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Erbrecht / Mutter Alleinerbin, 2 Nachkömmlinge, davon einer enterbt


| 13.12.2012 16:05 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Mein Vater hat ein notariell beurkundetes Testament (mündliche Protokollierung des letzten Willens) hinterlassen. Heute bekam ich vom Nachlassgericht ein Schreiben mit folgendem Inhalt:

Die Eltern setzen sich uneingeschränkt wechselseitig zum Alleinerben ein.
Es besteht kein Ehevertrag. Die Eltern haben zwei Abkömmlinge.

Alleiniger Schlusserbe des längstlebenden Partners ist mein Bruder, der Ersatzschlusserbe dessen Sohn.

Ich selbst bin enterbt worden und werde auf die gesetzlichen Pflichtteilsrechte verwiesen.

Meine Frage:

1) Ist es ratsam, sofort den Pflichtteil einzufordern?
(Dafür gibt es ja Vordrucke, die man ggf. "entschärfen" könnte)

2) Wie hoch wäre in dieser Konstellation der mir zustehende Pflichtteil?

3) Steht mir nach dem Tod der Mutter ein weiterer Pflichtteil zu?

4) Sollte ich noch etwas unbedingt beachten?














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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Zu Ihrer ersten Frage:

Sie sollten zumindest die Geltendmachung des Pflichtteilsanspruches nicht verzögern. Denn Ihr Anspruch unterliegt der Regelverjährung von 3 Jahren, §§ 195,199 BGB. Das bedeutet, wenn Sie den Anspruch (gegebenenfalls) nicht innerhalb dieser 3 Jahresfrist geltend gemacht haben (Klage, Mahnbescheid) können Sie ihn nicht mehr durchsetzen.

Zu Ihrer zweiten Frage:

Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils.

Wenn Ihre Elten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt haben, dann beträgt der gesetzliche Erbanspruch Ihrer Mutter 1/2 und der Ihres Bruders sowie Ihrer je 1/4.

Ihr Pflichtteilsanspruch beträgt daher 1/8.

Zu Ihrer dritten Frage:

Natürlich!

Sie haben jetzt nur den Pflichtteilsanspruch aus dem Nachlass Ihres Vaters. Wenn Ihre Mutter versteren sollte, dann haben Sie als Pflichtteilsberechtigter Ihrer Mutter (Abkömmling) einen Pflichtteilsanspruch gegen Ihren Bruder als (Schluss-)Erben. Dieser Pflichtteilsanspruch würde 25% des Nachlasses betragen.

Zu Ihrer vierten Frage;

Beachten sollten Sie (neben der Verjährung) dass Sie sich natürlich Kenntnis von der Höhe des Nachlasses verschaffen müssen.

Hier haben Sie nach § 2314 BGB einen Anspruch auf Auskunft über den gesamten Nachlass.

Das bedeutet einmal, dass Ihre Mutter als Erbin verpflichtet ist ein Bestandsverzeichnis des Nachlasses zu fertigen. Das bedeutet aber auch, dass Ihre Mutter auch verpflichtet ist, den Wert des Nachlasses durch einen unparteiischen Sachverständigen auf Kosten des Nachlasses ermitteln zu lassen.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 13.12.2012 | 17:01

Sehr geehrter Herr Schießl,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Einen "Anspruch geltend machen per Klage oder Mahnbescheid" - das ist wahrscheinlich der sicherste Weg ... aber auch vorgeschrieben?

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.12.2012 | 17:20

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Vorgeschrieben sind Klage und Mahnbescheid dann wenn es darum geht die ansonsten eintretende Verjährung zu hemmen. Ansonsten können Sie Ihre Ansprüche gegen die Mutter auch mündlich oder schriftlich geltend machen.

Eine Form ist hier nicht vorgeschieben.

Klage und Mahnbescheid habe ich nur im Hinblick auf die Verjährungsfrage benannt.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 13.12.2012 | 17:35


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FRAGESTELLER 13.12.2012 5/5.0
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