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Erbschafts- und Einkommenssteuer


| 22.12.2008 15:51 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Marlies Zerban



Sehr geehrte Damen und Herren,

zu folgendem Fall hätte ich drei Fragen:

Meine Mutter ist im September 2002 verstorben. Anschliessend habe ich vor dem Nachlassgericht einen Erbschein beantragt und auch bekommen. Meine Mutter hatte kein Testament hinterlassen, ich bin aber auch Einzelkind und meine Eltern waren geschieden! Ebenso hatte meine Mutter ihrerseits keine Geschwister. Soweit ich mich errinern kann, wurde bei Beantragung des Erbscheins damals nur das Vermögen berücksichtigt bzw. angegeben, welches meine Mutter in Deutschland hinterlassen hatte. In unserem Heimatland Polen steht aber noch ein Haus, welches zur hälfte ebenfalls meiner Mutter gehörte und ich es somit ebenfalls geerbt habe!

In Polen habe ich anfang 2008 einen Erbschein für die Haushälfte beantragt und im Juli 2008 wurde das Haus im ganzen verkauft! Ich bin staatsbürger beider Länder, habe aber nur deutsche Ausweisdokumente und bin wie ich erfahren habe, von der Einkommenssteuer nach dem Hausverkauf in Polen befreit. Erbschaftssteuer habe ich anfang 2008 in Polen für das Haus entrichtet. Nun meine Fragen:

1. Kann auch in Deutschland noch die Frage der Erbschaftssteuer für das Haus auftauchen oder ist dies durch das DBA ausgeschlossen?

2. Kann mir das Finanzamt einen strick draus drehen, das ich damals, also im Jahre 2002/anfang 2003 die Haushälfte in Polen nicht als Hinterlassenschaft meiner Mutter angegeben habe? Ich wollte nichts falsch machen, dachte aber das die deutschen Behörden das eher nichts angeht, weil es ja in Polen steht!

3. Wenn ich also von der Polnischen Einkommenssteuer befreit bin, ist es möglich, das ich in Deutschland eine Steuerzahlung tätigen muss was die Einkommenssteuer betrifft?

Vielen Dank im voraus
Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Frage im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes.

Einkommensteuerlich spielt dieser Sachverhalt nur dann eine Rolle, wenn Sie nach dem Tod der Mutter noch Vermietungseinkünfte erzielt haben. Diese sind in der deutschen Steuererklärung mit anzugeben und erhöhen den deutschen Steuertarif.

Bei der Erbschaftsteuer ist die Prüfung der Angelegenheit etwas komplexer.

Der Wert der im Ausland (Polen) belegenen Immobilie ist in der deutschen Erbschaftsteuererklärung mit anzugeben. Dabei ist im Gegensatz zu einer im Inland belegenen Immobilie der "gemeine Wert", also der Verkehrswert im Zeitpunkt des Todes anzusetzen (§ 121 BewG) und nicht der für deutsche Immobilien verwendete "Bedarfswert".

Sofern Sie noch keine Erbschaftsteuererklärung abgegeben haben, sollten Sie durchrechnen lassen, ob hier überhaupt Erbschaftsteuer anfällt (Freibetrag als Sohn insgesamt Euro 250.000).

Sollte hier deutsche Erbschaftsteuer in Betracht kommen, ist die Anrechnung und der mögliche Ablauf der Anrechnungsfrist zu prüfen..

Die in Polen gezahlte Erbschaftsteuer kann in Deutschland angerechnet werden. Die ausländisch Steuer ist gem. § 21 ErbStG nur anrechenbar, wenn die deutsche Erbschaftsteuer für das Auslandsvermögen innerhalb von fünf Jahren seit dem Zeitpunkt der Entstehung der ausländischen Erbschaftsteuer entstanden ist.

Hier ist also als Vorfrage zu prüfen, wann die polnische Erbschaftsteuer entstanden ist, (mit Todestag oder erst mit Erlangen des Erbscheins?).

Liegt hier jedoch inzwischen ein bestandskräftiger Erbschaftsteuerbescheid in Deutschland vor, so kann dieser nicht mehr geändert werden.

Es kann hier also tatsächlich zu einer Doppelbesteuerung kommen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen, ich kann Ihnen gerne weiter beratend tätig werden,

mit freundlichen Grüßen


M. Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin



Nachfrage vom Fragesteller 22.12.2008 | 16:42

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin Zerban,

vielen dank für Ihre ausführliche Antwort. Ich habe noch jeweils eine kleine Nachfrage zu beiden Sachverhalten:

Einkommenssteuerrechtlich: Ich habe keine Einkünfte aus Vermietung bezogen. Es wohnten zwar noch bekannte von uns in dem Haus, allerdings mietfrei. Hab ich es also richtig verstanden, das in dem Fall dies für die deutsche Einkommenssteuer keine Rolle spielt und ich somit den Verkauf in meiner nächsten Einkommenssteuererklärung nicht angeben muss?

Erbschaftssteuer: Ich liege mit dem Wert der Haushälfte (ca 45.000 Euro umgerechnet) unter dem Freibetrag. Somit wäre in Deutschland keine Erbschaftssteuer entstanden. Auch das Erbe, welches ich in Deutschland geerbt habe, erhöht diesen Wert "nur" auf rund 50.000 Euro. Meine Nachfrage aber wäre: Muss ich trotzdem evtl noch nachträglich per Erklärung kund tun, das ich die Haushälfte geerbt habe in Polen und droht hierfür vom Finanzamt ärger weil ich eine entsprechende Erklärung erst so spät abgeben würde?

Vielen Dank nochmals!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.12.2008 | 16:46

Sehr geehrter Fragesteller,

die Fragen beantworte ich wie folgt:

Bei der Einkommensteuererklärung in Deutschland spielt die Veräußerung keine Rolle.

Auch wenn Sie bisher das Eigentum an der Immobilie nicht angegeben haben, droht Ihnen kein Ärger, da Sie keine Erbschaftsteuererklärung abgeben mussten und auch jetzt keine Erklärungspflicht erfüllen müssen.

Sie können also ganz beruhigt sein,

Mit freundlichen Grüßen

M. Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Bewertung des Fragestellers 22.12.2008 | 17:01


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