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Erbe, Testament alles geregelt


| 03.11.2014 12:28 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Zusammenfassung: Wird das Erbe ausgeschlagen fällt die Erbschaft demjenigen zu, welcher berufen sein würde, wenn der Ausschlagende zur Zeit des Erbfalls nicht gelebt hätte.


Hallo,

folgender Sachverhalt: der Vater von 3 Söhnen ist verstorben. Er ist seit über 10 Jahren geschieden. Die Söhne verstehen sich alle wunderbar untereinander. Der Vater hatte ein Testament in Absprache mit seinen Söhnen aufgesetzt. Darin wird der Nachlass von Barvermögen und Immobilien geregelt. Das Elternhaus sollte Sohn A bekommen. Ein weiteres Haus (wegen Mieteinnahmen) sollen alle 3 Söhne erhalten + die Mieteinahmen teilen.
Jetzt kommt der eigentliche Knackpunkt: in dem Testament hat der Vater auch noch 2 weitere Immobilien unter den Söhnen B und C aufgeteilt die noch seiner Mutter gehören. Diese lebt aber noch, so dass diese beiden Immobilien nicht miteingerechnet werden können.
Demnach erbt sohn A das Elternhaus + 1/3 an dem Mietshaus und 1/3 am Barvermögen. Sohn B und C 1/3 am mietshaus und 1/3 am Barvermögen. Dadurch würde Sohn A aber deutlich über die Freigrenze von 400.000 kommen und müsste alles versteuern.
Gibt es die Möglichkeit, das Testament auszuschlagen, so dass die "normale" Erbfolge eintritt und einfach alles gedrittelt wird? Könnte seine Mutter theoretisch dann Anspruch geltend machen.
Hinweis: die 3 Söhne und die Mutter verstehen sich alle sehr gut und es gibt auch keinen Streit (Gott bewahre) um das Erbe. Das ist mehr eine theoretische Frage, welche Risiken auftreten können, wenn man das Testament ausschlägt.

Vielen dank.

Einsatz editiert am 03.11.2014 12:36:27

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Sehr geehrter Fragesteller,

wird das Erbe ausgeschlagen fällt die Erbschaft demjenigen an, welcher berufen sein würde, wenn der Ausschlagende zur Zeit des Erbfalls nicht gelebt hätte; § 1953 BGB.

D.h. durch Ausschlagen der Erbschaft kommen die Brüder nicht zur gesetzlichen Erbfolge von 1/3 für die Ausschlagenden selbst. Die entsprechenden Erbteile der Brüder erhalten dann, jeweils nach dem Wortlaut des Testamentes, der Ersatzerbe, ggf. die Abkömmlinge ansonsten grundsätzlich die Erben nach gesetzlicher Erbfolge nach dem Ausschlagenden.

Wer im Einzelfall derjenige ist, dem der Erbteil von A nach Ausschlagung, zufällt kann erst mit Kenntnis des genauen Wortlautes des Testamentes beurteilt werden. Erst dann kann festgestellt werden, ob durch Ausschlagung eine günstigerere steuerliche Situation geschaffen werden kann.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, einen ersten rechtlichen Überblick verschafft zu haben.

Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

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Nachfrage vom Fragesteller 03.11.2014 | 13:26

Sehr geehrter Hr. Bordasch,

vielen dank für Ihre Antwort.

Außer den 3 Söhnen und der Mutter des verstorbenen gibt es keine direkten Verwandten mehr (keinen Onkel, Tante oder Cousine(s)). Auch die 3 Söhne haben jeweils keine Kinder. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, erhält nach dem Ausschlagen des Testaments, ein Ersatzerbe, das Erbe. In diesem Fall gibt m.E. nach, keinen Ersatzerben.

Der Wortlaut war "...und als alleiniger Erbe meiner Mutter vermache ich folgende Immobilie [...] an meinen Sohn B und die Immobilie [...] an meinen Sohn C..."

Soweit ich gelesen habe, wäre das ausschlagen des Testmanets die einzige Möglichkeit, um die (möglichen) anfallenden Steuern zu umgehen, korrekt?

Danke.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.11.2014 | 13:37

Sehr geehrter Fragesteller,

nach Ihrer Schilderung des Sachverhalts drängt sich jedenfalls keine Alternative auf um Steuern zu sparen.

Ergibt sich jedoch aus dem Testament, dass ausschließlich die Söhne erben sollen, kann nach der Ausschlagung auch ein Anwachsen der Erbteile der Söhne B und C kommen; § 2094 BGB. D.h. das Erbe von A wird auf B und C aufgeteilt mit der Folge, dass unter Umständen insgesamt eine höhere Steuerlast besteht als ohne Ausschlagung.

Daher ist eine abschließende Beurteilung erst, wie bereits geschrieben, nach Kenntnis des genauen Wortlauts des Testamentes möglich.

Mit freundlichen Grüßen


Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

Ergänzung vom Anwalt 03.11.2014 | 14:56

der Vollständigkeit halber zur Ergänzung:

Gem. § 1948 BGB besteht die Möglichkeit, das Erbe nur als testamentarischer Erbe auszuschlagen aber als gesetzlicher Erbe anzunehmen. Dabei muss die Ausschlagung ausdrücklich auf die eingesetzte Erbschaft beschränkt werden.

Eine solche eingeschränkte Ausschlagung ist allerdings nicht möglich, wenn dies dem Willen des Erblassers entgegenläuft. Dies scheint mir nach Ihrer Schilderung vorzuliegen, da Ihr Vater durch die ausdrückliche Aufteilung des Erbes die gesetzliche Erbfolge ausschließen wollte, da Sohn A auf jeden Fall das Elternhaus erhalten und dies nicht allen Kindern zufallen sollte.


Mit freundlichen Grüßen


Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -



Bewertung des Fragestellers 03.11.2014 | 13:27


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