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Erbfall Vermögen vorher umgeschrieben


31.07.2017 17:48 |
Preis: 30,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Zusammenfassung: Bei Vermögensübertragungen vor dem Tode des Erblassers ergibt sich in vielen Fällen ein Pflichtteilsergänzungsanspruch, bei dem die übertragenen Vermögenswerte fiktiv dem Nachlass hinzugerechnet werden und den Pflichtteil erhöhen.


Im Juli 2016 ist mein Vater gestorben. Nun muss das elterliche haus verkauft werden und die bestehende Firma aufgelöst werden. Bei der Firma war alles klar das sich die Eltern beide Geschäftsführer als Erbe eingesetzt haben. Beim haus und dem Vermögen sieht das anders aus. Hier wurde 2006 aufgrund einer drohenden Insolvenz alles auf meine Mutter geschrieben. (Grundbuchamt). Ihr gehört das Konto und das Haus. Allerdings hatte sie kein Einkommen und die Tilgung des Hauses wurde mit dem Hauptjob meines Vaters gemacht. (Das Geld ging auf ihr Konto für welches er eine Vollmacht hatte, Job hatte nichts mit der Firma zu tun). Der Kauf und Kreditvertrag wurde auf beide ausgestellt. Ich und mein Bruder haben Angst das jetzt das ganze Geld verjubelt wird. Gibt es hier einen Pflichtteil oder müssen wir jetzt tatenlos zuschauen?
31.07.2017 | 18:15

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Lassen Sie mich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

Nein, Sie müssen hier nicht tatenlos zusehen und ein Pflichtteilsanspruch besteht auch in solchen Fällen.

Zunächst gehe ich davon aus, dass die Mutter testamentarische Alleinerbin geworden ist. In dem Fall haben die beiden Söhne ohnehin einen Pflichtteilsanspruch in Höhe der Hälfte des jeweiligen gesetzlichen Erbteils. Der Pflichtteilsanspruch ist ein reiner Geldanspruch.

Auch vor dem Tod überschriebene Vermögenswerte des Erblassers, hier also das Haus und sonstige Vermögen des Vaters, werden beim Pflichtteilsanspruch einberechnet. Das nennt man Pflichtteilsergänzungsanspruch und ist in § 2325 BGB geregelt. Da es hier um eine Übertragung unter Ehegatten ging ist dieses übertragene Vermögen auch in voller Höhe fiktiv dem Nachlass hinzuzurechnen, daraus wird dann der Pflichtteil errechnet.

Sie beide können jetzt also von der Mutter als Alleinerbin die Erstellung eines Nachlassverzeichnisses (inklusive Auflistung der Übertragungen) sowie in der Folge die Auszahlung des Pflichtteils inklusive Pflichtteilsergänzungsanspruch für die übertragenen Vermögenswerte verlangen.

Sofern Sie in der Angelegenheit weiteren Bedarf an Beratung oder Vertretung haben können Sie sich gerne direkt an mich wenden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Lars Winkler

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