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10.12.2009 19:49 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht



Guten Tag,

ich bin Student und Mitarbeiter in einem Einzelunternehmen. Im Frühjahr ist mein Chef als Einzelunternehmer in die Privatinsolvenz gegangen. Im Herbst hat er es geschafft, dass die Firmen aus der Insolvenz herausgelöst wurden. Die beiden Firmen sind jetzt „eigenständig“ und momentan ist nur noch die Privatinsolvenz gegeben.

In der Zeit der Insolvenz bat er mich einige Geldeingänge über mich laufen zu lassen. Es wurde über erbrachte Leistungen der Firma ganz normale Rechnungen geschrieben, allerdings mit meiner Kontoverbindung drauf.

Die Zahlungen (Gesamt 10T) gingen bei mir ein und ich habe sie von meinem Konto abgehoben und meinem Chef in bar ausgezahlt. Damit wurden Rechnungen direkt und voll bezahlt, die vor und während der Insolvenz entstanden sind.

Dieser Vorgang geschah komplett während der Insolvenz und der Insolvenzverwalter wird mit Sicherheit nicht eingeweiht gewesen sein.

Meine Frage ist jetzt wo ich diese Sache nachträglich anmelden muss, um nicht später das böse Erwachen zu bekommen. In wie weit kann ich mit zur Verantwortung gezogen werden. Wenn ja, wie kann ich mich daraus befreien?
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Bitte beachten Sie zunächst, dass hier lediglich eine erste Einschätzung der Rechtslage möglich ist und dass jede Ergänzung des Sachverhalts zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann.

Nachdem Ihr Chef nunmehr die Firmen aus der Insolvenz herausgelöst hat, nehme ich an, dass es sich im vorliegenden Verfahren um eine Regelinsolvenz handelt, bei der ihr Chef die Firmen wahrscheinlich freigegeben oder verkauft hat.
Zunächst dürfte durch Ihr Verhalten eine strafbare Beihilfe Ihrerseits zur Gläubigerbegünstigung und wahrscheinlich auch zum Bankrott, begangen durch Ihren Chef, vorliegen.
Wenn Sie sich mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Informationen an den Insolvenzverwalter wenden, werden die Forderungen mit hoher Wahrscheinlichkeit den Gläubigern bekannt. Diese dürften sodann Strafanzeige gegen Ihren Chef wegen der oben genannten Tatbestände und gegen Sie wegen Behilfe bei der zuständigen Staatsanwaltschaft einreichen
Straftaten des Schuldners im Insolvenzverfahren führen in aller Regel zur Versagung der Restschuldbefreiung. Ausserdem haben die Gläubiger des Verfahrens einen deliktischen Anspruch auf Schadensersatz gemäß §§ 823 BGB in Verbindung mit dem jeweiligen Straftatbestand. Die Gläubiger können von Ihrem Chef entweder den "Qutoenschaden" oder unter Umständen den Gesamtbetrag im Wege der Zivilklage fordern.
Denn der nicht angegebene Betrag stand der Insolvenzmasse nicht zur Verfügung. Dies führte zu einer Benachteiligung bestimmter Gläubiger.
Möglicherweise kann Insolvenzverwalter einen Schadensersatzanspruch direkt gegen Sie in voller Höhe des nicht angegebenen Betrages geltend machen.
Die Möglichkeit der Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft dürfte die zu erwartende Strafe mindern. Denn es ist fraglich, ob es ohne Ihre Mitwirkung zur Aufklärung kommen kann. Ihr Chef dürfte von einer Selbstanzeige absehen, da er wohl um die Restschuldbefreiung fürchten wird. Die Gläubiger, denen das Geld durch Ihren Chef in Bar übergeben worden ist, würden bei Mitteilung dieses Sachverhaltes das Geld mit hoher Wahrscheinlickheit nicht behalten dürfen. Ihre Mitwirkung würde das Gericht sicherlich berücksichtigen, da die Sie, wie oben ausgeführt, wesentlich zur Aufklärung beigetragen haben. Wenn Sie also den Weg der Selbstanzeige wählen, wird es wahrscheinlich bei den oben genannten weitreichenden Folgen bleiben und eine mildere Geldstrafe wäre zu erwarten.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben. Bitte zögern Sie nicht, mich gerne jederzeit direkt zu kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Dubsky
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