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Erbaufteilung unter Geschwistern


12.01.2007 13:40 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von



Wert des an die Schwester überschriebenen Hauses mit Grundstück: 150 000 Euro. Schwester (Übernehmer) wohnt seit 20 Jahren mietfrei im Haus.Zukünftig wohnt die Mutter (Überlasser) mietfrei im Haus. Wohnfläche 2 x 70 qm.Das Haus ist schuldenfrei.Was bzw wie hoch ist eine gerechte und auch rechtlich begründete Abfindung für die andere Schwester?
12.01.2007 | 15:41

Antwort

von


934 Bewertungen
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

Nach Ihrer Sachverhaltsschilderung könnte die andere Schwester einen sog. Pflichtteilsergänzungsanspruch nach § 2325 BGB geltend machen.

Dies setzt jedoch voraus, dass sie pflichtteilsberechtigt ist. Pflichtteilsberechtigte sind u.a. die Abkömmlinge des Erblassers. Der Pflichtteilsberechtigte wird nicht Erbe, so dass er aus dem Nachlass nichts fordern kann.
Wenn diese Sachlage auf Ihre Schwester zutrifft, kann sie nach § 2325 BGB als Ergänzung ihres Pflichtteilsanspruches die Hinzurechnung des Wertes einer Schenkung verlangen, die der Erblasser innerhalb eines Zeitraumes von zehn Jahren vor dem Zeitpunkt des Erbfalls einem Dritten gemacht hat.

Allerdings gilt die Zehnjahresfrist nicht, wenn ein Pflichtteilsberechtigter selbst vom Erblasser ein Geschenk - so wie in Ihrem Fall - erhalten hat.

Ausgleichspflichtige Geschenke werden dem Nachlass fiktiv hinzugerechnet. Von diesem rechnerischen Nachlass wird dann der Pflichtteilsanspruch berechnet.

Für den hypothetischen Fall, dass Ihre Mutter - was nicht zu hoffen ist - verstirbt und ihre Schwester keinen Pflichtteil erhält, weil kein Nachlass vorhanden ist, wird das im Wege der Schenkung zugewendete Grundstück dem Nachlass fiktiv addiert.
Der Pflichtteilsanspruch Ihrer Schwester betrüge die Hälfte ihres Erbteiles, demnach EUR 37.500, die Sie dann als Erbe an Ihre Schwester zahlen müssten.

Sie können aber auch darauf hinwirken, die andere Schwester zu bewegen, auf ihren Pflichtteil zu verzichten gegen Zahlung einer angemessenen Abfindung.
Der Betrag der Abfindungszahlung müsste sich dann an dem vorbezeichneten Pflichtteilsanspruch von EUR 37.500,00 orientieren.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Einstweilen verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -

Hamburg 2006
info@kanzlei-roth.de


Nachfrage vom Fragesteller 12.01.2007 | 18:02

Sehr geehrter Herr Roth. Vielen Dank für Ihre Antwort. Eine Frage ist noch offen. Wie wird die Mietfreiheit berechnet? Viele Grüsse nach Hamburg.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.01.2007 | 20:13

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Bei Grundstücksschenkung wird das Niederstwertprinzip angewendet. Danach wird der unentgeltlich zugewendete Gegenstand mit dem Wert in Ansatz gebracht, den er im Zeitpunkt des Erbfalls hat. Wenn er zum Zeitpunkt der Schenkung einen geringeren Wert hatte, so ist dieser Wert maßgeblich.
Darüber hinaus ist bei dem Wertvergleich auch der Kaufkraftschwund des Geldes zu berücksichtigen.

Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -

ANTWORT VON

Hamburg

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