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Entschulddigung/Schmerzensgeld von Krankenhaus einfordern wg seelischer Grausamkeit


26.11.2016 23:43 |
Preis: 35,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Guten Tag,

ich bin ein Brandopfer und war 2015 für etliche Wochen auf der Intensivstation.

Ich wurde wiederholt ans Bett gefesselt, wobei ich denke daß nicht jedes Mal gerechtfertigt war (ich hatte das Gefühl, ich falle denen lästig und werde deswegen ruhiggestellt).

Oft war ich ohnehin im Delirium, manchmal jedoch nicht. Einmal versprach mir der Pfleger, mich um 7 wieder zu befreien, dies geschah jedoch erst viel später zur Visite und erst dann durfte ich wieder kommunizieren daß ich an starken Durst litt ( ich war sehr immobil und wurde gefüttert, die Beine und Arme konnte ich etwas bewegen. Auch wurde ich beatmet., und konnte nur durch erfahrenes Personal verstanden werden. Dies führte dazu, daß die im Allgemeinen mein Stammeln ignorierten.

Nun kommt mein Kernproblem: wann immer ich irgendein Problem hatte, mußte ich mit meinem schmerzenden, geschientem Arm gegen das Bettgeländer poltern, um Hilfe zu holen. Ich polterte auch mit meinem Bein, manchmal ein halbe Stunde lang, bis zufällig ein passierender Pfleger oder Arzt dies hörte oder sah, und daraufhin hereinkam.

Ich wartete ewige Momente bis ich jemandem durch meine Glastür sah und polterte und winkte gleichzeitig.

Zum Beispiel gaben die mir rektal ein Stuhlgangmittel um dann zu verschwinden und nicht rechtzeitig wieder aufzutauchen, und ich konnte niemanden durch mein Poltern alarmieren, also saß ich mit verkrampftem Arsch und verkniffenen Gesicht in meinem Bett und schiss mir dann doch alles voll weil Niemand kam um mir eine Schüssel unterzuschieben.

Nachts hatte ich durch meine (Medikamente) Hallizunationen sehr große Angst und durchmaß emotionale Höllen und konnte keinen rufen. Ich merkte oft, daß ich Horrortrips hatte, bis jemand beruhigend mit mir sprach und mich sehr einfach wieder in die angstfreie Realität zurückholte. Ich war dann sehr verwirrt aber ruhig.

Ich hatte einen Kopfverband, und der verursachte mir Höllenqualen an meinen Ohren (wie ein Kopfhörer oder ein Mütze, die man den ganzen Tag aufhat). Die Ärzte und Pfleger erzählte mir jedoch, daß sei Wundschmerz, und ich hatte 2 Wochen lang Tortur bis eine erfahrene Pflegerin mir glaubte und den Verband neu anordnete.

Meine Schwester erzählt mir, daß das Personal mir öfters ohne Bescheid zu sagen einfach einen Schlauch rausrissen (Harnröhre) oder welche reinschoben. Klar war ich zu der Zeit im Durchgangssyndrom (jenes lang andauerndes Delirium), und ich kann mich auch nicht erinnern, aber sowas ist einfach kein korrektes verhalten.

Ich kann mich auch erinnern, daß eine Schwester mit Gewalt versuchte, mir einen Ernährungsschlauch durch die Nase in den Schlund zu schieben, ich wehrte mich, aber ohne Erfolg. Lange Zeit hatte ich immer schlimmer werdende Schmerzen beim Schlucken (was denen egal war), bis ich barmherziger weise von dem Schlauch befreit wurde, und normal essen durfte.

Das schlimmste jedoch war, und das ist mein Hauptgrund für eine Einforderung von Schmerzensgeld und oder einer Entschuldigung, daß ich hinterher bei meinen letzten beiden Wochen Aufenthalt gefragt wurde, weshalb ich denn keine Klingel am Bett haben würde, (ich müßte doch bloß darum bitten, so war der Tenor). Dann bekam ich eine Klngel, die wurde mir dann wieder ein paar Tage weggenommen, bis die kompetente Schwester namens Helga immer sicherging daß ich die Klingel auch hatte und bedienen konnte, bevor mich die Kräfte alleine ließen. Da war ich aber Gesundheitlich viel viel stabiler und hatte keine Angsttreibenden Horrortrips mehr. Beatmet wurde ich auch nicht mehr und konnte reden.

Ich hatte durch meine Brandverletzung oft Schüttelfrost, am nächsten Tag dann Hitzewallungen. Ich schwitzte Nachts solange bis ich durch die nasse Bettdecke fror, und dann fror ich die ganze Nacht, ich konnte ja keinen alarmieren, da niemand auf dem Gang unterwegs war. Dann wiederum tagsüber verging ich vor unmenschlicher Hitze und litt großen Durst bis jemand kam, mir was zu trinken gab und die Klimaanlage runteregelte.

Einmal hate jemand meine Verbände verhunzt, und die waren an den Wunden festgetrocknet. Sie wurden mir von meinem Nacken und Rückenbereich heruntergerissen, alles war voller Blut.

Ich kann noch viel mehr solche Dinge erzählen, wie z.b. daß sie bei meinem zweiten Klinikaufenhalt beim herausziehen der Wunddrainage vergaßen, das Vakuum zu lösen, so daß sich der Schlauch in der Wunde festsaugte und die Schwester fast meine Muskelfasern mitrausriss, um dann als der Schlauch aus der Wunde schnellte, die Außenluft explosionsartig in die Wunde strömte und mir sehr sehr große Schmerzen bereitete. Beim zweiten Schlauch das gleiche, ich erlitt einen dokumentierten Nervenzusammenbruch und die Ärztin Frau Jasmin Gaab schaute mich an als wäre ich ein Waschlappen. Und das Ganze weil die mir nicht zuhören wollten daß man lieber ganz ruhig mit mir zusammen arbeiten kann anstatt mir zackzack irgendwelche Schläuche rauszureißen um 2 Sekunden zeit zu sparen.

Lange Rede kurzer Sinn, kann ich wegen der Klingel-Sache darauf dringen daß sich die Klinik bei mir entschuldigt bzw mir zumindest ein symbolisches Schmerzensgeld bezahlt?

Ach ja: neben vielen anderen Diagnosen habe ich eine Depression, eine Posttraumatische Belastungsstörung und eine tiefgreifende Persönlichkeitsstörung bescheinigt bekommen.

Alle hier erzählten Dinge müssen in meiner Krankenakte dokumentiert sein, und ich habe meine Familienmitglieder als Zeugen.
Eingrenzung vom Fragesteller
26.11.2016 | 23:51

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Sehr geehrter Ratsuchender,


natürlich sind bei schuldhaften Pflichtverletzungen Ersatzansprüche nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung grundsätzlich möglich.

Aber die von Ihnen wahrgenommenen Pflichtverletzungen werden Sie so auch beweisen müssen, wobei nicht klar ist, wie Familienmitglieder als Zeugen aus eigener Wahrnehmung zur Verfügung stehen sollen. Diese müssten dann letztlich tatenlos daneben gestanden haben.


Daher werden Sie zur Beseitigung dieser Beweisprobleme die Krankenakte heranziehen müssen, so dass Sie einen Rechtsanwalt beauftragen sollten, diese Akte anzufordern und damit vorhandene Beweise zu sichern - das Recht auf Einsicht steht Ihnen nach $ 630g BGB zu.


Ohne eine entsprechende Dokumentation in dieser Patientenakte sehe ich aber aufgrund der Beweisschwierigkeiten keine Möglichkeit der erforgreichen Anspruchsdurchsetzungen.


Eine Misshandlung von Schutzbefohlenen nach § 225 StGB kann in Betracht kommen; aber auch hier wird die Patientenakte Grundlage eines verfahrens werden.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 27.11.2016 | 18:40

Danke für Ihre Antwort. Ich werde also Einblick in die Patientenakte erlangen. ich kann also meinen Anwalt damit beauftragen, daß er die Patientenakte anfordert?

Zum Thema meine Angehörigen und deren Pflichten:

Wenn meine Schwester sieht und mehrfach erlebt, daß ich unter Schmerzen gegen das Bettgestell poltern muß weil mir keine Patientenklingel zugebilligt wurde, dann steht außer Frage daß sie in meinem Sinne stellvertretend für mich das Personal gerufen hat oder mir z.b. zu trinken gab.

Eine Klingel konnte sie mir allerdings auch nicht beschaffen.

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.11.2016 | 19:21

Sehr geehrter Ratsuchender,


ja, damit können Sie auch einen Rechtsanwalt beauftragen.

Dieser kann auch dann die Sache mit der Klingel klären.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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