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Ermittlung der Erbmasse


18.12.2014 13:15 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Meine Mutter ist kürzlich verstorben.

Es geht um die faire und korrekte Ermittlung der Erbmasse und deren Verteilung.

Meine Mutter war in zweiter Ehe mit meinem Stiefvater verheiratet. Anfang der 70er Jahre haben meine Mutter und ihr Mann ein freistehendes Einzelhaus in Norddeutschland erbaut. Anfang der 90er haben sie die Immobilie aus Altersgründen verkauft; der Verkaufpreis ist mir nicht bekannt. Kurz nach dem Verkauf ist mein Stiefvater verstorben; meine leibliche Schwester, mein Halbbruder (aus der Ehe zwischen meinem Stiefvater und meiner Mutter) und ich haben weit vorher eine Verzichtserklärung auf unseren Erbpflichtteil unterzeichnet (Erklärung kann ich nicht beibringen).

Meine Mutter hat seit dem Verkauf des Einzelhauses anfangs mit ihrem Mann - danach allein - in einer großen Wohnung gewohnt. Im Laufe der Zeit war es aus Sicherheitsgründen geboten, unsere Mutter im "Betreuten Wohnen" unterzubringen; hier setzte dann später ihre Demenz ein, sodass sie später in einem sehr konfortablen Pflegeheim bis zu ihrem Tode untergebracht werden musste.

Noch zuzeiten ihrer geistigen Gesundheit hat meine Mutter meiner Schwester eine Generalvollmacht über sich erteilt, da sich meine Schwester schon zuzeiten des "Betreuten Wohnens" am meisten um unsere Mutter gekümmert hat.

Im Laufe der Jahre - seit dem Tode meines Stiefvaters - soll meine Mutter ihren nächsten Angehörigen (meiner Schwester, meinem Halbbruder sowie den beiden Söhnen meiner Schwester und auch mir) Kredite bzw. Darlehen, insbesondere zur teilweisen Finanzierung des Erwerbs von Immobilien gewährt haben; Darlehens- bzw. Kreditverträge liegen mir keine vor - außer mein Kreditvertrag.

Darüberhinaus soll der Ehemann meiner Schwester nach dem Ableben meines Stiefvaters meine Mutter in Geldanlagefragen beraten haben; meines Wissens (Belege habe ich nicht) ist es danach auch zu Geldanlagen gekommen.

Ich möchte nun wissen, was nach dem Ableben meines Stiefvaters mit dem meiner Mutter hinterlassenen Vermögens bis zu ihrem Todestag passiert ist.

Ist es möglich, über Kontoauszüge (ob meine Schwester diese verwahrt, kann ich nicht sagen) von Kreditinstituten (wie lauten die Aufbewahrungsfristen für Kreditinstitute?) den Verbleib des Vermögens meiner Mutter zu recherchieren? Oder welche anderen Möglichkeiten gibt es, die Erbmasse zu ermitteln?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Fraglich ist zunächst, ob Sie Erbin geworden sind. Problematisch ist hier die Pflichtteilsverzichtserklärung. In der Regel wird bei einer solchen Erklärung aber nur auf das Pflichtteil, nicht aber auf das gesetzliche Erbrecht verzichtet.

Wurden Sie Erbin, so haben Sie einen Auskunftsanspruch gegenüber Dritten (Banken, Versicherungen) und gegenüber des Erben, der über die Unterlagen verfügt. Hierzu benötigen Sie einen Erbschein. Diesen Erbschein können Sie bei dem zuständigen Nachlassgericht beantragen. Zuvor sollten Sie sich mit den Miterben aber wenn möglich einvernehmlich darauf einigen, dass alle Unterlagen gemeinsam durchgeschaut werden und im Erbschein Sie berechtigt werden, die Miterben gegenüber Dritte zu vertreten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 18.12.2014 | 13:57

Ist es möglich, über Kontoauszüge von Kreditinstituten den Verbleib des Vermögens meiner Mutter zu recherchieren?
Wie lauten die Aufbewahrungsfristen für Kreditinstitute?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.12.2014 | 14:49

Sehr geehrter Fragesteller,
Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Kontoauszüge erhalten Sie bei Vorlage des Erbscheins von der jeweiligen Bank. Hier gilt auch dann das Bankgeheimnis nicht. Die Banken sind verpflichtet, die Kontoauszüge für mindestens 10 Jahre aufzubewahren.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.



Mit freundlichen Grüßen

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