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Erbschaftsprobleme


01.10.2004 10:40 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,

am 17. April 2001 verstarb meine Mutter im Alter von nur 43 Jahren. Sie hinterließ 3 Kinder und einen Ehemann aus 2. Ehe, von welchem sie sich zwar scheiden lassen wollte, jedoch nicht mehr dazu kam. Das kleinste Kind ist 14 Jahre und wohnt noch bei diesem Mann. Wir beiden anderen Kinder sind erwachsen und aus 1. Ehe unserer Mutter. Wir wissen nun beide überhaupt nicht was uns rechtlich überhaupt als Erbe unserer Mutter zusteht. Haben wir nach 3 Jahren überhaupt noch eine Chance gegen den Mann erbrechtlich vorzugehen? Er bat uns damals nur einen notariellen Vertrag zu unterzeichnen, in welchem wir auf den 50%-igen Anteil unserer Mutter verzichten und diesen im vollen Anteil an unsere kleine Schwester übertragen. Es handelte sich dabei um eine Eigentumswohnung. Ist es noch möglich im Nachhinein diesen notariellen Vertrag zu widerrufen, da wir nicht ausreichend informiert wurden? Er hat uns nie gefragt, wie die Bestattung vorgenommen werden sollte und ließ dies in einem relativ billigen Rahmen geschehen. Wir wissen das Konten, Aktien etc. in der Ehe angeschafft wurden. Ist er uns gegenüber nicht verpflichtet eine konkrete Aufstellung der Dinge zu machen, die unserer Mutter hinterließ? Gehören dazu auch die Konten etc. die während der Ehe gemeinsam geführt wurden?

Wir wissen überhaupt nicht mehr ein noch aus. Der Todesfall läßt uns heute noch als Kinder verzweifeln, da wir sehr an unserer Mutter hingen. Er dagegen ist eiskalt und hat noch nicht einmal das Grab unserer Mutter danach besucht.

Für Ihre Bemühungen darf ich mich im Nachhinein bedanken und verbleibe


mit freundlichen Grüßen

02.10.2004 | 15:25

Antwort

von


2 Bewertungen
Sehr geehrter Ratsuchender,

um Ihre Frage zu beantworten, ist es von Bedeutung, dass sie mitteilen, welche notarielle Vereinbarung Sie mit Ihrem Stiefvater geschlossen haben. War dies ein Erbverzicht, eine Übertragung Ihrer Erbteile auf Ihre Schwester, eine Ausschlagung der Erbschaft oder eine sonstiger Vereinbarung?

Grundsätzlich kann eine solche notarielle Vereinbarung nicht widerrufen werden. Eine Anfechtungsmöglichkeit bestünde gegebenenfalls, wenn Sie von Ihrem Stiefvater getäuscht worden sind. Hierfür ergeben sich jedoch keine Anhaltspunkte - vielmehr scheinen Sie sich lediglich nicht ausreichend informiert zu haben, was keinen Anfechtungsgrund darstellt.

Sofern Sie noch nicht durch die notarielle Vereinbarung auf erbrechtliche Ansprüche verzichtet haben, können sie diese noch geltend machen.

Wenn Sie "enterbt" worden sind, wären sog. Pflichtteilsergänzungsansprüche drei Jahre nach Kenntnis des Erbfalles verjährt.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Für eine weitergehende Auskunft stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

MfG

Michael Wieck
Rechtsanwalt

Anwaltskanzlei
Wieck Zimmermann & Koll.
Lavesstr. 79
30159 Hannover

Tel.: 0511-3577106
Fax: 0511-35771071
e-mail: wieck@wieck-zimmermann.de


ANTWORT VON

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