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Erbrecht Schenkung Abwicklung des Nachlasses


14.12.2014 15:45 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Zusammenfassung: Ihre Frage betrifft die Schenkung unter Lebenden, das Erbrecht, das Steuerrecht und den Erbschein.


Hallo,
Mein Vater ist vor 2 Wochen gestorben.
Nach einer langen Leidensphase
Meine Mutter und ich (nur ein Kind)
regeln den Nachlass .Es besteht kein Testament, gesetzliche Erbfolge
Es sind nur wenig Barreserven auf den Konten
Insgesamt 4 Banken, Ehemalige Sparbücher unter 10 Euro und Girokonten für Rente usw.
Auf Girokonten ca 1900 Euro

1998 wurde mir durch Notar von meinen Eltern ein landwirtschaftlicher Betrieb überschrieben
Der seit langem von mir verpachtet ist.


Zwei Banken die wir vor Ort sehr gut kennen schreiben die
Konten auf den Namen meiner Mutter um nur mit der Sterbeurkunde,
Das ging ohne Probleme.

Jetzt bleiben noch zwei Banken(Kundenkontakt ist viele Jahre her kennen uns kaum)
Habe gehört bei geringen Summen könnte man zusätzlich eine Haftungserklärung
Unterschreiben um keinen Erbschein beantragen zu müssen.(e.v. bei den anderen
zwei Banken.) Ist das richtig?

Wenn wir die zwei restlichen Banken ignorieren weil dort sehr
geringe Summen liegen, kann das dann ewig so bleiben?
Oder treten die an uns heran ?


Ich möchte nicht so viel Wirbel machen, beide ortansässigen Banken
Haben gesagt Sie werden Diese geringen Summen nicht melden, liegt
wohl unter einer bestimmten Grenze.

Mein Hauptanliegen ist eine Sünde aus der Vergangenheit
Dort wurde eine Schenkung ca 80 000 Euro in 2009 nicht gemeldet.
Und noch ein paar kleinere Summen vor 2009
Es wurden auch keine Schenkungsdukumente gemacht.
Ist nicht legal, wird aber wohl nicht bestraft weil der Freibetrag
Nicht annähernd ausgeschöpft wurde.
Mein Vater wollte mir das Geld noch zu Lebzeiten geben.


Dritt bei diesem Todesfall die Abteilung für Erbangelegenheiten des Finanzamtes auf
jeden fall an uns heran oder nur wenn hohe Summen gemeldet werden?
Es wird ja nichts oder nur sehr wenig gemeldet!

Soweit ich weis wird das Finanzamt aber schon vom Standesamt oder durch die Todesanzeige
Informiert.

Wenn ich eine Erbschaftssteuererklärung machen soll muß ich ja die
Nicht angegebene Schenkung dann angeben
Oder könnte ich das wieder nicht angeben und einfach nur die
Aktuellen Kontostände des Todestages eintragen.

Was wären die Folgen bei Nichtangabe der Schenkung von 2008 in der
Der Erbschaftssteuererklärung??? wenn man mich erwischt--
Noch einmal ich bleibe unter den Freigrenzen.

Macht es Sinn wenn ich auf mein Erbe verzichte um einer e.v. Kontrolle des
Finanzamtes zu entgehen, das Geld gebe ich eh alles meiner Muter.
Oder werden sowieso alle Beteiligten angeschrieben?


Verstehen Sie mich nicht falsch. Es ist versteuertes Geld(Schenkung) gewesen und ich
bleibe unter dem hohen Freibetrag.
Die große Schenkung war 2009 die kleineren ca 2006-2008 wie hoch ist mein Freibetrag genau?
Verjährt so eine Sache?

Ich möchte nur einen großen Papierkrieg verhindern, wenn ich alle
Kontoauszüge neu anfordern muss usw. das wird mir alles zu viel.
Mein vater war 89 Jahre alles stapelt sich in den schränken blick
da kaum durch.bei Prüfungen müsste ich sicher viele Banken um
neue Auszüge bitten oder vielleicht andere Erklärungen abgeben.
Und das alles in dieser Trauerphase
Auch haben meine Eltern seit vielen Jahren auf Grund geringer Renteneinnahmen und
Pflegekosten keine Steuererklärung abgeben müssen.

Mein Vater hat dieses geschenkte Geld über viele Jahre angespart und es existieren
nur wenige Unterlagen.

Würde gerne wie schon oben erwähnt einfach nur die Kontostände Zum Todestag
Angeben (alls eine Aufforderung kommt) und die Schenkung vergessen!(d.h. nicht angeben)
Was kann mir dann e.v. passieren.
Meine Steuererklärungen und Vermögensverhälnisse sind absolut sauber
Eine Betriebsprüfung habe ich vor Jahren sauber durchgestanden ohne Probleme

Ich bitte um Anwort eines versierten Awaltes der Profi im Erbrecht ist.
Mir reicht eine Antwort zu Wochenbeginn falls kein Anwalt für Erbrecht online ist.

Besten dank!!

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Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich im hiesigen Format (www.frag-einen-anwalt.de) wie folgt beantworten:

Ihre Frage betrifft die Schenkung unter Lebenden, das Erbrecht, das Steuerrecht und den Erbschein.


Zunächst zum ERBSCHEIN : Laut eine höchstrichterlichen Entscheidung BGH XI ZR 401/12 vom 08.12.2013) dürften Banken nicht stets einen Erbschein als Erbnachweis verlangen. Erben können sich vielmehr auch durch ein eröffnetes (Eröffnungsprotokoll des Nachlassgerichts) geführt werden kann. Ein handgeschriebenes Testament reicht demgegenüber grundsätzlich nicht aus, die Erbenstellung zu belegen, da sich nicht ohne Weiteres sagen lässt, ob das Testament gültig ist. Gibt es aber kein Testament, sondern eine gesetzliche Erbfolge sollten die Banken nicht unbedingt auf einem Erbschein bestehen, insbesondere wenn keinerlei Zweifel an der Erbenstellung aufkommen können. Hier wäre entsprechend nachzuhacken.

ERSCHAFTS- und SCHENKLUNGSSTEUER: Gegenüber dem Nachlassgericht sind hier Angaben zum Nachlasswert zu machen, Das zuständige Finanzamt wird vom Nachlassgericht über den Erbfall benachrichtigt. In steuerrechtlicher Hinsicht ist hier auf Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG) hinzuweisen. Der Erbschaftsteuer unterliegen der Erwerb von Todes wegen, die Schenkungen unter Lebenden, die Zweckzuwendungen u.ä.

Insofern die Freibeträge nicht ausgeschöpft werden § 16 ErbStG (Ehegatten 500 000 Euro - § 13 ErbStG - ; 2. der Kinder im Sinne der Steuerklasse I Nr. 2 und der Kinder verstorbener Kinder im Sinne der Steuerklasse I Nr. 2 in Höhe von 400 000 Euro), könnten die Zuwendungen aus 2009 ggf. so gestaltet werden, dass Sie diese Beträge (nebst ersparten Zinsen) erst im Todesfall endgültig erhalten sollten. Der Erwerb ist anzuzeigen § 30 ErbStG.

Ggf. können Sie argumentieren, Sie hätten gedacht, dass Ihr Vater die Schenkung an Sie angegeben hat. Nach meiner ersten Einschätzung hier, rate ich Ihnen einen Steuerberater/eine Steuerberaterin hinzuzuziehen, um zu klären wie die Sache am elegantesten bereinigt werden kann.

Verletzt ein Erbe oder ein Beschenkter steuerrechtliche Pflichten drohen ihm die üblichen Sanktionen (Nachversteuerung, Zinsen, Ordnungsgelder, Bußgelder).


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben. Gerne weise ich Sie darauf hin, dass Sie die kostenlose Nachfragefunktion nutzen können.

Mit freundlichen Grüßen


Peter Lautenschläger
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 14.12.2014 | 19:19

Muß ich erst nach Aufforderung durch das Nachlassgericht Angaben machen, wenden die sich an mich automatisch?

Sollte ich warten mit Angaben bis ich eine Aufforderung zur
Erbschaftssteuererklärung zugestellt bekomme?

Oder muß ich an das Finanzamt herantreten?

Was wären genau die möglichen Folgen eines wiederholten Verschweigens der Schenkung(wenn es denn einer bemerkt) in der Erbschaftssteuererklärung?
(falls strafe wie hoch in etwa?)
Sorry, aber ich konnte die Antworten nicht genau verstehen.

Wie von Ihnen vorgeschlagen werde ich mich auch an meinen Steuerberater wenden.

Besten Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.12.2014 | 10:32

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Ich würde Ihnen raten selbst aktiv zu werden, und das "Versehen" aus der Vergangenheit ( auch Ihres Vaters ?; auch Ihrer Mutter ?)zu korrigieren.

Das Nachlassgericht wird zum Wert der Erbschaft wie dargestellt Fragen stellen, und das Finanzamt informieren. Vielleicht eine Mglichkeit darzustellen, dass man die Schenkungen aus 2009 (versehentlich) erst als im Erbfall relevant angesehen hat.

So wie ich die Sache einschätze hätten Sie ohnehin keine Schenkungssteuer zahlen müssen, weil selbst wenn man die Schenkungen mit den Erbe addiert die Freibeträge deutlich unterschritten waren bzw. sind.

Zu den drohenden Sanktionen (Nachmeldung, Nachversteuerung, Strafzinsen, Buß- und Ordungsgeld), bei (böswilligem) Verschweigen, lässt sich eine konkrete Höhe im Rahmen einer Erstberatung schwer nennen, zumal hier die Behörden auch Ermessens- und Entscheidungsspielräume haben. Es kommt ggf. auch auf weitere Umstände wie Ihren persönlichen Steuersatz an.

Es sollte auch untersucht werden, ob Ihnen dann von den Sozialkassen ein Regress oder eine Rückforderung der Schenkungen (Einrede des Notbedarfs aus gesetzlichem Forderungsübergang) droht - auf den ersten Blick hier sehe ich das bei den doch überschaubaren Beträgen in Ihrem Fall eher nicht.

Mit freundlichen Grüßen


RA P. Lautenschlaeger

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