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Entfernung Baum zum Nachbargrundstück wenn Nachbars Haus auf Grundstücksgrenze steht


| 26.08.2008 14:23 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von




Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben uns gerade ein Haus mit Grundstück gekauft. Auf einer Seite des Gartens steht ein Nachbarhaus direkt an der Grundstücksgrenze.
In unserem Garten stehen wenige Meter entfernt vom Nachbarhaus 2 Apfelbäume, die dort seit mehr als 10 Jahren existieren. Ein Trieb berüht nun die Hauswand des Nachbarhauses.
Der Nachbar verlangt nun von uns, dass wir die Bäume soweit zurück schneiden, dass die Äste mindestens einen Meter von seiner Hauswand entfernt sind. Wir werden das sicher tun, da wir darin kein Problem für uns sehen. Weil dieser Nachbar allerdings nicht auf die freundliche Art gefragt hat sondern polternd auf mich zukam, und mir sogar prügel androhte(!), würde ich gerne wissen:

1. Wie weit muss ich die Bäume laut Gesetz zurück schneiden, wenn sie in Richtung Hauswand des Nachbarhauses wachsen?

Da wir uns von diesem Nachbarn (er hat ein Fenster in Richtung unseres Gartens) extrem beobachtet fühlen, würden wir gerne eine Hecke im Abstand von etwa 4 Metern von seinem Haus Pflanzen. Es ist vorprogrammiert dass dieser Nachbar sich beschweren wird, dass er nicht nur auf eine Hecke schauen will.
Auf unserem Grundstück sind keinerlei Lasten eingetragen.
Alles, was er ohne diese Hecke sehen würde, wäre unser Haus und unser Grundstück.
Daher meine Frage:

2. Dürfen wir eine hohe Hecke pflanzen, auch wenn der Nachbar ein Fenster in diese Richtung hat? Wie hoch darf diese Hecke maximal sein, wenn sie 4 bis 5 Meter von seinem Haus entfernt steht? Wie groß muss der Mindestabstand zu Nachbars Haus sein?

MfG
Brands
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Antwort vom
26.08.2008 | 15:15
Sehr geehrter Ratsuchender,

zu Ihren Fragen:

1.
Der Nachbar ist nicht verpflichtet, einen Überhang des Apfelbaumes zu dulden. Nach § 910 BGB kann der Eigentümer eines Grundstücks Wurzeln eines Baumes oder eines Strauches, die von einem Nachbargrundstück eingedrungen sind, abschneiden und behalten. Das Gleiche gilt von herüberragenden Zweigen, wenn der Eigentümer dem Besitzer des Nachbargrundstücks eine angemessene Frist zur Beseitigung bestimmt hat und die Beseitigung nicht innerhalb der Frist erfolgt.

Die Bestimmung der Frist hat sich dabei an Wachstums- und Obsterntezeit zu orientieren. Der Nachbar kann ggfls. einen Rückschnitt bis zur Grundstücksgrenze verlangen.

2.
Die Grenzabstände für lebende Hecken richten sich in Ihrem Fall nach den §§ 39 und 40 des Hessischen Nachbarrechtsgesetzes; maßgeblich ist nicht der Abstand der Hecke zum Nachbarhaus, sondern zum Nachbargrundstück.

Danach haben der Eigentümer und die Nutzungsberechtigten eines Grundstücks bei dem Anpflanzen lebender Hecken von den Nachbargrundstücken folgende Abstände einzubehalten:

1. mit Hecken über 2 m Höhe 0,75 m,
2. mit Hecken bis zu 2 m Höhe 0,50 m,
3. mit Hecken bis zu 1,2 m Höhe 0,25 m.

Diese Grenzen gelten nicht für Hecken, die das öffentliche Recht als Einfriedung vorschreibt. Die doppelten Abstände nach den §§ 38 und 39 sind einzuhalten gegenüber Grundstücken, die

1. dem Weinbau dienen,
2. landwirtschaftlich nutzbar sind oder dem Erwerbsgartenbau oder dem Kleingartenbau dienen und im Außenbereich (§ 19 Abs. 1 Nr. 3, § 35 Baugesetzbuch) liegen oder
3. durch Bebauungsplan der landwirtschaftlichen, erwerbsgärtnerischen oder kleingärtnerischen Nutzung vorbehalten sind. Weiter gelten diese Vorschriften nicht für

1. Anpflanzungen, die hinter einer Wand oder Mauer vorgenommen werden und diese nicht überragen,
2. Anpflanzungen an den Grenzen zu öffentlichen Straßen, zu öffentlichen Grünflächen und zu Gewässern,
3. Anpflanzungen auf öffentlichen Straßen.

Der Abstand wird von der Mitte des Baumstammes, des Strauches oder des Rebstocks bis zur Grenzlinie gemessen, und zwar an der Stelle, an der der Baum, der Strauch oder der Rebstock aus dem Boden austritt.

Ich hoffe, Ihnen erste Anhaltspunkte gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichem Gruß

Kaussen
Rechtsanwalt

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"Der Ratgeber hat lediglich den Gesetzestext kopiert und gepostet. Der war mir hinlänglich bekannt. Darin geht es um "in das Nachbargründstück überhängende Pflanzen". Bei MIR geht es aber um Pflanzenteile, die noch auf MEINEM Grundstück sind, aber die Hauswand des Nachbarn BERÜHRT (und so habe ich die Frage auch gestellt), und wie weit ich den (im laut Gesetz legalem Abstand gepflanzten) Baum zurückschneiden muss. Muss ich ihn überhaupt zurück schneiden, wenn er nicht IN das fremde Grundstück hereinreicht? Um einfach einen Gesetzestext zu suchen und zu lesen gibt es Google - dafür muss ich keine 40,- Euro bezahlen. Schade um das Geld. Auch wenn es nicht viel ist, es ist doch zum Fenster heraus geworfen. Außer die Gesetzestexte als Antwort zu schicken ist der Ratgeber in keiner Weise wirklich auf meine Frage eingegangen. Bin keinen Deut schlauer als vorher und werde diese Seite definitiv NICHT mehr nutzen... :"
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