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Erbe in Australien


22.12.2014 15:43 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Es geht um internationales Erbschaftssteuerrecht im Verhältnis Australien, Deutschland und Polen, bei Erwerb einer ETW in Australien durch eine polnische Staatsangehörige mit Wohnsitz in Deutschland.


Hallo,
ich bin polnische Staatsangehörige und lebe mit meinem Ehemann in Deutschland (werden zusammen zur ESt veranlagt).
Durch den Tod meiner Patentante habe ich eine Eigentumswohnung im Wert von ca. 500 Tsd australische Dollars geerbt.
Ich habe Fragen zur Erbschaftssteuer. Angeblich fällt die Wohnung nur unter das australische Recht und es fällt dort keine Erbschaftssteuer an; nach Verkauf der Wohnung kann ich angeblich das Geld nach Deutschland überweisen lassen und es fällt keinerlei Erbschaftssteuer in Deutschland oder Polen an. Stimmt das?
22.12.2014 | 16:28

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf der Grundlage der gegebenen Informationen wie folgt:

Es ist richtig, dass die allermeisten australischen Provinzen die Erbschaftssteuer in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts abgeschafft haben, genauso wie auch der föderale australische Bundesgesetzgeber. Geben Sie bitte im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion an, in welcher Provinz die Wohnung liegt.

Falsch ist aber, dass keine deutsche Erbschaftssteuer anfällt. Die persönliche, deutsche Erbschaftssteuerpflicht ist schon immer dann eröffnet, wenn auch nur der Erwerber (=Erbe) zum Todeszeitpunkt Inländer ist. Inländer ist bereits jeder, der im Inland Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat (§ 2 ErbStG). Sie geben an, dass Sie als Erwerberin einen Wohnsitz in Deutschland haben, damit ist die persönliche Erbschaftssteuerpflicht zunächst für den gesamten Nachlass, egal, wo dieser belegen ist, eröffnet. Anders als für die Einkommenssteuer gibt es zwischen Deutschland und Australien für die Erbschaftssteuer auch kein Doppelbesteuerungsabkommen, dass das Besteuerungsrecht dem australischen Belegenheitsstaat zuweisen würden. In Folge dessen ist hier auch keine ausländische Erbschaftssteuer anrechenbar (§ 21 ErbStG). Auch etwaige in Australien auf ein etwaigen Veräußerungserlös anfallende Kapitaler-tragssteuer ("Capital-Gains-Tax-upon-death")würde nicht unter § 21 ErbStG fallen, da diese der deutschen Erbschaftssteuer nicht vergleichbar wäre (BFH vom 26. April 95 BStBl. II, 540 für die entsprechende kanadische Capital Gains Tax).

Die polnische Erbschaftssteuer knüpft an die Staatsangehörigkeit auch des Erwerbers an, auch deren persönlicher und sachlicher Anwendungsbereich ist damit gleichfalls eröffnet, da der weltweite Erwerb besteuert wird. Polen unterhält weder mit Deutschland noch mit Australien eine DBA für die Erbschafts-steuer. Hier dürfte eine Anrechnung der polnischen Erbschaftssteuer auf die deutsche gem. § 21 ErbStG in Betracht kommen.

Weil Sie in der Fragestellung angeben, dass die "Wohnung unter das australische Recht fällt" möchte ich auf eines hinweisen: Das wäre hier zumindest im Verhältnis Deutschland zu Australien durchaus richtig (lex res sitae und Jurisdiktion mit Nachlassspaltung). Das materielle Erbrecht regelt aber nur die Frage, wer erbt, es regelt nicht die Frage welchem Staat das Besteuerungsrecht für die Erbschaftssteuer zugewiesen wird.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn


Nachfrage vom Fragesteller 22.12.2014 | 17:09

Ihre Antwort ist nicht ganz komplett; wenn ich die in Australien geerbte Wohnung nicht sofort verkaufe sondern weiter als Ferienwohnung behalte, fällt doch keine Erbschaftssteuer hier an, oder?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.12.2014 | 20:12

Sehr geehrter Fragesteller bzw. Fragestellerin,

ja, doch natürlich, das ändert nichts am Ergebnis für die deutsche oder polnische Erbschaftssteuer. Die deutsche Erbschaftssteuer und auch die polnische knüpfen, wie auch bereits oben dargelegt, hier an den deutschen Wohnsitz der Erwerberin von Todes wegen für die deutsche Erbschaftssteuer und an deren polnische Staatsangehörigkeit für die polnische Erbschaftssteuer an. An beiden Anknüpfungs-punkten ändert sich aber überhaupt nichts dadurch, wenn diese Wohnung zukünftig als Ferienwohnung vermietet wird. Das schiebt auch nicht den Zeitpunkt des Erwerbs von Todes wegen voraus.

Woran diese Vermietung etwas verändern könnte, wäre höchstens eine denkbare australische Capital Gains-Tax auf Veräußerungserlöse im Falle des Verkaufs. Das hat aber nichts mit der deutschen oder polnischen Erbschaftssteuer zu tun, sondern höchstens mit Einkommenssteuern.

Falls ich richtig annehme, dass diese Nachfrage evtl. von Anwälten/Juristen aus Australien inspiriert ist, stehe ich weiterer Kommunikation per Mail hier nicht völlig unaufgeschlossen gegenüber. Die Email-Adresse finden sie auf dem Profil hier.

Anyway: schöne Feiertage.
Ra. Jahn

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