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Endpreis erhähen bei Selfpublisher über Kleinunternehmergrenze


| 29.12.2016 10:19 |
Preis: 40,00 € |

Medienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking



Liebe Rechtsanwälte,

wir haben Bücher & eBooks veröffentlicht und waren bisher Kleinunternehmer. Ab 2017 kommen wir über die Kleinunternehmergrenze und sind steuerpflichtig. Beispiel - bisher hatten wir unser Buch für 17 Euro und ebook für 14 Euro Endpreis verkauft. MÜSSEN wir diese Endpreise beibehalten? Dann hätten wir logischerweise weniger Gewinn:

Buch - Endpreis bisher 17 Euro - Gewinn wäre dann:
Nettopreis: 15,89 Euro
+ Steuer 7%: 1,11 Euro
= Brutto: 17 Euro

eBook - Endpreis bisher 14 Euro - Gewinn wäre dann:
Nettopreis: 11,76 Euro
+ Steuer 19%: 2,24 Euro
= Brutto: 14 Euro

Oder dürfen wir die Steuer auf die Endpreise drauf hauen und haben dann neue Endpreise? Können quasi statt 17 Euro Endpreis einfach 18,90 Euro verlangen? (um auch weitere Zusatzkosten wie Steuerberater usw. abzudecken) Verstößt das gegen Buchpreisbindung? Werden Buch und eBook gleich behandelt? Wie sieht es mit der Erhöhung der Preise im Ausland aus (unterschiedliche Steuersätze in Österreich und Schweiz)?
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Auch eBooks zählen seit der Gesetzesänderung in diesem Jahr zu Büchern im Sinne des Buchpreisbindungsgesetz, § 3 Absatz 1 Nr.3 BuchPrG. Sie dürfen aber unterschiedliche Preise für Printausgabe und eBook festsetzen.

§ 5 Absatz 1 BuchPrG enthält die Verpflichtung, "einen Preis einschließlich Umsatzsteuer (Endpreis) für die Ausgabe eines Buches für den Verkauf an Letztabnehmer in Deutschland festzusetzen und in geeigneter Weise zu veröffentlichen. Entsprechendes gilt für Änderungen des Endpreises." § 8 BuchPrG sieht eine Mindestdauer von 18 Monaten für die Buchpreisbindung vor. Das Gesetz verbietet aber keine Preisänderungen während dieses Zeitraums, sofern bei allen Händlern der gleiche Preis gilt. Insofern können Sie die Preise entsprechend anpassen, selbst wenn das Erscheinen der Bücher weniger als 18 Monate zurückliegt.

Das deutsche Buchpreisbindungsgesetz gilt nur für den Vertrieb in Deutschland. Die Schweiz hat keine gesetzliche Regelung hierzu. Österreich hat ein ähnlich gestaltetes Buchpreisbindungsgesetz, insofern dürfte auch hier eine entsprechende Erhöhung zulässig sein, soweit sie entsprechend bekannt gemacht wird und alle nationalen Händler bindet.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 31.12.2016 | 04:19


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