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Eintragung als Kaufmann (e.K.) und Konsequenzen daraus


13.12.2011 13:31 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Guten Tag,

ich betreibe als Einzelunternehmer seit 20 Jahren ein Gewerbe. Nach einem jetzt anstehenden Umzug plane ich am neuen Wohnort eine Eintragung als e.K., um bei Geschäftspartnern höheres Ansehen zu genießen.

Meine Gewinne und Umsätze liegen immer unterhalb der Grenzen, die nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz von einer Pflicht zur doppelten Buchführung/Bilanzierung freistellen.

Dennoch ergeben sich für mich folgende Fragen, da ich meine Buchführung weiter ohne Steuerberater machen möchte:

1. Kann ich nach Umzug und Eintragung als e.K. sofort, also auch im 1. Jahr nach Eintragung, auf Eröffnungsbilanz, doppelte Buchführung etc. verzichten, wenn ich weiter unter den Grenzen des §241a HGB liege? Ich möchte weiter einfach eine Einnahmenüberschussrechnung machen.

2. Auch wenn handelsrechtlich keine Pflicht zur Bilanzierung besteht, kann ich aufgrund anderer Gesetze (z.B. AO, also steuerrechtlich) trotzdem bilanzierungspflichtig werden?

3. Kann ich auch als e.K. weiter nur ein Bankkonto für private und geschäftliche Zwecke gemeinsam nutzen?

4. Wie ist der Ablauf nach Umzug zur Eintragung? Erst zum Notar, dann nach HR-Eintragung zur Gewerbeanmeldung? Welche Unterlagen braucht der Notar zu einer Eintragung als e.K.?



-- Einsatz geändert am 14.12.2011 10:14:52

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:

1. und 2.Unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:
Ist Ihr Unternehmen im Handelsregister eingetragen, gilt das Unternehmen als Handelsgewerbe (§ 2 HGB). Damit ist grundsätzlich auch die handels- und steuerrechtliche Buchführungspflicht gegeben.

Die Eintragung des Unternehmens hat konstitutive Wirkung, d.h. es kommt auf das Vorliegen eines in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetriebes dann nicht mehr an.

Nach § 241a HGB (Fassung des BilMoG) sind allerdings Einzelkaufleute, die an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren nicht mehr als 500.000 Euro Umsatzerlöse und 50.000 Euro Jahresüberschuss erzielen, von den handelsrechtlichen Buchführungspflichten der §§ 238 bis 241 HGB befreit (erstmalige Anwendung auf Jahres- und Konzernabschlüsse für das nach dem 31.12.2007 beginnende Geschäftsjahr).

Liegen die Voraussetzungen des § 141 AO vor, entsteht eine originäre steuerliche Buchführungspflicht, vgl. Buchführungspflicht nach § 141 AO.Nach § 141 AO sind gewerbliche Unternehmer sowie Land- und Forstwirte buchführungspflichtig, wenn sie

1.
bestimmte Größenmerkmale erfüllen (500 tsd. EUR Umsatz oder 50.000€ Gewinn im Wirtschaftsjahr) und
2.
die Finanzbehörde den Unternehmer (oder Land- und Forstwirt) auf die Buchführungspflicht hingewiesen hat.




Soweit auch die Voraussetzungen des § 141 AO nicht erfüllt sind, können Sie den Gewinn durch Einnahmenüberschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG ermitteln.

Je nach Gewerbeart haben Sie allerdings nach Sondervorschriften eventuell die Verpflichtung zur Buchführung bzw. Aufzeichnung.
3. Sie können weiterhin ein Konto führen.
4.Zunächst wenden Sie sich an einen Notar. Er hilft Ihnen bei der Formulierung des Eintragungsantrags, beglaubigt diesen und reicht ihn beim zuständigen Amtsgericht - Abteilung Handelsregister - ein. Dann melden Sie den Umzug gegenüber dem Gewerbeamt und vermerken die Eintragung im Handelsregister.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen.

Mit freundlichen Grüßen
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