Einparkschramme nicht bemerkt - jetzt Ermittlung wegen Fahrerflucht
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Verkehrsrecht
Beantwortet von
Rechtsanwalt Dipl. Jurist Felix Hoffmeyer, LL.M.
| in unter 2 Stunden
Hallo
folgende Situation:
Ich habe Post von der Polizei, soll mich als Halter meines Dienstwagens als Zeuge bei der Polizei melden. Der Lenker meines Fahrzeuges habe zur Tatzeit (laut beiliegendem Unfallbericht ist diese eingegrenzt auf 17 bis 18:10 eines Tages) ein anderes Auto auf einem Parkplatz angefahren und sich unerlaubt vom Unfallort entfernt, deshalb ermittle nun die Polizei wegen Unfallflucht. Mein Fahrzeug müsse zwecks Spurensicherung in Augenschein genommen werden.
Unfallbericht enthält Kontaktdaten des Geschädigten und sein und mein KFZ-Zeichen.
Nun war ich tatsächlich an besagtem Tag auf diesem Parkplatz, den gesamten Tag und die darauffolgende Nacht über (auch die 2 Tage vorher, war auf einem Seminar), habe aber nichts von einem Unfall gemerkt. Dachte erst dass es völlig unmöglich sei, dass ich einen Unfall verursacht hätte weil ich den gesamten Tag bis zum Morgen des darauffolgenden Tages das Auto nicht bewegt habe. Dann fiel mir aber ein, dass ich tatsächtlich ungefähr zur angegebenen Tatzeit für eine halbe Stunde einer Freundin was vorbeigebracht habe, mich nach einer halben Stunde aber wieder auf diesen Parkplatz (es handelt sich um einen kleinen Parkplatz mit ca. 10 Stellplätzen) gestellt bis zum darauffolgenden Morgen. Dafür gibt es Zeugen.
Leider hat mein Dienstwagen vorne sowohl links wie rechts kleine Kratzer in der Stossstange, bei beidem habe ich keine Ahnung wo das herkommt, links waren die Kratzer vorher schon da, rechts ist mir das erst Wochen nach dem Tattag aufgefallen. Das Ziffernschild ist auch etwas eingedellt, das stammt aber von einem leichten Auffahrunfall im Sommer 2011.
Ich habe keinerlei Motiv, Unfallflucht zu begehen, da bei einem Unfall generell mein Arbeitgeber zahlt.
Weil ich im Vertrieb tätig bin und viel fahre, (und bis vor einiger Zeit nicht wusste wie ein Radargerät aussieht :-() habe ich bereits 11 Punkte in Flensburg. Eine Verurteilung würde mich ruinieren.
Was soll ich nun tun:
a) Die Wahrheit sagen (also dass ich nichts bemerkt habe)und hoffen dass man mir glaubt - wenn ich tatsächlich hätte Unfallflucht vorsätzlich begehen wollen, dann hätte ich mich doch nicht 30 min später wieder seelenruhig auf genau denselben kleinen Parkplatz gestellt, oder?? Ein Freund von mir kann das bezeugen.
oder
b) Von meine Zeugenverweigerungsrecht Gebrauch machen und sagen jemand anderes sei gefahren (allerdings darf nur ich und mein Freund bzw. meine Eltern mit dem Dienstwagen fahren und die wohnen 500 km vom Unfallort entfernt...)
oder
c) eventuell auch Anzeige erstatten gegen Unbekannt wegen der Kratzer im Lack vorne links und rechts?
Vielen Dank für Ihren Rat.
Fahrerflucht









