Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
476.375
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Einreise nach Kanada


| 10.12.2014 11:30 |
Preis: ***,00 € |

Internationales Recht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Nach kanadadischen Einwanderungsrecht kann die Einreise aufgrund einer Jugendstraftat allein nicht verweigert werden. In den meisten anderen Fällen ist hyptothetisch zu prüfen, wie das materielle Strafrecht der einzelen Provzinen die Tat würdigen würde, wäre sie dort begangen worden.


Sehr geehrte Damen und Herren,

kurz zu meiner Person: Ich bin deutscher sowie US-amerikanischer Staatsbürger und möchte demnächst für eine Woche in Kanada Urlaub machen.

Der Einreisebeamte kann mich ja eventuell fragen ob ich schonmal verhaftet bzw. zu einer Strafe verurteilt wurde.

1998 (15 Jahre alt) wurde ich mit einer Luftdruckpistole (Besitz legal erst ab 18) erwischt und musste daraufhin ein paar Sozialstunden ableisten.

Ich habe nun beim Amtsgericht eine Einsicht in meine Akte beim Bundeszentralregister gemacht und dort stand "keine Eintragung".

Kann ich nun guten Gewissens die beiden o.g. Fragen bei der Einreise verneinen!?
Eingrenzung vom Fragesteller
10.12.2014 | 11:36
10.12.2014 | 13:15

Antwort

von


130 Bewertungen
Winsstraße 66
10405 berlin
Tel: 03040393365
Web: www.jahn-law.com
E-Mail:
Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf der Basis der gegebenen Informationen wie folgt. Dritte weise ich vorab darauf hin, dass die nachfolgenden Ausführungen wirklich nur für KANADA gelten. Sie gelten nicht für die USA und sie lassen sich auch nicht auf irgendeinen anderen Staat übertragen.

Ob etwas noch im deutschen Bundeszentralregister steht oder nicht, ist aus Sicht ausländischen Einwanderungsrechts zunächst einmal auch eher selten relevant. Die entsprechenden Regelungen für die Einreise bei Vorliegen einer früheren strafrechtliche Verurteilung außerhalb des Landes, in das man einreisen will, knüpfen alle nicht daran an, was in einem Register eines anderen Landes eingetragen ist, sondern an den Deliktstyp und an die angedrohte und die verhängte Strafe. Ein gewisse Besonderheit der kanadischen Bestimmungen ist, dass sie teilweise darauf abstellen, wie die Tat rechtlich zu bewerten gewesen wäre, wäre sie in Kanada begangen worden.

Vorliegend geht es anscheinend um unerlaubten Waffenbesitz, für den in Deutschland vermutlich eine Jugendstrafe verhängt wurde –(weil Sie angeben, dass der Besitz ab 18 sowieso nicht mehr strafbar gewesen wäre, und sie zur Zeit der Begehung 15 waren).

Das kanadische Einwanderungsrecht ist geregelt im Immigration and Refugee Protection Act (IRPA 2002). Die Auswirkungen einer früheren strafrechtlichen Verurteilung sind geregelt in Div. 4 Sect. 33 bis 37 IRPA. Ich würde die alte Jugendstrafe zwar angeben, weil auch das Verschweigen natürlich eine Immigration-Offence ist, die Subsumtion muss man aber schon ihm überlassen. Deshalb würde ich ggf. klarstellen, dass es:

1.) Um eine Luftpistole ging nach föderalen kanadischen Waffenrecht vermutlich noch nicht einmal „restricted" ist, so dass sich die andernfalls entscheidenden zwei Fragen,

ob a) diese Straftat, wäre sie in Kanada begangen worden und dort auch strafbar, nach dem föderalen Waffenrecht oder dem materiellen Strafrecht der Einzelstaaten mit einer Strafandrohung von mindestens 10 Jahren strafbewehrt wäre (Sect. 36 (1) (a) IRPA);

oder b) ob es sich überhaupt um eine Straftat handelt, die, wenn sie in Kanada begangen worden wäre, dort eine Straftat darstellt, die in einer Hauptverhandlung verfolgbar wäre (Sect. 36 (2) (a) IRPA),

vorliegend noch nicht einmal stellen.

2.) Die Straftat wäre sie in Kanada begangen worden, auch in die dortigen Strafregister unter dem Criminal Records Act nicht mehr eingetragen wäre (Sect. 36 (3) (b) IRPA) und auch in Deutschland nicht mehr eingetragen ist.

3.) Die ganze Frage, sowieso deswegen obsolet ist, weil die Straftat, wäre sie in Kanada begangen worden und dort auch strafbar, auch nur nach dem Juvenile Offenders Act zu verfolgen gewesen wäre, weil sie bei der Straftat erst 15 waren und auch in Deutschland nur eine Jugendstraftat verhängt wurde (Sect. 36 (3) (e) i) bis iii) IRPA).

Mit freundlichen Grüßen und Save Travel.
Ra. Jahn


Nachfrage vom Fragesteller 10.12.2014 | 13:36

Verstehe ich Sie richtig?

Die Kanadischen Behörden würden bei einer Abfrage die Sache nicht in ihrem System sehen aus den oben ausgeführten Gründen!?

Sie empfehlen mir aber dennoch bei direkter Frage des Beamten die Sache zu erwähnen und zu erläutern?!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.12.2014 | 14:00

Ja, bei direkter Frage schon. Aber wenn Sie einfach durchgewunken werden natürlich nicht. Ausländische Einwanderungsbehörden haben auch meines Wissens sowieso keinen direkten Zugriff auf das deutsche Bundeszentralregister, höchstens auf Interpol-Datenbanken, in denen dürften Sie aber sowieso kaum gelandet sein.

Ergänzung vom Anwalt 10.12.2014 | 11:36

Danke. Um es nicht zu kompliziert zu machen, sagen sie einfach in etwa folgendes: "Yeah, I once had to do some hours of social work as a juvenile offender back in the ninties. I was 15 then. The charge was for unlawful possesion of a unregistered airpistol - which doesn´t even need to be registered in Germany if it is in the posession of an adult, I was simply too young back then." Irgendwas in der Art. Das sollte reichen. Vermeiden sollten sie nur die Worte unregistered firearm or handgun.
Bewertung des Fragestellers 10.12.2014 | 14:09


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Andre Jahn, LL.M. (US) »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 10.12.2014
4,8/5.0

ANTWORT VON

130 Bewertungen

Winsstraße 66
10405 berlin
Tel: 03040393365
Web: www.jahn-law.com
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Steuerrecht, Internationales Recht