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Erbfolge der Familie bei 2. Ehe


| 11.01.2017 14:12 |
Preis: 63,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Zusammenfassung: Folgen eines gemeinschaftlichen Testaments in Abhängigkeit der Reihenfolge des Versterbens


Meine Frau und ich sind seit 2004 verheiratet. (Zugewinngemeinschaft) Aus 1. Ehe habe ich eine Tochter. Meine Frau hat keine Kinder. Wir würden gerne das s.g. "Berliner Testament" machen. (gegenseitiger Alleinerbe)
Wir würden gerne wissen wie die Erbfolge sich bei folgenden Konstellationen ergibt:

Ich sterbe vor meiner Frau - hat meine Tochter Anspruch auf den Pflichtanteil. Wird dann unser gesamtes Vermögen zusammen gerechnet?
Erlischt mit dem Pflichtanteil ggf. der Anspruch auf ein späteres Erbe?

Meine Frau stirbt vor mir - hat ihre noch lebende Mutter oder der Bruder einen Erbanspruch?

Wir sterben gleichzeitig - hat die Mutter / Bruder auch einen Erbanspruch oder erbt meine Tochter alles?

Kann man bei diesem Beispiel (beide versterben gleichzeitig) der Mutter (falls sie noch lebt) oder dem Bruder auch einen bestimmten Betrag vererben?
Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie wünschen Rat bezüglich der Erbfolge, wenn Sie und Ihre Ehefrau (im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben) sich gegenseitig zu Alleinerben und zugleich Vollerben einsetzen. Ich nehme an, dass Ihre Tochter, nachdem Sie beide verstorben sind, erben soll (sog. Berliner Testament, § 2269 Abs. 1 BGB).

Lassen Sie mich Ihre Fragen wie folgt beantworten.

1.
„Ich sterbe vor meiner Frau - hat meine Tochter Anspruch auf den Pflichtanteil. Wird dann unser gesamtes Vermögen zusammen gerechnet? Erlischt mit dem Pflichtanteil ggf. der Anspruch auf ein späteres Erbe?"

Sterben Sie vor Ihrer Frau, ist Ihre Tochter durch das Testament enterbt.
Daher hat Sie Anspruch auf den Pflichtteil aus Ihrem Vermögen (§ 2303 Abs. 1 BGB). Der Pfllichtteilsanspruch ist ein Geldanspruch in Höhe von 50 % des gesetzlichen Erbteils.
Da ein Kind neben dem Ehegatten in Zugewinngemeinschaft ½ erbt (§ 1931 Abs. 1 S. 1, 1. Halbsatz, Abs. 3, § 1371 Abs. 1 BGB), beträgt der Pflichtteilsanspruch ¼ des Wertes des Nachlasses.

Beim Versterben Ihrer Frau wird Ihre gesamtes Vermögen zusammen gerechnet.

Macht Ihre Tochter ihren Pflichtteil geltend, erlischt nicht automatisch, d.h. von Gesetzes wegen, der Erbanspruch. Um diese Ergebnis zu erhalten, wird eine sog. Pflichtteilsstrafklausel in das gemeinschaftliche Testament aufgenommen.

2.
„Meine Frau stirbt vor mir - hat ihre noch lebende Mutter oder der Bruder einen Erbanspruch?"

Die noch lebende Mutter Ihrer Ehefrau ist eine Erbin zweiter Ordnung, ebenso der Bruder Ihrer Ehefrau als Abkömmling der Mutter (§ 1925 Abs. 1 BGB).

Durch das Testament sind sie enterbt.

Pflichtteilsberechtigt ist allerdings lediglich die Mutter (§ 2303 Abs. 2 BGB).

Ihr Pflichtteilsanspruch beträgt (§ 2303 Abs. 2, § 1931 Abs. 1 S. 1, 2. Halbsatz, 1371 BGB) 1/8.

3.
„Wir sterben gleichzeitig - hat die Mutter / Bruder auch einen Erbanspruch oder erbt meine Tochter alles?"

Ohne testamentarische Regelung, z.B. Einsetzung eines Ersatzerbens, tritt die gesetzliche Erbfolge ein:
Ihre Tochter erbt Ihr Vermögen.
Die Mutter und der Bruder erben das Vermögen Ihrer Frau.

Es wird daher in gemeinschaftlichen Testamenten der Fall des gleichzeitige Versterbens geregelt.

4.
„Kann man bei diesem Beispiel (beide versterben gleichzeitig) der Mutter (falls sie noch lebt) oder dem Bruder auch einen bestimmten Betrag vererben?"

Ich nehme an, dass Sie keine Erbeinsetzung meinen, sondern die Zuwendung eines Vermächtnisses.
Es ist jedoch beides möglich, sowohl eine Erbeinsetzung (mit einer bestimmten Quote; es entstünde eine Erbengemeinschaft) als auch die Zuwendung eines Vermächtnisses (z.B. eines bestimmten Geldbetrages aus dem Erbe).

Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

> Auf Grund vieler Fallstricke und um sicherzugehen, dass Ihr gemeinsamer Wille am Ende auch Wirklichkeit wird, sollten Sie das gemeinschaftliche Testament nach eingehender Beratung von einem Rechtsanwalt/ einer Rechtsanwältin oder einem Notar / einer Notarin erstellen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 11.01.2017 | 16:00

ganz herzlichen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort.

Sie sprechen an verschiedenen Stellen von "meinem" Vermögen bzw. vom Vermögen meiner Frau. Ich bin davon ausgegangen, dass wir nur ein "Gesamtvermögen" haben - d.h. alle vorhandenen Immobilien bzw. Geldmittel "Unser Vermögen" ist.
Es wäre auch sehr schwierig, dieses Vermögen auseinander zu rechnen.
Die Frage, welches Vermögen zu Grunde gelegt wird ist sowohl bei der Konstellation wichtig wenn ich zuerst sterbe (Anspruch Tochter) bzw. wenn meine Frau zuerst stirbt (Anspruch Mutter)

herzlichen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.01.2017 | 16:19

Sehr geehrter Ratsuchender,

auch wenn Sie von "Unserem Vermögen" sprechen, gibt es eine Zuordnung zu dem einen oder anderen Ehepartner oder anteilsmäßig zu beiden.

Wenn einer alleine im Grundbuch steht, ist es zu 100% dessen Vermögen.
Stehen beide im Grundbuch entfallen auf jeden 50 %.
Ein Kontoinhaber ist im Zweifel auch Eigentümer des darauf befindlichen Geldes. Bei einem gemeinsamen Konto gehören im Zweifel jedem 50 %.

Wenn alles Vermögen beiden zu 50 % gehört, beträgt Ihr Vermögen 50 % des "Gemeinsamen".

Es gibt daher ein bezifferbares Vermögen des Mannes und eines der Frau, auch wenn da unter Umständen schwierig zu bestimmen sein kann.


Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 11.01.2017 | 17:06


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