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Erbteil aus Erbengemeinschaft


07.12.2015 18:05 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler



Sehr geehrter Rechtsanwalt,

ich bin Mitglied einer Erbengemeinschaft geworden. Dabei handelt es sich um ein Grundstück. Nach Einsicht in das Grundbuch stellte ich eine Abweichung zwischen den Angaben im Grundbuch zu den Erbteilen und den Angaben des Verwalters fest. Auf Nachfragen erfuhr ich das die Erbteile im Laufe der Zeit durch die Erbengemeinschaft so festgelegt wurden. Die Abrechnung der Erlöse geht bis in das Jahr 1962 zurück. Eine konkrete Begründung zu dieser Abweichung erhielt ich nicht, sondern nur den Hinweis, dass ein Mitglied der Erbengemeinschaft Kriegsveteran war und Unterhaltsleistungen beanspruchte. Dies sei der Grund für die Reduzierung des Anteils um fast 50 %. Im Grundbuch ist darüber keine Eintragung vorhanden. Andere Änderungen wurden jedoch im Grundbuch immer festgehalten.

Meine Frage ist nun: Kann ich auf den Erbteil der sich rechnerisch aus dem Grundbuch ergibt bestehen? Sollte dies der Fall sein, in wie weit kann ich rückwirkend Anspruch auf die entgangene Pacht und Verkaufserlöse erheben?

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Zu prüfen ist hier, ob die Mitglieder der Erbengemeinschaft die tatsächlich gegebenen Erbteile etwa durch Vertrag abgeändert haben (was möglich ist, da Erben zugunsten anderer Miterben auf Teile verzichten können) und ob sie dies vor oder nach dem Erbfall getan haben. Um Ihre Frage beantworten zu können, müsste das Grundbuch eingesehen sowie sämtliche Unterlagen untersucht werden, da im Rahmen dieser Plattform sonst nur spekuliert werden kann. Bezüglich der rückwirkenden Ansprüche ist zudem zu erforschen, ob und inwieweit insofern Verjährung eingetreten ist.

Ich rate Ihnen daher, einen Rechtsanwalt vor Ort mit der Detailprüfung und ggf. Vertretung Ihrer Interessen zu beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 07.12.2015 | 20:33

Sehr geehrter Herr Böhler,

aus dem Grundbuch, welches vorliegt, sind die Anteile sehr einfach zu errechnen. Eine prozentuale Änderung der Anteile ist dort nicht vermerkt.

Zusätzliche Verträge liegen nicht vor. Es gibt nur eine Abrechnung aus dem Jahr 1962 in der Anteile aufgeführt sind. Es gibt jedoch keine notarielle Urkunde oder sonstige Unterlagen welche die Abweichung zwischen Anteil im Grundbuch zu Anteil in der Abrechnung erklären.

Ich stelle nochmals meine Frage: Kann ich auf den Erbteil, der sich rechnerisch aus dem Grundbuch ergibt bestehen, oder könnte sich der Rest der Erbengemeinschaft auf die jahrelange Abrechnung berufen?

Hat hier der Grundbucheintrag den Vorrang oder die jahrelange, aus unserer Sicht dennoch falsche, Abrechnung?

Wann tritt in diesem Fall die Verjährung entgangenen Pacht- und Verkaufseinnahmen ein? Nach Bekanntwerden rückwirkend 10 Jahre oder schon nach 3 Jahren?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.12.2015 | 09:28

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

Grundsätzlich ist das Grundbuch maßgebend, doch können die Beteiligten auch durch mündlichen oder lediglich schlüssiges Verhalten geschlossenen Vertrag ein hiervon abweichendes Gewohnheitsrecht schaffen, welches durch länger andauernde, allgemeine und stetige Übung (sog. „longa consuetudo", die bei einem Zeitraum von 53 Jahren sicher gegeben ist), die von allen Betroffenen als rechtsverbindlich angesehen wird (sog. „opinio iuris"), entsteht. Wenn es an dieser Voraussetzung fehlt, kann die Gewohnheit kein Recht schaffen. Hier ist weiter zu prüfen, wie die übrigen Beteiligten die Verteilung beurteilen und weshalb Ihrerseits erst jetzt Einwände erhoben werden (ich kann nur spekulieren, ob Sie selbst Rechtsnachfolgerin eines ursprünglichen Mitgliedes der noch immer bestehenden Erbengemeinschaft geworden sind) und warum nicht die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft verlangt wird (über die Androhung dieses Instruments kann ggf. die Verteilung einvernehmlich mit den übrigen Mitgliedern erreicht werden). Bezüglich der Verjährung wäre die dreijährige Frist einschlägig.

Ich rate Ihnen daher nochmals, einen Rechtsanwalt vor mit der Detailprüfung zu beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt


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