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Erbrecht/Pflichtteil


| 09.11.2008 19:34 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht





Mein Mann und ich, sind Besitzer eines alten 1000m² Hauses und 3500m² Grundstück, welches wir vor 4 Jahren auf Rentenbasis erworben haben.
Wir haben jeder 2 erwachsene Kinder aus erster Ehe. Mein Sohn bewohnt im Haus eine eigene Wohnung für die er miete zahlt.
Bis 2012 befinden wir durch Insolvenz in der Wohlverhaltensphase. Da wir keinen Kredit bekommen, soll nun mein Sohn für den weiteren Ausbau des Dachgeschosses eine Hypothek von ca. 40000.- € aufnehmen
Da keiner, außer mein Sohn sich an den Um- und Ausbau beteiligt hat und auch keinerlei Interesse am Haus besteht, soll er nach unserem Tod, als alleiniger Erbe des Hauses eingesetzt werden.
Meine Frage dazu:
Ist es richtig, wenn mein Sohn im Testament steht, das die anderen Kinder nur den Pflichtteil vom Haus erhalten?
Wie viel ist das? Ich meine gelesen zu haben dass es 25% vom Erbteil sind.
Wie verhält es sich mit der Hypothek? Mein Mann sagt, da die Hypothek sowieso auf den Namen meines Sohnes läuft (offiziell von ihm bezahlt/ inoffiziell von uns), wäre das, als hätte er einen eigenen finanziellen Anteil zum Haus beigetragen, würde also nicht in die Wertbemessung des Hause fallen. Stimmt das?
Was müsste ich noch beachten, das es für meinen Sohn bei Erbantritt kein böses erwachen gibt?

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Sehr geehrte Rechtssuchende,

aufgrund der gelieferten Informationen beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Es ist richtig, dass, wenn Sie und Ihr Mann Ihren Sohn als Alleinerben im Testament eisetzen, die anderen Kinder pflichtteilsberechtigt wären.
Der Pflichtteil beträgt 0,5 des gesetzlichen Erbes.
Da nicht davon auzugehen, dass Sie und Ihr Mann gleichzeitig versterben, würde der Pflichtteilsanspruch jedoch nicht immer 0,25 betragen. Denn die Höhe des gesetzlichen Erbes hängt viel davon ab, wer als Erster verstirbt.
Als Beispiel: Ihr Mann verstirbt als Erster, (ausgehend davon, dass Sie und Ihr Mann keine Gütertrennung haben und im gesetzlichen Güterstand leben): Sie würden neben seinen beiden Kindern 0,5 der Hälfte (also ein Viertel) des Hauses erben und die Kinder Ihres Mannes je ein Achtel des Hauses.
Setzen Sie jedoch Ihren Sohn als Alleinerben ein, würden die beiden Kinder Ihres Sohnes jeweils einen Pflichtteilanspruch gegen Ihres Sohnes in Höhe von einem Sechzehntel haben.
Natürlich müsste man das von Ihrem Sohn für die Hypothek ausgelegte Geld abziehen.

Sie können den Pflichtteilsanspruch der anderen drei Kinder gegen Ihren Sohn wie folgt vermeiden:
1. Alle (drei) übrigen Kinder verzichten auf Ihr Pflichtteilsrecht. Diese Vereinbarung kann durch einen Rechtsanwalt aufgesetzt werden und muss zwingend durch einen Notar beglaubigt werden.
Oder:

2. Sie verschenken das Haus an Ihren Sohn schon zu jetzigem Zeitpunkt. Falls zehn Jahre nach der Schenkung kein Erbfall vorhanden sein sollte, können die anderen Kinder nichts mehr verlangen (= der Pflichtteilsergänzugsanspruch bei Schenkungen bleibt nach zehn Jahren unbrücksichtigt). Es würde sich dann um eine gemischte Schenkung handeln, da Ihr Sohn schon die Hypothek übernahm (was auch steuerechtlich bedeutend ist).

Welche Lösung für Sie am besten ist, muss genau anhand Ihrer finanziellen Verhältnisse und der Finanzlage Ihres Sohnes geprüft werden, zumal auch Steuerrecht mit hineinspielt (Schenkungssteuer!).
Ich hoffe, ich konnte Ihnen dieses komplizierte Thema nahe bringen.
Mit freundlichen Grüßen



Nachfrage vom Fragesteller 10.11.2008 | 12:03

Hallo, Frau Kusnierek

Danke für die rasche Antwort.
Ich denke mit einem Pflichtanteil von einem Sechzehntel den er auszahlen müsste, kann er leben.
Eine Schenkung kommt für meinen Mann nicht in Frage, auf das Pflichtteilrecht würden die Kinder meines Mannes nicht verzichten.
Wie verhält es sich aber, sollte ich zuerst sterben?
Dann geht die Hälfte meines Anteiles an meine Kinder die andere an meinen Mann. Er hat sozusagen ein Dreiviertel Haus. Erbt mein Sohn nach dessen Tod dann wiederum die Hälfte, die Andere seine Kinder?
Noch eine Frage zum Testament:
Einfach handschriftlich, Unterschrift von beiden und wo sollte es am besten hinterlegt werden?
Kann mein Mann, nachdem ich nun gestorben bin, das Testament zu Gunsten seiner Kinder ändern?


mfg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.11.2008 | 19:39

Sehr geehrte Rechtssuchende,
falls eine Schenkung für Sie nicht in Frage kommt und der Pflichtteilsverzicht auch nicht, stellt sich die Lage rechtlich unsicher dar. Würden Sie zuerst versterben, erben Ihre Kinder lediglich zu einem Achtel das Haus.
Eine andere Lösung wäre ein sogenanntes `Berliner Testament` zu errichten, dieses würde auch Pflichtteilsansprüche mit sich ziehen.

Nach den AGBs darf ich Ihre letzten zwei Fragen eigentlich nicht beantworten: aus Kulanzgründen möchte ich Ihnen mitteilen, dass Sie dieses Berliner Testament handschriftlich verfassen können (keine notarielle Beurkundung notwendig), allerdings werden Sie bzgl. der rechtlichen Konstrukion einen Rechtsanwalt benötigen.

Zu Ihrer zwieten Frage: Nein, Ihr Mann könnte dann nach Ihrem Tode das Berliner Testament nicht ohne Weiteres widerrufen. Dies könnte Ihr Mann nur, wenn er gleichzeitig das ihm (nach Ihnen) gebührende Erbe ausschlägt (=darauf verzichtet) bzw. bei anderen sehr krassen (kaum vorkommenden) Fällen (wie schweren Verfehlungen Ihres Sohnes als Alleinerben).

MfG

Bewertung des Fragestellers 12.11.2008 | 08:37


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