387.924
Registrierte
Nutzer
Schneller und günstiger Rat vom Anwalt online.
Rechtsverbindlich: Antwort von einem Anwalt. Vertrauendwürdig: Kein Abo, keine Folgekosten.
Vertaulich:
Anwalt Direktanfrage

Vertrauliche Rechtsberatung beim Anwalt Ihrer Wahl.

  • Dateien mitschicken
  • Kein Termin, kein Aufwand
  • ab 25 € mit dem Anwalt vereinbar
Topseller
Frag-einen-Anwalt.de

Einfacher geht es nicht, Das Original und Testsieger.

  • Frage online stellen
  • Ein Anwalt antwortet in 2 Stunden.
  • Beratung zu Ihrem Preis.
  • Ab 25 €
Sofort:
Telefonberatung

Jetzt sofort von einem Anwalt helfen lassen.

  • Sekundengenaue Abrechnung.
  • Später jederzeit anhören.
  • Ab 1,49 €/Min.
Beratungen vergleichen
825 Besucher | 12 Anwälte online
Schon bei uns registriert?
Bitte melden Sie sich an.
Nutzername


Passwort
Einloggen Passwort vergessen?

Oder mit einem Ihrer Konten:
Login via Facebook

Einkommensteuererklärung 2005 - Geltentmachung von Pflegeheimkosten ggü. Finanzamt.


25.01.2006 12:00 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von




Ausgangssituation:

Vater u. Mutter Rentner. Einkommen gesamt 1.750,00 €/mtl.

Mutter wg. Demenzerkrankung im Pflegeheim. Eigenmitteleinsatz des Mannes pro Monat 1.400,00 €/mtl. aus Ersparnissen.

Frage 1: Ist der Vater seit neuestem Einkommensteuerpflichtig?

Frage 2: Kann der Vater, auch ohne steuerpflichtigkeit, ggü. Finanzamt den Aufwand geltend machen - wenn ja, mit welchem Formular?

Frage 3: Ist es aus einkommensteuerrechtlichen Gründen ratsam, die Heimkosten über ein Kind laufen zu lassen und wie wirkt sich das in seiner Einkommensteuererklärung aus?
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 10 weitere Antworten zum Thema:
Antwort vom
25.01.2006 | 13:24
Sehr geehrte Ratsuchende,
sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben beantworten möchte.

Zur Frage 1:
Diese Frage ist nach Ihren Angaben nicht lösbar, da es hierfür der Angabe der Renteneinkünfte je Elternteil sowie deren Alter und das Alter b ei Rentenantritt bedarf.
Des Weiteren ist noch wichtig von Ihnen zu erfahren, um was für Renten sich es handelt, denn es könnten ja auch Versorgungsbezüge sein, die nicht unter die Einkünfte aus § 22 EStG als Renteneinkünfte, sondern unter die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit gem. § 19 EStG darstellen.

Die Renteneinkünfte müssten deswegen einzeln aufgeführt werden, da die Einkunftsermittlung in der Einkommensteuer selbst bei zusammenveranlagten Ehegatten getrennt stattfindet. Dies schon allein wegen des Systems der Einkommensteuer und den ggf. unterschiedlichen Werbungskosten pro Elternteil.

Das Alter bei Rentenantritt ist deswegen erforderlich, um den Ertragsanteil zu bestimmen, nach dem die Rente der Einkommensteuer zuzuführen ist. Dieser Ertragsanteil mindert die tatsächliche Rente auf den so genannten fiktiven Zinsanteil der Rente, da der Rückfluss des Kapitalanteils nicht der Einkommensteuer unterliegen solle. Somit ist der Ertragsanteil in % geringen je höher das Renteneintrittsalter liegt, da der Kapitalanteil gegenüber dem Zinsanteil mehr wächst, je länger in die z.B. Rentenversicherung eingezahlt hat.
Bei Renteneintritt nach Ablauf des 65. Lebensjahres würde der Ertragsanteil 27 % betragen.

Bei meiner jetzigen Berechnung gehe ich davon aus, dass nur der Vater Rentner ist, die Mutter keine Einkünfte hat. Der Vater ist mit 65 ins Rentenalter eingetreten und Ihre Eltern wählen die Zusammenveranlagung.
Somit betrüge die Bemessungsgrundlage für die Einkünfte aus § 22 EStG 27 % von (EUR 1.750,00 X 12) 21.000,00 = EUR 5.670,00. Sollte dies der Fall sein, wäre der Grundfreibetrag für 2005 in Höhe von EUR 7.664,00 nicht einmal tangiert, so dass Ihre Eltern beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen könnten.
Sollte dies mit der Rente so sein und beide würden mit 65 in das Rentenalter eingetreten sein, wird der Grundfreibetrag bei Zusammenveranlagung sicher ebenfalls nicht tangiert.

Ich darf Sei dennoch bitten, im Rahmen der einmaligen Ergänzungsfrage auf die oben genannten Umstände noch einmal einzugehen.


Zu Frage 2:
Wenn im Jahre 2005 keine Steuern gezahlt werden, können die Aufwendungen für das Heim, wie Sei weiter unten beschrieben werden, keine ertragsteuerliche Relevanz in 2005 haben.
Sind diese so wie beschrieben tatsächlich angefallen, könnte dies etwaig zu einem negativen Einkommen führen. Dies würde jedoch im Rahmen des § 10 d EStG hinsichtlich Verlustrück- bzw- -vortrag keine Rolle spielen, da in diesem Zusammenhang auf den Gesamtbetrag der Einkünfte abgestellt wird, der negativ sein sollte.
Im Einkommensteuerschema sind jedoch die außergewöhnlichen Belastungen erst nach dem Gesamtbetrag der Einkünfte angesiedelt, so dass diese diesen nicht beeinflussen.

Somit wird trotz des Vorliegens der Voraussetzungen diese Heimkosten weder im Veranlagungszeitraum 2005 noch in anderen Veranlagungszeiträumen eine Rolle spielen.

Die Kosten der Unterbringung sind keine außergewöhnlichen Belastungen, wenn die Unterbringung lediglich aus Altersgründen erfolgt. Außergewöhnliche Belastungen können aber gegeben sein, wenn Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder besondere Betreuungsbedürftigkeit Aufwendengen verursachen.
Erfolgt aus diesem Grund die Unterbringung in einem Alters-/Pflegeheim, können ertragsteuermindernd die Kosten der Unterbringung inkl. Verpflegung (Heimkosten) abzüglich einer vom Finanzamt geschätzten Haushaltsersparnis
(wird der eigene Haushalt im Hinblick auf eine später wieder eigene Haushaltführung nicht aufgelöst, darf das Finanzamt nur um die Ersparnis der Verpflegungskosten, nicht aber um die Wohnkosten kürzen. Im Antrag darauf hinweisen) und abzüglich öffentlicher Zuschüsse für Pflege und Hilfsbedürftigkeit. (z.B. Pflegegeld) wirken.


Zu Frage 3:

Werden Aufwendungen im Bezug auf die Heimunterbringung der Eltern hingegen ganz oder zum Teil von Unterhaltsverpflichteten, z.B. Kindern, getragen, so ist eine außergewöhnliche Belastung mit Berücksichtigung des Selbstbehalts gegeben. Eigene Aufwendungen der pflegebedürftigen Person dürfen in diesem Fall nur in tatsächlicher Höhe berücksichtigt werden.
Die tatsächlich getätigten Aufwendungen müssten allerdings vom unterhalts-pflichtigen Steuerpflichtigen tatsächlich aufgewendet worden und auch nachzuweisen sein.
Ihre Sachverhaltsschilderung deutet jedoch nicht in diese Richtung. Nach dieser sieht es eher danach aus, dass Ihre Eltern die Aufwendungen getätigt haben.

Da Ihre Mutter an Demenz erkrankt ist, könnte man eventuell an einen Behindertenfreibetrag denken, der ggf. übertragbar sein könnte.
Problemlos ginge dies bei Eltern, deren Kind die Voraussetzungen für den Behindertenfreibetrag hätte, jedoch keine Einkommensteuer zu zahlen hat, da der Grundfreibetrag nicht überschritten wäre.


Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Ich darf Sie bitten, von der einmaligen Rückfrage Gebrauch zu machen, um Missverständnisse bzw. Ergänzungen noch vornehmen zu können.


Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

Testsieger
einer unabhängigen Verbraucherstiftung
Im Test: 8 Anbieter von Online Rechtsberatung Ausgabe 02/2008
Zahlungsmöglichkeiten:
Testsieger
einer unabhängigen Verbraucherstiftung
Im Test: 8 Anbieter von Online Rechtsberatung Ausgabe 02/2008