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Eine Nachfrage


17.12.2014 14:15 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel



Meine Frage wurde zum größten Teil schon beantwortet.

Hier anbei der Verlauf bzw meine Anfragen und erhaltenen Antworten.

Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Anfrage bezieht sich auf das Thema Erbrecht. Genauer gesagt um den Pflichtteilsanspruch.
Folgende Fakten liegen vor.

Erstversterbende (Vater) - verstorben vor mehreren Jahren.
Er hinterlässt Ehefrau und 4 Kinder. Damaliger Einheitswert 19.000 DM.

Vor kurzem verstirbt die Ehefrau (Mutter).
Übrig bleiben 4 Kinder. Es gibt ein Testament, in dem der jüngste Sohn als Alleinerbe aufgeführt ist.
Gesetzliche Erbteil wurde mit 80000€ ermittelt.

Wie hoch ist der Pflichtteil jedes einzelnen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!


1. Antwort


Sehr geehrte Ratsuchende,

gern beantworte ich Ihre aufgeworfenen Fragen anhand des hier dargestellten Sachverhalts.

In Bezug auf den erstverstobenen Vater ist der Sachverhalt nicht ganz eindeutig. Soweit hier kein entsprechendes Testament vorlag, sind sowohl die Mutter als auch die 4 Kinder des Erblassers zur gesamten Hand Erben des Vaters (Erblasser) über dessen Vermögen (Nachlass) geworden.
Aus dem Sachverhalt kann insoweit nicht entnommen werden, ob der nunmehr festgestellte Nachlass in Höhe von 80.000 Euro, den gesamten oder Teile des oben bezeichneten Gesamthandseigentum umfasst oder nicht.

Gesetzt dem der aktuell festgestellte Nachlass in Höhe von 80.000 Euro ist als das ausschließlich alleinige Vermögen der verstorbenen Mutter anzusehen, dann ist für die Pflichtteilsberechnung die Verteilung des gesetzlichen Erbes heranzuziehen.

Danach würden alle 4 Kinder (Abkömmlinge) zu gleichen Teilen Erben der Erblasserin sein, also zu 1/4. Nach § 2303 Abs. 1 S. 2 BGB besteht der Pflichtteil in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils, vorliegend als zu 1/8.

Die 3 älteren Geschwister des Alleinerben, haben daher je einen schuldrechtlichen Anspruch in Höhe von 10.000 Euro gegen diesen. Der Anspruch unterliegt der regelmäßigen Verjährung von 3 Jahren, wobei die Verjährung mit dem Ende des Jahres beginnt, in dem der Anspruch entstanden ist.

Nachfrage von mir:

Vielen herzlichen Dank für die Beantwortung meiner Frage.

Im Grundbuchamt wurden nach dem Erstversterbenden die Kinder mit je 1/16 vermerkt. Damaliger Einheitswert wie angegeben 19.000DM.
Ist dies verjährt ? Oder wird das bei der Berechnung jetzt mit berücksichtigt.
Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort 2:

Sehr geehrte Ratsuchende,

nein, hier kann nichts verjähren. Die 4 Kinder des Vaters sind neben deren Mutter Erben geworden. Der damalgie gesetzliche Erbteil der Mutter berug 1/2 und die andere Hälfte wurde unter den Kindern aufgeteilt, so dass der Erbteil eines jeden Kindes 1/8 betrug.
Nach Ihren Angaben bestand offensichtlich gemeinschaftliches Eigentum an dem Grundstück der Eltern, so dass hier das 1/2 des Grundstückes als Nachlass nach dem Vater angenommen werden darf.

Dieses Erbteil der Kinder besteht nach wie vor fort und wird auch nicht durch die testamentarische Verfügung der Mutter zugunsten des Jüngsten beeinflusst. Insoweit sind die drei nicht berücksichtigten Kinder je zu 1/16 Gesamthandseigentümer an dem fraglichen Grundstück zusammen mit dem Alleinerben.

Der damalige Einheitswert ist für jegliche Berechnungen hinsichtlich des Pflichtteils ohne Belang. Der Wert des Grundstücks bemisst sich vielmehr nach objektiven Gesichtspunkten, wie dem Marktwert. Dieser kann auf verschiedene Weisen ermittelt werden. Nun kann ich in Ihrer Sachverhaltsdarstellung nicht entnehmen, ob die genannten 80.000 Euro der Gesamtwert der Immobilie darstellt oder aber den reinen Wert der alleinigen Erbschaft.

Hinsichtlich letzterem würde sich die o.g. Berechnung des Pflichtteils nicht ändern. Im anderen Fall wären die anteiligen Eigentumsanteile herauszurechnen und entsprechend in Abzug zu bringen. Hier wäre ein Pflichtteilsanspruch (1/8) in Höhe von 8.125 Euro für die 3 enterbten Geschwister.



Nun meine Frage:

Der Gesamtwert der Immobilie beträgt 80000€. (gemeinschaftliches Eigentum)
Im Grundbuchamt wurden nach dem Erstversterbenden die Kinder mit je 1/16 vermerkt.
Dies wurde bislang noch nicht an die Erben ausgezahlt.

Wie hoch ist nun der Pflichtteilsanspruch pro Kind?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!!


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Nachlasswert nach der Mutter beträgt 40.000,- EUR ( 1/2 Miteigentumsanteil an dem Hausgrundstück)

Die Pflichtteilsquote beträgt 1/8. Die gestzliche Erbquote beträgt 1/4 je Kind. Der Pflichtteil beträgt die Hälte des gesetzlichen Erbteils, daher ein 1/8.

Der Pflichtteil beläuft sich daher pro Kind auf 5.000,- EUR.

(Zusätzlicher Hinsweis: die Kinder bleiben daneben zu 1/16 Eigentümer des Hausgrundstücks. Dies hat mit dem Pflichtteilsanspruch nichts zu tun. Es kann auch keine Auszahlung des Anteils verlangt werden. Wenn das erbende Kind Alleineigentümer werden möchte und alle sich einig sind, kann ein gesonderter Übertragungsvertrag geschlossen werden. )


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 17.12.2014 | 16:03

Vielen lieben Dank für Ihre Antwort.
Haus und Grund wurden ja nach dem Zweitversterbenden - in diesem Fall der Mutter, verkauft.
Gesamterlös 80000€.
Die 4 Kinder wurden allerdings nach dem Erstversterbenden (Vater) mit je 1/16 im Grundbuchamt vermerkt. Dieser Erbanteil wurde zu Lebzeiten der Mutter nie ausbezahlt.
Nachdem der jüngste Sohn von der Mutter als Alleinerbe eingesetzt wurde, würde ich gerne wissen, wie hoch nun der jeweilige Pflichteilsanspruch pro Kind ausfällt.

Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Hilfe.



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.12.2014 | 16:24

Der Pflichtteilsanspruch beträgt - wie in der Antwort erklärt - 5.000 EUR.

Zusätzlich besteht ein Anspruch aufgrund des 1/16tel Anteils am Gesamterlös in Höhe von weiteren 5.000,- EUR. Dies müsste aber in der notariellen Kaufvertragsrurkunde, die sämtliche Künder auch mitunterschrieben haben müssen, geregelt sein.

Ergänzung vom Anwalt 23.12.2014 | 16:23

Der Pflichtteil berechnet sich aus dem Nachlass der Mutter. Diese war zu 3/4 Miteigentümerin des Hausgrundstücks.

Dies entspricht einem Wert von 60.000,- EUR, so dass der Pflichtteilsanspruch 7.500,- EUR beträgt.

Ergänzung vom Anwalt 23.12.2014 | 16:52

Auf Wunsch darf ich ergänzen, dass der weitere Anspruch der Kinder aus dem Miteigentum ( 1/16 aus dem Gesamtgrundstück) in Höhe von 5.000,- EUR selbstverständlich neben dem Pflichtteil besteht. Insgesamt beläuft sich der Anspruch dann also auf 12.500,- EUR.

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