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Eigentumswohnung/Sanierung in Eigenleistung


06.12.2013 10:16 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wohne in einer Eigentumsanlage, die ich als Eigentümer selber nutze.
Dieses Jahr wurde die Aussenfassade gestrichen.

Um für mich Kosten zu sparen, habe ich 2 Fassaden meines Eigentums in Eigenleistung gestrichen.
Meine Frage: Da sich nun dadurch die Gesamtrechnung der Eigentümergemeinschaft vermindert hat, aber dennoch nach Schlüssel/Anteil verrechnet wird, habe ich nun dadurch keinen Vorteil, sondern nur die anderen Eigentümer.

Was sagt die Gesetzlage dazu? Kann ich bei meiner Rechnung darauf bestehen, das meine Eigenleistung bei meiner Rechnung abgezogen wird, oder habe ich keine Chance, und alles war umsonst?Gibt es eine Chance, das ich meine Eigenleistung eventuell, aus der Gesamteinlage zurückerstattet bekomme? Oder kann ich eventuell den anderen Eigentümern meine Eigenleistung Anteilmäßig in Rechnung stellen??

Das die Gesetzlage in diesem Fall eine Abrechnung nach Schlüssel/ Anteil vorsieht ist mir bereits bekannt.
Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:

1.

Hier handelt es sich um eine Instandhaltungsmaßnahme. Solche Maßnahmen, die zur ordnungsgemäßen Instandhaltung des gemeinschaftlichen Eigentums gehören, werden mehrheitlich beschlossen. D. h., im Regelfall werden Angebote eingeholt und die Gemeinschaft entscheidet über das Angebot, das der Mehrheit am geeignetsten erscheint.

Im Rahmen des Beschlusses wird auch darüber entschieden, wie die Kosten für die Instandhaltungsmaßnahme aufzubringen sind. Entweder werden die Kosten aus der Instandhaltungsrücklage bezahlt oder, beispielsweise wenn die Rücklage nicht ausreicht, durch eine Sonderumlage.

Ein solcher Beschluß ist, sofern er rechtmäßig zustande gekommen ist, für alle Eigentümer bindend.

2.

Sie schreiben, Sie hätten zwei Fassaden Ihres Eigentums in Eigenleistung gestrichen. In rechtlicher Hinsicht ist das nicht richtig, weil die Außenfassade zum Gemeinschaftseigentum gehört. D. h., Sie haben keine Instandhaltungsmaßnahme an Ihrem Eigentum vorgenommen, sondern am Eigentum aller, d. h. am Gemeinschaftseigentum. Sofern der Beschluß solche Eigenleistungen nicht vorgesehen oder gestattet hat, ist der einzelne Eigentümer auch nicht befugt, Arbeiten am Gemeinschaftseigentum in Eigenleistung zu erbringen.

Die Eigentümergemeinschaft hat über die Verteilung der Kosten gem. § 16 Abs. 4 WEG die Beschlußkompetenz.

Im Ergebnis heißt das, daß Sie eigenmächtig und offensichtlich nicht von dem in der Eigentümerversammlung gefaßten Beschluß gedeckt, Eigenleistungen erbracht haben, zu denen Sie nicht befugt gewesen sind.

Auf den Kosten, die Sie für die Eigenleistung aufgewendet haben, werden Sie deshalb "sitzen" bleiben.

3.

Sie müssen stets bei einer Eigentumswohnanlage berücksichtigen, daß Sie bezgl. des Sondereigentums, also Ihrer Wohnung, frei in der Entscheidung sind, wie Sie die Wohnung gestalten. Jeder Wohnungseigentümer trägt selbstverständlich die Kosten für das Sondereigentum und dessen Änderung selbst.

Anders verhält es sich beim Gemeinschaftseigentum. Wie hier zu verfahren ist, entscheidet die Eigentümergemeinschaft im Rahmen einer ordentlichen oder ggf. außerordentlichen Eigentümerversammlung. Die dort gefaßten Beschlüsse sind für alle Eigentümer bindend.

Sie waren also nicht befugt, selbst Anstricharbeiten am Gemeinschaftseigentum durchzuführen.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 06.12.2013 | 12:01

Vielen Dank für die schnelle Antwort!
Vielleicht habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt.
Die Fassade die ich gestrichen habe, ist mein Eigentum,( mein Grundstück, meine Fassade) es sind Eigentumswohnungen im Reihenhausstil, und die Fassade gehört zu meinem Reihenhaus.

Ist die Rechtslage dennoch wie beschrieben??

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.12.2013 | 12:19

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Aus der Nachfrage ergibt sich natürlich ein von der eingangs gestellten Frage abweichender Sachverhalt, der, was anhand der Sachverhaltschilderung aber nicht ersichtlich ist, zu einer anderen Rechtslage führen kann. Oder um es anders zu formulieren: Wir haben jetzt einen anderen Fall.


2.

Um hier die Rechtslage beurteilen zu können, müßte man den Beschluß der Eigentümerversammlung betreffend den Anstrich der Fassade kennen. Ferner sollte man klären, ob Sie tatsächlich Eigentümer auch der Fassade sind. Die Teilungserklärung sollte also geprüft werden.


3.

D. h. aufgrund der neuen, mit der Nachfrage gegebenen Informationen kann man Ihre Frage ohne Kenntnis der unter Ziffer 2. genannten Unterlagen leider nicht beantworten.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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