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Ein Gutachten eines Sachverständigen über den Verkehrswert abasgen.


13.01.2012 16:58 |
Preis: ***,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Joerss


| in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Herr Rechtsanwalt,

ich habe im Monat Februar eine Ortbesichtigung
von einem Gutachten.
Der Gutachter würde also das zweite Mal das Haus
begutachten.
Das erste Mal hatte mein Mann das Haus besitzt
und ich habe das gleiche Haus bei der Zwangsversteigerung ersteigert.
Ich habe das Geld auf dem Notaranderkonto liegen,
aber ein kleines Betrag fehlt mir.
Nun ein Gläubiger weigert sich mit einer Löschungsbewilligung und macht unglaublich viel Stress. Er hat also beim Amtsgericht eine zweite Zwangsversteigerung angeordnet und nun kommt der gleiche Gutachter wieder. Meine Frage an Sie.
In welcher Weise kann ich den Termin absagen ?
Darf der gleiche Gutacher das Haus begutachten ?
13.01.2012 | 17:50

Antwort

von

Rechtsanwalt Thomas Joerss
47 Bewertungen
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes gerne wie folgt beantworten darf. Vorab möchte ich jedoch darauf hinweisen, dass auf diesem Portal lediglich eine erste rechtliche Einschätzung möglich ist, die eine tiefergehende anwaltliche Beratung nicht ersetzen kann.

Ihren Schilderungen nach wurde Ihnen ein Termin für eine Ortsbesichtigung zwecks Anfertigung eines Verkehrswertgutachtens bereit mitgeteilt. Ich gehe daher davon aus, dass Ihnen der Anordnungsbeschluss, mit dem Sie über die Möglichkeit der Beantragung einer einstweiligen Einstellung binnen zwei Wochen (§ 30 a ZVG) belehrt worden sind, bereits zugegangen ist und sie von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch gemacht haben. Wenn die zwei Wochen noch nicht verstrichen sind, wäre über eine einstweilige Einstellung nachzudenken.

Wird keine einstweilige Einstellung beantragt bzw. nach Ablauf der gewährten Einstellungsfrist wird der Gläubiger gebeten, einen Vorschuss auf die durch die Schätzung des Verkehrswertes zu erwartenden Kosten zu zahlen (Höhe des Vorschusses ca. 750,00 € bis 1000,00 €). Das entsprechende Schreiben an den Gläubiger erhält der Schuldner dann in Abschrift mit der gleichzeitigen Empfehlung, sich wegen der Höhe der zu erwartenden Kosten des Verfahrens mit dem Gläubiger in Verbindung zu setzen und nach Möglichkeit eine Zahlungsvereinbarung zu treffen, die den Gläubiger veranlassen könnte, von sich aus die einstweilige Einstellung des Verfahrens gemäß § 30 ZVG zu bewilligen. Nach Eingang des Auslagenvorschusses wird dann ein Sachverständiger mit der Schätzung des Verkehrswertes des zu versteigernden Grundbesitzes beauftragt. Dieser setzt einen Termin zur Besichtigung des Grundstücks fest und benachrichtigt davon den Schuldner und den das Verfahren betreibenden Gläubiger. Ihren Schilderungen nach ist es bis zu diesem Punkt bereits gekommen.

Eine Regelung, dass zwingend ein anderer Sachverständige das Gutachten anzufertigen hat, ist mir nicht bekannt.

Sie sollten daher erwägen, mit dem Gläubiger Kontakt aufzunehmen, um ihn davon zu überzeugen, dass er gem. § 30 ZVG die einstweilige Einstellung des Verfahrens beantragt. In diesem Zusammenhang sollten Sie vor der Kontaktaufnahme zum Gläubiger darüber nachdenken, wie sie dem Gläubiger versichern können, dass er den fehlenden „kleinen Betrag" auch erhält. Wenn sich der Gläubiger auf einen Einstellungsantrag einlässt, könnte dies dem Gutachter mitgeteilt werden und u.U. die Begutachtung verschoben bzw. aufgehoben werden.

Ich empfehle Ihnen beim weiteren Vorgehen die Unterstützung von einem örtlichen Rechtsanwalt einzuholen, da Ihre Schilderungen erahnen lassen, dass Ihre Situation bereits sehr „verzwickt" ist, ggf. zu beachtende Fristen bestehen und daher eine anwaltliche Unterstützung erforderlich erscheint.

Sollten Sie nicht tätig werden, werden - wie Ihnen bekannt sein müsste - Abschriften des Gutachtens, nachdem es dem Versteigerungsgericht vorliegt, allen Beteiligten (§ 9 ZVG) zur Stellungnahme zugesandt. Nach Ablauf der zur Stellungnahme gewährten Frist setzt das Versteigerungsgericht den Verkehrswert durch Beschluss fest. Gegen diesen Beschluss wäre dann die sofortige Beschwerde (Frist: 2 Wochen seit Zustellung des Beschlusses) zulässig.

Ich hoffe, Ihnen mit der Beantwortung Ihrer Frage eine Unterstützung zur ersten Orientierung gegeben zu haben. Möchten Sie eine weitergehende Erläuterung haben, so nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen im Rahmen dieser ersten rechtlichen Einschätzung, aufgrund der hier geschilderten Sachverhaltsdarstellung, die ggf. ohne Kenntnis aller Sachverhaltsumstände geschieht, keinen abschließenden Rat in Ihrer konkreten Rechtsangelegenheit geben kann.

Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des gesamten Sachverhaltes wünschen, empfehle ich Ihnen, einen Rechtsanwalt in Ihrer Nähe zu kontaktieren und mit ihm die Sachlage nach seinem Einblick in sämtliche, bei Ihnen vorhandene Unterlagen und einer darauf aufbauenden Prüfung der Rechtslage konkret zu besprechen.

Mit freundlichem Gruß

Thomas Joerss

Rechtsanwalt


Thomas Joerss, Rechtsanwalt

ANTWORT VON
Rechtsanwalt Thomas Joerss
Bonn

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