Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
454.965
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erbengemeinschaft+Pflichtteil Anspruch


28.05.2007 16:00 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von



Mein Mann und sein Bruder (mein Schwager) haben nach dem Tod der Mutter beide jeweils eine Doppelhaushälfte bekommen.In einer wohnen wir selbst,in der anderen sein Bruder.Zusätzlich ging es noch um ein Einfamilienhaus was nach dem Testament so im Grundbuch geändert wurde : 1.mein Mann,2.mein Schwager und 3.eine andere Verwandte (die mein Mann nicht kennt,die noch aus einem früheren Testament heraus im Grundbuch so eingetragen war).Nirgends ist aber deutlich wer wieviel Anteil in Prozent an dem Haus wirklich hat.Diese Dame hat sich bis Heute nie gemeldet obwohl der Tod der Mutter nun 6 Jahre her ist.Mein Schwager will unbedingt sich dieses Haus selbst fertig machen und beziehen.Mein Mann hat nichts gegen da wir kein Interesse an dem Haus haben.Allerdings meint mein Schwager das mal eben umsonst zu bekommen,während mein Mann meint er solle ihm seinen Anteil abkaufen so zusagen.Das wir dafür mal Geld wollten wußte mein Schwager längst,er hat auch ausreichend festgelegte Gelder seit Jahren,die ihm wohl dafür nur zu schade sind.Er möchte nicht bezahlen sondern einfach darein und Tür zu.Er ist ledig ohne Kinder.Wir haben 2 kleine Kinder und die Situation das wir Geld auch bräuchten.Das Problem ist das in diesem besagten Haus noch eine Tante wohnt,die nach dem Testament der Mutter auf Lebzeit ein Wohnrecht auf bestimmte Räumlichkeiten hat.Nun meine Frage : Wie sind die Möglichkeiten wenn mein Schwager unbedingt das Haus beziehen möchte aber sich der Zahlung weigert? Könnte man den Anteil meines Mannes auch verkaufen trotz dieses Wohnrechts? Wir haben kein Interesse an diesem Anteil,es sind jetzt 6 Jahre um und wir möchten nicht noch mehr Jahre warten.Mein Schwager sieht dieses alles nicht ein und redet seitdem nicht mehr mit uns.Er hat einen guten Kontakt zum Vater und unserer ist nicht der beste zu ihm.Laut Testament hat dieser damals nichts bekommen und hat auch nie gesagt das er was wollte.Nun habe ich bedenken das mein Schwager und sein Vater zusammen aus "Rache" auf die Idee kommen plötzlich diesen Pflichtteils Anspruch vom Vater geltend zu machen.Wäre dieses nach 6 Jahren noch möglich? Er wußte ja von Anfang an von dem Testament.Bzw. was ist wenn man diesen Geldanspruch nicht ausbezahlen kann? In der Doppelhaushälfte wohnen wir selbst und Vermögen haben wir nicht.
28.05.2007 | 17:50

Antwort

von


11 Bewertungen
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich im Rahmen der hier gegebenen Möglichkeiten auf Grundlage Ihrer Angaben und unter Würdigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten kann, wobei ich vorab darauf hinweisen muß, dass selbst kleinste Änderungen im Sachverhalt zu einer völlig anderen rechtlichen Beurteilung führen können.

Offensichtlich bilden Ihr Ehemann und Ihr Schwager eine Erbengemeinschaft nach Ihrer Schwiegermutter aufgrund eines Testamentes.

Ihr Schwiegervater ist offensichtlich in dem Testament nicht berücksichtigt worden, als enterbt worden. Er als Ehemann pflichtteilsberechtigt. Allerdings sind nun nach sechs Jahren seine Pflichtteilsansprüche bereits verjährt, so dass er sie zwar geltend machen kann, jedoch nicht durchsetzten kann, wenn sich Ihr Mann auf Verjährung beruft.

Hinsichtlich des Wohnhauses wird es aufgrund Ihrer Angaben so sein, dass Ihre Schwiegermutter gemeinsam mit der anderen Verwandten Eigentümer waren. Entweder Ihrer Schwiegermutter gehörte ein bestimmter Anteil und der anderen Verwandten, oder beide bildeten bereits eine ungeteilte Erbengemeinschaft. Im ersten Falle sind Ihr Mann und Ihr Schwager an die Position Ihre Schwiegermutter getreten, im zweiten Falle ist weiterhin Eigentümer die ungeteilte Erbengemeinschaft, nun jedoch bestehend aus der Verwandten und Ihrem Mann und Ihrem Schwager. Wie groß der jeweilige Anteil ist, ergibt sich aus der Erbquote. Diese wird jedoch nicht in das Grundbuch eingetragen.

Die Erbengemeinschaft kann die Erbschaft nur gemeinschaftlich verwalten und verwerten. Teilweise genügt hier für Entscheidungen das reine Mehrheitsprinzip, bei wesentlichen Fragen ist jedoch Einstimmigkeit erforderlich. Für Umbaumaßnahmen und Nutzung des Objektes ist meines Dafürhaltens eine einstimmige Entscheidung der Erbengemeinschaft erforderlich. Sollte Ihr Schwager sich nicht daran halten bzw. ohne eine einstimmige Entscheidung der Erbengemeinschaft Maßnahmen ergreifen, könnte Ihr Mann ihm dies gerichtlich untersagen lassen.

Den "Anteil" am Haus kann Ihr Mann nicht einfach so verkaufen. Hierfür wäre eine Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft erforderlich. Was er verkaufen könnte, wäre sein gesamter Anteil an der Erbengemeinschaft nach seiner Mutter. Dies scheint aber nicht zur Diskussion zu stehen. Hinsichtlich des Hauses besteht auch die Möglichkeit, daß Ihr Mann eine Versteigerung des Hauses zum Zwecke der Aufhebung der Erbengemeinschaft einleitet. Dann müßte sich die Erbengemeinschaft nur noch hinsichtlich des Versteigerungserlöses auseinander setzen. Es wird aber wohl derzeit keinen großen wirtschaftlichen Sinn machen, das Haus versteigern zu lassen. Er wird kaum Interessenten geben, die das Haus mit dem Wohnrecht ersteigern wollten. Der Erlös wird sehr gering ausfallen.

Ich kann Ihnen im Rahmen dieses Forums daher nur Raten, gemeinsam mit den anderen Miterben eine Lösung zu finden, die von allen Miterben, auch der weiteren Verwandten getragen wird. Hierzu sollte sich Ihr Mann an einen Rechtsanwalt wenden, der ihn bei den Verhandlungen unterstützt und vertritt. Kommt es zu keiner gemeinsamen Lösung, müßte Ihr Mann seine Rechte durch einen Gang zum Gericht wahren. Auch hier wäre die Mithilfe eines Rechtsanwaltes angezeigt.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführen einen ersten Einblick in die Lösung Ihres Problemes gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Torsten Sommer
Rechtsanwalt

t.sommer@sommer-gf.de
Gifhorn, den 28.05.2007


ANTWORT VON

Gifhorn

11 Bewertungen
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Familienrecht, Gesellschaftsrecht, Vertragsrecht, Schadensersatzrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 54669 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Anwort kam super schnell und ausführlich. Es hat mir sehr weiter geholfen. Ich kann das an dieser Stelle nur weiter empfehlen. Vielen Dank nochmal! ...
5,0/5,0
Die Antworten waren für mich sehr Zeitnah, verständlich, hilfreich ohne endlose Paragraphen Ausführungen. Alles direkt auf den Punkt. Ich werde den Empfehlungen folgen und kann Herrn RA Stadnik bestens weiterempfehlen ...
4,6/5,0
Vielen Dank für die Antwort. War hilfreich ...