Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
462.490
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Eingruppierung im TVöD (med. Ausbildung plus Weiterbildung)


| 22.11.2008 17:57 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto



Sehr geehrte Damen und Herren Anwälte,

ich habe 17 Jahre an einer Universitätsklinik als examinierte Krankenschwester gearbeitet und wurde zuletzt nach BAT VI b bezahlt. Berufsbegleitend habe ich die Ausbildung / Weiterbildung zur medizinischen Dokumentationsassistentin/Kodierfachkraft gemacht und privat bezahlt. Seit März 2007 arbeite ich nun im gleichen Hause als Dokumentationsassistentin. Mein Tätigkeitsbereich beinhaltet jetzt unter anderem die selbständige Verschlüsselung von Diagnosen und Prozeduren / DRG-Dokumentation, MDK-Anfragen und die Bearbeitung von IQH-Bögen zur Qualitätssicherung (eigentlich eine ärztliche Tätigkeit).

Zum Zeitpunkt meines Stellenwechsels wurde an der Universität auch der Entgelt-Tarifvertrag von BAT auf TVöD (TVUK) umgestellt. Da ich jetzt der Verwaltung angehöre, wurde ich mit E6 eingruppiert, was einen deutlich geringeren Verdienst bedeutet als bei meiner früheren Tätigkeit ohne die Zusatzausbildung. Die Begründung für die Eingruppierung in E6 ist, dass mein voriger medizinischer Beruf für die aktuelle Tätigkeit keine Voraussetzung sei und dass das Berufsbild der Dokumentationsassistentin in der Tariftabelle noch nicht existiere. Außerdem wären alle Dokumentationsassistentinnen gleich eingruppiert. Diese Eingruppierung sei vorläufig bis zu einer tariflichen Einigung über die Einreihung des gesamten Dokumentationspersonals.

Allerdings war einerseits für die Zulassung zur Weiterbildung ein medizinischer Beruf Voraussetzung und meine aktuelle Tätigkeit ist definitiv nicht ohne medizinische Vorkenntnisse effektiv durchführbar.
Ich kenne zudem Kolleginnen, die bei derselben Tätigkeit in E8 und E9 eingruppiert sind.
Die endgültige Eingruppierung, auf die ich vertröstet wurde, ist laut Personalrat erst in drei bis fünf Jahren zu erwarten.

Meine Frage: Gibt es Möglichkeiten, um zum aktuellen Zeitpunkt eine leistungsbezogene und gleichwertige Bezahlung zu erhalten?
Ich beantworte Ihre Anfrage auf der Basis des geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

Die einzige Möglichkeit, zum aktuellen bzw. zu einem zeitnahen Termin eine andere Eingruppierung und damit höhere Vergütung zu erhalten, ist die gerichtliche Klärung der Fragen, ob

a) die Eingruppierung Ihrer Tätigkeit in E 6 sachgerecht ist, wozu hier nur aufgrund der wenigen Informationen sicher nicht abschließend Stellung genommen werden kann

und/oder

b) hier eine Ungleichbehandlung vorliegt, die Sie in unzulässiger Weise gegenüber anderen Arbeitnehmern benachteiligt.

Der Gleichbehandlungsgrundsatz gebietet dem Arbeitgeber, Arbeitnehmer, die sich in vergleichbarer Lage befinden, gleich zu behandeln.
Er verbietet eine willkürliche Schlechterstellung einzelner Arbeitnehmer innerhalb der Gruppen und eine sachfremde Gruppenbildung.
Hierzu hat das Bundesarbeitsgericht in seiner Entscheidung vom 13.09.2006, Aktenzeichen 4 AZR 236/05 im oben dargestellten Sinne Stellung genommen.

Da einige Ihrer Kolleginnen bei derselben Tätigkeit in höheren Kategorien eingruppiert sind, besteht durchaus Grund zu der Annahme, dass Ihre Eingruppierung nach E 6 unter Verstoß gegen diesen Gleichbehandlungsgrundsatz erfolgt ist.

Sie sollten eine genaue Prüfung der Sach- und Rechtslage durch einen Anwalt in Erwägung ziehen mit dem Ziel, eine Klage beim Arbeitsgericht zu führen.

Sollten Sie dabei meine Hilfe wünschen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Angesichts moderner Kommunikationsmittel sind Entfernungen dabei kein Problem.

Mit freundlichen Grüßen


Nachfrage vom Fragesteller 22.11.2008 | 18:40

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Frage.
Eine kurze Nachfrage hätte ich noch.

Ich plane, meinem Arbeitgeber eine ausführliche Tätigkeitsbeschreibung zukommen zu lassen und auf dieser Basis eine erneute Überprüfung meiner Eingruppierung einzufordern.

Sehen Sie dieses Vorgehen als erfolgsversprechend an?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.11.2008 | 08:23

Ob dieses Vorgehen letztlich schon den gewünschten Erfolg hat, vermag ich nicht zu sagen. Aber schaden kann es auf keinen Fall, und es versetzt den Arbeitgeber in die Situation, Sachargumente vortragen zu müssen, falls er eine andere Eingruppierung weiterhin ablehnen will.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag.

Bewertung des Fragestellers 23.11.2008 | 15:35


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die schnelle und verständliche Antwort. Auch die Nachfrage wurde beantwortet, obwohl ich diesen Punkt in meiner ersten Frage nicht explizit erwähnt hatte."
FRAGESTELLER 23.11.2008 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 56247 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr gut. Ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Gezielt und verständlich meine Frage beantwortet. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr kompetent und ausführlich....Danke ...
FRAGESTELLER