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Entziehung des Sorgerechts, Unterstellung des sexuellen Mißbrauchs


03.11.2004 13:32 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Guten Tag,
ich bin Vater einer nichtehelichen Tochter (4 J.). KM hat das alleinige Sorgerecht. KM hat 3 weitere Kinder von anderen Vätern (15/12/0,5 J. alt).
Besteht eine Aussicht auf Entziehung des Sorgerechts der KM bei folgenden Fakten:
1. KM ist psychisch krank: mind. 2 Suizid-Versuche, der letzte in Gegenwart der Kinder, mind. 4 LKH-Aufenthalte, Antidepressiva-Einnahme seit 6 Jahren, Alkoholprobleme (aktenkundig).
2. Um mir den Umgang mit meiner Tochter zu verwehren, äußerte die KM mir gegenüber vor 2,5 Jahren den Verdacht auf sexuellen Mißbrauch. Auch Dritten gegenüber äußerte sie es. Zwei weiteren Personen gegenüber erklärte sie, dies nur zu dem Zweck getan zu haben, mir den Umgang zu verwehren (bezeugbar). Ich habe damals keine Anzeige erstattet, um KM bzw. die Kinder zu schonen und nicht Auslöser einer Fehlreaktion der KM zu sein.
3. In Auseinandersetzungen mit ihrem letzten Partner (Vater des 4. Kindes) drohte sie mehrfach damit, sich und das Kind umzubringen.
Es gibt noch viele andere Punkte, die m.E. das Kindeswohl meiner Tochter gefährden, aber fürs Gericht wahrscheinlich nicht gravierend genug sind (soziale Isolation der Kinder, schimmelbelastete Whg. u. Katzenhaltung trotz Asthma und Neurodermitis der Kinder usw.).
Zusatzfrage: Ist es sinnvoll, wenn ich die Verleumdung/üble Nachrede noch anzeige? Mir geht es nicht um eine Bestrafung der KM, sondern um den Schutz der Kinder, speziell meiner Tochter.
Zusatzinfo: Ein Antrag des Vaters des jüngsten Kindes auf Entziehung des Sorgerechts ist bereits gestellt (er hat aber gemeinsames Sorgerecht).
Die bisherigen Stellungnahmen bzw. Aktivitäten des J.A. sind leider eher unbrauchbar (nachweislich falsche Darstellungen, Verharmlosung der Situiation).
Z.Zt. ist es so, dass meine Tochter in Krisensituationen der KM meist bei meinen Eltern untergebracht ist, wo ich auch ständigen Kontakt mit meiner Tochter haben kann. Bei einem erfolglosen Versuch meinerseits, meine Tochter aus ihrer jetzigen Lebenssituation herauszuholen, wäre die Konsequenz der KM, dass meine Tochter wahrscheinlich nie wieder zu meinen Eltern oder mir Kontakt haben dürfte.
Deshalb ist mir eine halbwegs sichere Prognose für den Ausgang eines Antrags auf Entzug des Sorgerechts wichtig.
Ich wäre sehr dankbar für eine hilfreiche Antwort.
Guten Tag,

ausschlaggebend für die Entscheidung, ob das Sorgerecht entzogen bzw. auf den Kindesvater übertragen wird, ist allein das Wohl des Kindes.

Wenn die von Ihnen geschilderten Umstände beweisbar vorliegen (und unterstellt, daß bei Ihnen keine Hinderungsgründe bestehen), reicht die geschilderte Situation aus, um eine Übertragung des Sorgerechtes zu rechtfertigen. Voraussetzung hierfür ist auch ein vertrauensvoller Kontakt zwischen Ihnen und Ihrem Kind.

Sie sollten einen Anwalt vor Ort aufsuchen, der die einzelnen Gesichtspunkte mit Ihnen durchspricht. Ein Antrag an das Familiengericht auf Übertragung des Sorgerechtes wird von Seiten des Gerichtes nicht ohne Hinzuziehung des Jugendamtes und in der Regel eines Gutachters entschieden. Das Jugendamt wird im Vorfeld vom Gericht gebeten, unter Beiziehung beider Eltern einen Bericht über die Lebenssituation zu erstellen.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, daß eine vollständig sichere Prognose anhand Ihrer Angaben allein nicht möglich. Dies sollte ein Kollege vor Ort in direkter Rücksprache mit Ihnen entscheiden.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax. 04941 60 53 48
e-mail info@fachanwalt-aurich.de
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