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Erbe ausschlagen auch für alle Abkömmlinge?


10.02.2013 21:47 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Guten Abend,

wir (drei österreichische Staatsbürger) haben in Hamburg einen Onkel (deutscher Staatsbürger) der am 26.12.2012 verstorben ist. Wir sind die Neffen und einzigen Verwandten.
Wir machten am 3.1. eine schlichte aber würdevolle Beerdigung aus. Wir dachten im
Nachlass wird schon genügend Geld oder eine Sterbeversicherung oder dergleichen
vorhanden sein.
Wir fanden weder ein Testament, noch konkrete Hinweise auf eine Sterbegeldversicherung. Die Wohnung in der er lebte ist eine Genossenschaftswohnung,
für die jedes Monat rund 650.- euro Miete, bei vierteljährlicher Kündigung zu bezahlen sind.
Seine zu Lebzeiten getätigten Aussagen, wie "für die Beerdigung ist vorgesorgt" haben sich als leider unwahr herausgestellt.
Wir leben mehr als 1000km entfernt in Österreich und haben so gut es geht versucht alles abzumelden, damit keine weiteren Kosten entstehen.
Da ich zu seinen Lebzeiten eine Kontovollmacht erhielt, konnte ich das Girokonto und ein Sparbuch einsehen. Am Giro war ein vierstelliges Minus, am Sparbuch rund 1000.- euro Plus, und Rechnungen in der Höhe von rund 2500.- Euro offen. (Miete, Strom, Wasser, Versicherungen etc)
Den Betrag vom Sparbuch habe ich beim Amtsgericht in Hamburg hinterlegt, genauso die Aufzeichnungen des Geldflusses von der Bank.
Es gibt ein schrottreifes Auto, das wir nicht abmelden konnten, da kein Typenschein auffindbar war, und wir auch keinen Erbschein haben.
Am Verkehrsamt wurde uns geraten vom Erbe zurückzutreten. Ferner wurde uns geraten dies bei einem Notar am Wohnort zu machen, der die Ausschlagungserklärung dann nach Hamburg weiterleitet.
Jetzt die Fragen:
a) muß das eine notariell beglaubigte Ausschlagung sein?
b) es gibt drei Neffen mit zwei minderjährigen und 5 großjährigen Kindern, müssen die auch notariell das Erbe ausschlagen?
c) wer kommt für die Kosten der Instandsetzung der Wohnung auf? Es sind 4700.-
Einlage bei der Genossenschaft vom Verstorbenen drinnen. Was ist mit der Miete usw.?
Zu den ganzen Aufwänden wie die Fahrten/Flüge nach Hamburg, der mehrtägige
Zeitaufwand würden auch noch eine Menge an Kosten auf uns zu kommen. Die Passiva liegen bei ca 9000.- ....
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
a) Die Frist für die Ausschlagung beträgt sechs Monate, wenn sich der Erbe bei Beginn der Frist im Ausland aufhält. Sie können die Erbausschlagungserklärung in öffentlich beglaubigter Form vor einem Notar abgeben oder zur Niederschrift bei dem zuständigen Nachlaßgericht in Hamburg. In diesem Fall muss die Erklärung innerhalb der Ausschlagungsfrist beim Nachlassgericht, also bei dem AG in Hamburg eingehen oder Sie erklären die
Da Sie sich als potentielle Erbe im Ausland aufhalten, wäre die deutsche Auslandsvertretung auch in Österreich zuständig eine Aussclagung entgegenzunehmen.
b) Die drei Neffen sollten auch für alle Ihre Abkömmlinge ausschlagen.
c) Falls Sie ausschlagen und sonst keine gesetzlichen Erben vorhanden sind, erbt der Fiskus. Dieser wird einwenden das der Nachlaß überschuldet ist. Sie können somit mit einer wirksamen Ausschlagung nicht mehr gerichtlich belangt werden.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt
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