht an einem Austausch des Schrankes interessiert bin. Er wollte dies an die zuständige Abteilung weitergeben.

Am 19.10.2004 teilte ich dem zuständigem Sachbearbeiter per Fax meine Verärgerung darüber mit, dass ohne Vorankündigung die Lieferung eines neuen Schrankes veranlasst wurde, obwohl ich dies nicht wünsche. Ich wies erneut darauf hin, dass ich nicht an einem Austausch der beschädigten Teile oder des Kleiderschrankes interessiert bin, da sicher ist, dass auch beim dritten Mal Mängel auftreten werden.

Heute (25.10.2004) wurde mir telefonisch mitgeteilt, dass eine Rückerstattung nicht erfolgt. Die Beschwerdeabteilung hat sich dabei auf ein Austauschrecht berufen. Für die Lieferung des neuen Schrankes wurde mir der 29.10.2004 mitgeteilt.

Da bereits Teile des Schrankes am 31.07.2003 ausgetauscht wurden, frage ich mich, wie lange dieses Austauschrecht in Anspruch genommen werden kann?

Was kann ich in diesem Fall tun?

Habe ich eine Möglichkeit, auf die Rückerstattung des Kaufpreises zu bestehen?
Wenn ja, muss der Kaufpreis gemindert werden (um wieviel Prozent)?
Kann ich mich auf irgendwelche Paragraphen beziehen bzw. wie würden Sie mir empfehlen vorzugehen?
Angenommen ich muss den Austausch diesmal noch akzeptieren, kann ich beim nächsten Auftreten von Mängeln (wovon ich ausgehe) auf eine Rückzahlung bestehen?

Tausend Dank und viele Grüße
25.10.2004 | 22:16

Antwort

von


162 Bewertungen
Sehr geehrte Damen und Herren,

problematisch ist, daß Sie nach Ablauf von 6 Monaten nach Übergabe der Möbel jegliche Mängel beweisen müssen. Sie haben im August 2003 die Möbel erhalten und am 16.08.2004 - also ein Jahr später - die Mängel beanstandet. Zwar besteht dann noch die Gewährleistung, aber Sie haben nunmehr die Beweislast. gem. § 476 BGB n.F. findet in den ersten 6 Monaten eine sogenannte Beweislastumkehr statt. Der Käufer muss nicht mehr beweisen, daß die Sache fehlerhaft ist, die Fehlerhaftigkeit wird vermutet. Nach diesen 6 Monaten muss dann aber der Fehler vom Käufer nachgewiesen werden.

Das Möbelhaus wird natürlich einen Mangel bestreiten; ob Sie dann den Mangel beweisen können, müßte anhand eines Gutachtens geklärt werden.

Man müßte nunmehr die Allgemeinen Geschäftsbedingungen durchforsten, ob das angebotene Austauschrecht vereinbart wurde.

Aufgrund der Beweisschwierigkeiten rate ich Ihnen daher das Austauschangebot anzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt




Rechtsanwalt Klaus Wille
Fachanwalt für Familienrecht

ANTWORT VON

Köln

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