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Einfamilienhaus nach neuem ErbStG ab 01.01.09


| 04.12.2008 14:01 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Status quo:
- Einfamilienhaus Bj. 1977
- Wert ca. 200.000 Euro
- Erben soll - falls nicht anders günstiger - der überlebende Ehepartner, danach das einzige Kind (vh., ein Kind)
- Weder der überlebende Ehepartner noch das Kind wollen das Haus zehn Jahre bewohnen
- Wohnfläche ca. 175qm, nicht beheizter, später angebauter "Sommer"-Wintergarten ca. 30qm wird möglicherweise nicht voll angerechnet

Frage:
Falls Erbschaftssteuer wg. >200qm bzw. Hausverkaufs anfällt (Höhe?): Ist eine Schenkung oder andere Option noch im Dezember nach altem Recht evtl. günstiger, falls die Zeit dafür noch reicht und eine Übergangsfrist vom Gesetzgeber nicht eingeräumt wird; welche konkrete(n) Lösungsmöglichkeit(en) sehen Sie?
Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst weise ich darauf hin, dass das neue Erbschaftsteuergesetz noch nicht beschlossen wurde und ein endgültiger Gesetzestext demnach noch nicht vorliegt. Insbesondere unter Beachtung der Tatsache, dass die FDP bereits angekündigt hat, dass dem Erbschaftsteuergesetz in der von der Koalition ausgehandelten Form im Bundesrat nicht zugestimmt werden wird.

Nach den Eckpunkten auf die sich die große Koalition geeinigt hat, sollen die Freibeträge für den überlebenden Ehepartner auf 500.000 Euro und bei Kindern auf 400.000 Euro erhöht werden.

Dadurch wäre, allein durch die Freibeträge, das Haus als Nachlass steuerfrei. Ob weitere Vermögenswerte Bestandteil des Nachlasses sind, kann von hier nicht beurteilt werden.

Die Überschreitung der 200 qm Grenze wäre erst dann von Bedeutung, wenn der Wert des Nachlasses insgesamt die Freigrenzen überschreitet.

In welcher Form die Steuersätze im Rahmen der Erbschaftssteuerreform verändert werden, entzieht sich meiner Kenntnis. Da an dem Prinzip von steigenden Steuersätzen bei höherem Wert des steuerpflichtigen Teils des Nachlasses vermutlich nichts geändert werden wird, könnte ein konkreter Steuersatz selbst dann nicht mitgeteilt werden, wenn mir diesbezügliche Einzelheiten bekannt wären, da sich der Steuersatz an der Höhe des zu versteuernden Wertes des Nachlasses orientiert.

Die Freibeträge bei Schenkungen betragen EUR 307.000 für Ehegatten und EUR 205.000 für Kinder. Daher wäre die Übertragung des Hauses mittels Schenkung ebenfalls steuerfrei.

Die von Ihnen angesprochene 10 Jahres-Frist soll nur für die Erbschaftssteuer von Unternehmen relevant sein.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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Bewertung des Fragestellers 09.12.2008 | 14:08


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