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Erbvertrag ( mit Scheidung ) oder späteres Testament gültig ?


27.12.2013 08:01 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Hallo,

Der Fall sieht so aus. Mein Stiefvater ist verstorben. Er hat zusammen mit meiner Mutter bei Ihrer Heirat 1984 einen Erbvertrag abgeschlossen. Dieser besagt , dass wechselseitig jeweils der längerlebende das gesamte Vermögen erbt.Es steht in dem Vertrag , dass sich keiner von beiden einen Rücktritt von dem Vertrag vorbehält.Es gibt keine gemeinsamen Kinder . Die beiden haben sich ein paar Jahre später scheiden lassen.Der Vertrag ist von beiden nie aufgehoben worden.Jetzt ist nach dem Versterben meines Stiefvaters ein handschriftlich geschriebenes Testament aufgetaucht , in dem er sein Vermögen an seine 3 noch lebenden Schwestern , seiner Schwägerin , meinem Exmann und mich zu gleichen Teilen vererbt . Meine Kinder sind auch zu je 2000.- bedacht.
Nun meine Frage : Hat der Erbvertrag oder das Testament Gültigkeit ?

27.12.2013 | 08:26

Antwort

von


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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte. Dieses Forum dient dazu, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung zu verschaffen, kann und soll keinesfalls die Beratung bei einem Kollegen vor Ort ersetzen.

Nach Ihrer Schilderung hatten Ihre Mutter und der Stiefvater wohl ein gemeinschaftliches Testament errichtet, in welchem Sie sich gegenseitig zu Erben eingesetzt haben.

Ein solches gemeinschaftliches Testament wird nach § 2077 BGB kraft Gesetzes unwirksam, wenn die Ehe zwischenzeitlich geschieden worden ist.

Eine letztwillige Verfügung, durch die der Erblasser seinen Ehegatten bedacht hat, ist demgemäß unwirksam, wenn die Ehe vor dem Tode des Erblassers aufgelöst worden ist. Der Auflösung der Ehe steht es gleich, wenn zur Zeit des Todes des Erblassers die Voraussetzungen für die Scheidung der Ehe gegeben waren und der Erblasser die Scheidung beantragt oder ihr zugestimmt hatte. Das Gleiche gilt, wenn der Erblasser zur Zeit seines Todes berechtigt war, die Aufhebung der Ehe zu beantragen, und den Antrag gestellt hatte.

Im Ergebnis ist daher davon auszugehen, dass das Testament wirksam ist, welches wohl offensichtlich später errichtet worden ist.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung verschaffen, sollte etwas unklar geblieben sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion des Portals.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -


Rechtsanwalt Tobias Rösemeier
Fachanwalt für Familienrecht

Nachfrage vom Fragesteller 27.12.2013 | 08:36

Die beiden hatten einen Erbvertrag abgeschlossen.Ist das nicht etwas anderes als ein gemeinschaftliches Testament ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.12.2013 | 08:54

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die sich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt beantwortet:

Das ist im vorliegenden Fall nichts anderes und führt auch zu keiner anderen rechtlichen Bewertung.

ANTWORT VON

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